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Informationen zur Historie der Charité Frauenklinik und dem Campus Virchow-Klinikum

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Matthias David

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Frauenmedizin - Frauen in der Medizin. Medizinhistorisches Symposium am 16.3.2022

Medizinhistorisches Symposium der Klinik für Gynäkologie Campus Virchow-Klinikum

Die Vorträge finden Sie unter folgenden Links:

Dr. Benjamin Kuntz (RKI): Schicksalsgenossinnen https://player.vimeo.com/video/693877019

Dr. Anna Dückelmann: Die Frau als Hausärztin https://player.vimeo.com/video/693877074

Prof. Matthias David: In der Beständigkeit liegt das Geheimnis des Erfolges. https://player.vimeo.com/video/693876926

Prof. Andreas Ebert: Auf Vorschlag des Vorstandes. https://player.vimeo.com/video/710815109 

Prof. Sabine Schleiermacher: Ärztinnen im Kaiserreich. https://player.vimeo.com/video/710814974 

Kunst-Kalender der Frauenklinik 2022 (zum Download)

Videospezial zu Rudolf Virchow

Charité & Mayo-Clinic

Berliner Universität/Charité und die Mayo-Clinic:
Medizinhistorische Anmerkungen zur Entwicklung des wissenschaftlichen Austausches zwischen den USA und Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Zum Download der Poster klicken Sie bitte auf die Bilder.

Chronik der Charité-Frauenklinik (Campus Virchow-Klinikum)

Chronik der Charité-Frauenklinik (Campus Mitte)

Alle Nobelpreisträger der Charité

2021

Objekt des Monats Februar

Übliches T-förmiges IUD und Gräfenberg-Ring im Größenvergleich. Der intrauterin gelegene Ring war ein Zufalls(be)fund bei einer hochaltrigen Patientin. 

Ernst Gräfenberg (1881 – 1957) hatte solche, später nach ihm benannten Ringe zur Schwangerschaftsverhütung in den 1920er Jahren während seiner Zeit als niedergelassener Gynäkologe in Berlin entwickelt. Die meisten Gräfenberg-Ringe bestanden aus sog. technischem Silber, das einen relativ hohen Kupferanteil aufwies, sodass Ernst Gräfenberg unbewusst auch der Erfinder der ersten Kupferspirale war.

Objekt des Monats März

Die beiden Fotos zeigen Ausschnitt aus einem farbigen Gemälde und einer s/w-Grafik, die beide den ehem. Direktor der Berlin Universitäts-Frauenklinik Ernst Bumm (1858-1925) bei einer Operation zeigen und die sich beide durch Ankauf bzw. Schenkung im Besitz der Klinik für Gynäkologie der Charité befinden.

Das großformatige Ölgemälde „Geheimrat Bumm bei einer Operation“ des Berliner Malers Reinhard Hübner (1924) zeigt ein Sujet des modernen Klinikbetriebs: ein Gruppenporträt. Das Bild ist eine sog. Zweitfassung; die etwas anders und detaillierter gestaltete Erstfassung war im Berliner Langbeck-Virchow-Haus zu sehen und wurde wahrscheinlich während des II. Weltkriegs zerstört. Zugunsten der Erkennbarkeit und wohl auch, um die ganze Szene repräsentativer erscheinen zu lassen, wurden die in den 1920er Jahren durchaus gebräuchliche besondere Kleidung im OP-Saal weggelassen. Der Maler verzichtet zudem darauf, die weitere, u.U. ablenkende Ausstattung des Operationssaals darzustellen.

Anders ist dies bei der Grafik „Bumm bei der ´Radikalen´“ von Anni Müllensiefen (1879-1927), die etwa A4-Fomat hat und vermutlich Anfang der 1920er Jahre im Operationssaal der Klinik in der Artilleriestraße entstand. Hier wirkt die Operationssituation sehr realistisch - Bumm und die beiden Assistenten tragen OP-Mütze, Mundschutz und Handschuhe. Anni Müllensiefen hat später auf Bumms Wunsch hin auch die grafischen Ausstattung seines postum erschienenen „Lehrbuchs der Gynäkologie“ übernommen. Hier finden sich insgesamt 159 hervorragende Abbildungen von ihr.

Objekt des Monats April

Zumindest an den Universitäts-(Frauen-)Kliniken gehörte im 20. Jahrhundert eine eigene Bibliothek zur üblichen Raumausstattung. Auch bei der Konzeption der sog. Nordschiene, in der sich die heutige Frauenklinik am Campus Virchow-Klinikum befindet, wurde in der ersten Etage des Gebäudes eine Klinikbibliothek, die gleichzeitig als Besprechungsraum dienen sollte, eingeplant, die seit dem Erstbezug des Gebäudes im November 1995 bis heute existiert. Hier wurden u.a. im Rahmen der Klinikzusammenlegungen die Buchbestände aus der Bibliothek der Universitätsfrauenklinik Charlottenburg/Pulsstraße integriert. Durch Umstrukturierungen des Bibliothekswesens in der Charité und ein veränderts Nutzungsverhalten werden für die Klinikbibliothek seit mehr al 15 Jahren keine neuen Bücher mehr gekauft. Stattdessen haben mehrere externe Ärztinnen und Ärzte der Klinik zahlreiche antiquarische Bücher und Zeitschriftenbände geschenkt.

Eine der letzten Schenkungen beinhaltete vier Broschüren zu einem immer aktuellen Thema: „Diagnostische und therapeutische Irrtümer und ihre Verhütung. Frauenheilkunde“, herausgegeben von Prof. Dr. J. Schwalbe, Geh. Sanitätsrat in Berlin. Die einzelnen Hefte sind von seinerzeit namhaften Gynäkologen (Prof. von Jaschke, Prof. Fehling, Prof. Reifferscheid) erarbeitet worden. Eine Rezension zum letzten Heft („Chirurgie“) von 1928 fasst die Bedeutung diese Reihe so zusammen: „Mit dem vorliegenden Heft, das mit zahlreichen instruktiven Abbildungen versehen ist, hat das im Jahre 1917 begonnene Sammelwerk seinen Abschluß gefunden. Wir können auf Grund zahlreicher, dem Referenten zur Kenntnis gekommener Hefte dem Herausgeber und Verleger unseren Glückwunsch und unsere Anerkennung aussprechen für das in seiner Art kaum in der Weltliteratur sein Gleiches findende Ergänzungswerk für die Diagnostik und Therapie auf dem Gesamtgebiete der Medizin…“

Objekt des Monats Mai

Als das Rudolf-Virchow-Krankenhaus (RVK), der heutige Campus Virchow-Klinikum der Charité, vor 115 Jahren nach siebenjähriger Bauzeit im Oktober 1906 seiner Bestimmung übergeben wurde, erregte es im In- und Ausland Aufsehen und Bewunderung. 55 Gebäude waren über eine Fläche von 25,7 ha angeordnet worden. Die Längsachse bildet auch heute noch eine in vier Reihen bepflanzte Kastanienallee, an der damals ein- oder zweigeschossige Pavillons lagen. Die Kranken hatten überall den Blick ins Grüne, so dass das das RVK schon bald den Beinamen „Gartenstadt für Kranke“ erhielt.  Ältester Baum auf dem Klinikgelände mit einem geschätzten Mindestalter von 130 Jahren, einer Wuchshöhe von ca. 28 m und einen Kronendurchmesser von etwa 25 m dürfte die Platane im Bereich der ehem. Seuchen- und heutigen Sonderisolierstation (SIS) sein, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist.

Objekt des Monats Juni

Siegelmarke des RVK, vermutlich erste Hälfte des 20. Jahrhunderts (Sammlung M. David, Foto: M. David)

Objekt des Monats Juni ist eine sog. Siegelmarke. In diesem Fall handelt es sich um eine 4 cm große, blau-weiße Marke der „Direction Städtisches Rudolph Virchow Krankenhaus Berlin“ mit einem in der Mitte geprägten Wappen, in dem mit etwas Mühe der Berliner Bär zu erkennen ist. Auffällig ist die falsche Schreibweise von Virchows Vornamen mit ph statt f.

Siegelmarken ähneln Briefmarken und ihr Sammeln wird einem Teilgebiet der Philatelie, der Erinnophilie, zugeordnet – dem Sammeln nicht-postalischer Gedenkmarken. Sie dienten als Aufklebesiegel, mit dem die Echtheit und Unversehrtheit eines Briefumschlags, einer sonstigen (Post-)Sendung oder eines Schriftstücks gewährleistet werden sollte. Sie sind meist rund oder oval, rundherum gezähnt sowie maximal 3-4 cm groß und weisen oft eine gummierte Rückseite auf. Siegelmarken wurden vor allem zwischen 1850 und 1950 benutzt. Die Papiermarken lösten das bis dahin üblichen Wachssiegel ab. Die meisten Siegelmarken stammen aus dem Deutschen Kaiserreich und wurden bis zum Ende vom Ersten Weltkrieg ausgegeben. Aus den Firmen-Siegelmarken entwickelten sich um 1870 die sog. Reklamemarken.

 

Objekt des Monats Juli

Objekt des Monats Juli 2021 ist ein wertvoller „Geburtshülflich-anatomischer Atlas“ von Prof. Dr. G. Leopold (1846-1911) mit dem Titel „UTERUS UND KIND von der ersten Woche der Schwangerschaft bis zum Beginn der Geburt, und der Aufbau der Plazenta“ (Abb. 1) aus dem Bestand der Klinikbibliothek der Frauenklinik/ CVK

Der im Format A2 gedruckte Atlas enthält 30 Seiten ("Tafeln") mit insgesamt 49 Abbildungen, die jeweils dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch beschriftet sind, und ist 1897 im Hirzel-Verlag Leipzig erschienen. 

Der Autor, der heute noch durch die nach ihm benannten vier geburtshilflichen Handgriffe „zur äusseren Untersuchung“ der Schwangeren und Feststellung von Kindslage und vorangehendem Teil bekannt ist, war zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses besonderen Atlas Geheimer Medicinalrat, Direktor der Kgl. Frauenklinik und ordentliches Mitglied des Kgl. Landes-Medicinal-Collegium in Dresden. 

Bei den 49 Abbildungen handelt es sich vor allem um s/w-Zeichnungen (Abb. 2), teils aber auch farbig ausgeführte Abbildungen nach anatomischen Originalpräparaten bzw. Gefrierschnitt von verstorbenen Schwangeren, die u.a. die Lage des Kindes im Uterus bzw. im kleinen Becken zeigen. Die „Fig. 49“ beeindruckt durch die exakte Darstellung des Aufbaus der Plazenta (Abb. 3).

Objekt des Monats August

Reklamemarke mit Virchow-Porträt, vermutlich 1910er Jahre (Sammlung M. David, Foto: M. David)

Aus Anlass des bevorstehenden 200. Geburtstags von Rudolf Virchow (13.10.1821 – 5.9.1902) wird es thematisch beim „Objekt des Monats“ bis Oktober im näheren und weiteren Sinne um den Jubilar gehen, zumal der Campus Virchow-Klinikum nicht nur seinen Namen trägt, sondern als Rudolf-Virchow-Krankenhaus vor 115 Jahren seine Pforten für Patienten öffnete.

„Objekt des Monats August“ ist eine sog. Reklamemarke der Firma Remy aus Heerdt, einem Stadtteil von Düsseldorf, mit einem farbigen Brustbild Rudolf Virchows, auf dem er den Betrachter/die Betrachterin skeptisch-fragend durch seine runde Brille anschaut. Die Marke hat eine Größe von 45 x 60mm und ist gezähnt, sie imitiert damit eine Briefmarke.

Reklamemarken dienten aber nicht der Freimachung von Briefen und Paketen, sondern man verwendete diese zum Verschließen oder auch zur Verzierung der Briefpost. Reklamemarken entstanden Ende des 19. Jahrhunderts und entwickelten sich aus den Behörden- und Siegelmarken (siehe Objekt des Monats Juni). Nachdem die Firmen den Sammelwert dieser Marken erkannt hatten, verwandelten diese sich zu kleinen Kunstwerken. Die Hochzeit der Reklamemarken war die Dekade zwischen 1910 und 1920.

Häufig erschienen diese als Serien. Auch die „Virchow-Marke“ war Teil einer Serie, man findet die Serien- und die Bildnummer links und rechts unterhalb des farbigen Aufdrucks.

Die von der Firma Remy in Auftrag gegebene Serie umfasste Marken mit den Porträts berühmter Künstler, Naturwissenschaftler und Ärzte aus Deutschland (u.a. Beethoven, Gutenberg, Goethe, Hauptmann, Koch, Lenbach, Röntgen, Schopenhauer, Virchow) und dem europäischen Ausland (u.a. Moliere, Nobel, Rubens, Stephenson).

Passenderweise trägt Virchow auf dem Markenbild einen „Vatermörder“, einen weißen gestärkten, nach vorn offenen Stehkragen – die in inzwischen nicht mehr existierende Firma Remy produzierte Puddingpulver und (Reis-)Stärke zum Stärken von Wäschestücken.

 

Objekt des Monats September

Aus Anlass des unmittelbar bevorstehenden 200. Geburtstags Rudolf Virchows werden die Objekte der nächsten vier Monate immer einen unmittelbaren Bezug zu dieser bedeutenden deutschen Persönlichkeit haben. 

Das Objekt des Monats September kann jederzeit im zweiten Durchgang des Gebäudes, in dem heute das Deutsche Herzzentrum untergebracht ist, besichtigt werden. – Dort ist an der rechten Wandseite ein Bronzerelief angebracht, das Rudolf Virchow im Profil zeigt. Darunter befindet sich eine weiße, im Oktober 1988 eingeweihte sog. Berliner Gedenktafel aus KPM-Porzellan mit dieser blauen Inschrift: „Rudolf Virchow/ 13.10.1821-5.9.1902 / Arzt und Politiker/Gründer der Zellularpathologie/ Langjähriger Stadtverordneter von Berlin/ und bedeutender liberaler Parlamentarier/ im Preußischen Landtag und Deutschen Reichstag/ Er wirkte mit am Ausbau des Gesundheits- und/ Hygienewesens in Berlin.“

Objekt des Monats Oktober

Aus Anlass des 200. Geburtstags von Rudolf Virchow in diesem Monat sei auf vier Auszeichnungen hingewiesen, die seinen Namen tragen: (1) Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) bzw. die Rudolf-Virchow-Stiftung der DGP vergibt „zur Förderung von Wissenschaft und Forschung“ seit 1980 jährlich den Rudolf-Virchow-Preis für eine herausragende Publikation. (2) Als höchste Auszeichnung der DGP wird mit der Rudolf-Virchow-Medaille seit 1981 im Zweijahresrhythmus das Lebenswerk eines Pathologen/einer Pathologin gewürdigt, der/die sich um das Fach besonders verdient gemacht hat. (3) Die höchste Auszeichnung der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilian-Universität Würzburg ist ebenfalls eine Rudolf-Virchow-Medaille. Damit werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler „für ihre herausragenden Erkenntnisse“ geehrt. (4) Der Rudolf-Virchow-Preis war außerdem eine staatliche Auszeichnung der DDR, die an Einzelpersonen und Kollektive jährlich „für hervorragende Leistungen in der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur und für bedeutsame Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der medizinischen Methodologie, der Medizintechnik und der Arzneimittelproduktion“ zumeist am 13.10. durch den Minister für Gesundheitswesen der DDR vergeben wurde.

Das Objekt des Monats ist der erste, 1960 verliehene Preis (aus der Sammlung M. David). Dieser bestand aus einer Virchow-Medaille (Abb. 1) und einer Anstecknadel (Abb. 2) in einem mit weißem Samt ausgekleideten quadratischen, roten Holzetui (Abb. 3)

Objekt des Monats November

Der Rudolf-Virchow-Jubiläumsherbst ist noch nicht vorbei, auch wenn die meisten Veranstaltungen, u.a. auch die Eröffnung zu der empfehlenswerten kleinen Ausstellung „Der Zellenstaat“ im „Museumscontainer“ am Campus Mitte, in der ersten und zweiten Oktoberwoche bis zum eigentlichen 200. Geburtstag am 13.10. stattfanden. Ein kleiner Teil des Nachlasses von Rudolf Virchow, nämlich Ehrenurkunden, Huldigungsgedichte u. ä. m.  sowie die Dissertations- und die Habilitationsurkunde, befindet sich im Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin, darunter ein eindrucksvoll gestaltetes Schriftstück der „Gesellschaft der Charité-Ärzte“. Diese hatte auf ihrer Sitzung am 1. Juni 1899 beschlossen, den Geheimen Medizinalrat Professor Rudolf Virchow „in Anerkennung der unvergänglichen Verdienste, welche er sich um die ärztliche Kunst und Wissenschaft, insbesondere durch seine grundlegenden Arbeiten im Charité-Krankenhause erworben hat“, zu ihrem Ehrenmitglied zu ernennen. Der konkrete Anlass für diese Auszeichnung bleibt unklar.  Zur nicht mehr existierenden „Gesellschaft der Charité-Ärzte“ gibt es noch Forschungsbedarf. Die besondere, im Stil der Zeit gestaltete Urkunde ist, was man erst bei einer Betrachtung mit der Lupe sieht, handgemalt und -koloriert. Insgesamt ein besonderer Archivfund!

(Aufbewahrungsort: Archiv der Humboldt-Universität – Signatur HU UA, Nachlass (NL) Virchow, Nr. 055)

Objekt des Monats Dezember

Auch im letzten Monat des „Virchow-Jahres 2021“ soll das „Objekt des Monats“ nochmals an diese besondere Persönlichkeit erinnern. Rudolf Virchow (1821-1902) hat sich vor allem in seinen frühen Berliner Jahren auch ausführlicher mit gynäkologisch-geburtshilflichen Themen beschäftigt. Er war mit dem Gründer der „Gesellschaft für Geburtshülfe in Berlin“ (GGB) Carl Mayer in besonderer Weise verbunden, nicht nur, weil sie die gleiche, linksliberale politische Meinung teilten, sondern auch, weil dieser Geheime Sanitätsrat sein Schwiegervater wurde.

Quasi für Virchow führt die GGB auch die Rubrik „Außerordentliche Mitglieder“ ein (Abb. 1). Und im Revolutionsjahr 1848 wurde ihm, dem 27jährigen Dr. Rudolf Virchow, Prosektor der Charité, die Ehre zuteil, das Vorwort zum Jahresband der „Verhandlungen der GGB“ zu verfassen (Abb. 2, 3).

Aus diesem lyrisch-euphorischen Text stammt das nachfolgende Zitat: „“Ein neuer Tag der Völker beginnt sich aus dem mitternächtlichen Dunkel der Zukunft loszulösen... Bald, so hoffen wird, wird der Frühlingsmorgen der Freiheit heranbrechen und die Nebel, welche jetzt noch unsre Blicke beengen, werden als erquickender Thau auf die jungen Saaten sich niedersenken. Wer aber wird dann daheim bei den Büchern sitzen, wenn Alles in die Fluren hinauszieht…?“

2022

Objekt des Monats Januar

Das Objekt des Monats Januar 2022 ist ein tragbares, aufladbares Gerät zum akustischen Nachweis des fetalen Herzschlags, wie es bis in die frühen 1990er Jahre in der gynäkologischen Rettungsstelle benutzt wurde. Über einen Lautsprecher können damit die mit Hilfe einer kleinen Ultraschall-Sonde aufgenommenen Bewegungen der fetalen Herztätigkeit als akustische Signale wiedergegeben werden. Der Kasten hat die Außenmaße 27 x 14 x 11 cm. Die obere Abdeckung ist aufklappbar. Darunter verbirgt sich ein plastikausgekleidetes Fach zum Verstauen für das Stromkabel und die Dopplersonde.

Laut Charité-Inventarverzeichnis wurde der „Fetale Herzschallmonitor D205“ mit Datum 1. Juli 1978 erstmals erfasst. Das Gerät wurde von der in West Sussex/England ansässigen Firma Sonicaid Ltd. ab 1969 hergestellt und von der Firma Kranzbühler-Medizintechnik in Deutschland vertrieben. Es kostete damals ca. 2.000 DM und wird heute bei ebay für 95 bis 115 Euro angeboten. Der Sonicaid Fetal-Puls-Detektor Modell D 205 arbeitet nach dem Doppler-Prinzip, ähnlich wie das später eingeführte, deutlich kleinere und bekanntere Dopton-Gerät.

Eine Aufzeichnungsmöglichkeit besteht nicht, es gibt auch kein Display o.ä., von dem man die Herzfrequenz ablesen könnte. Gegenüber dem Abhören mit dem Holz- oder Metallhörrohr nach Pinard hatten diese Dopplergeräte den Vorteil, dass die Schwanger bzw. die werdenden Eltern den Herzschlag ihres Ungeborenen (mit-)hören konnten.

 

Objekt des Monats Februar

Im Bestand der Frauenklinik CVK befindet auf einer 17cm großen Aluminiumfilmspule ein 16 m langer Kurzdokumentarfilm im 16 mm-Format, der in schwarz/weiß die Entwicklung eines Kindes aus Steißlage durch Erich Bracht (1882-1969), nach dem diese Manualhilfe benannt wurde, in Normalgeschwindigkeit und in "Zeitlupe" zeigt. Beigelegt ist ein 1 1/2-seitiger Bericht auf vergilbtem Papier, in dem das Vorgehen bei der Steißlagenentwicklung beschrieben wird. Die Filmrolle stammt von 1940 aus der "Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht". 

Bracht hatte es nach der Erstbeschreibung vor der Berliner Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe im Oktober 1935 und einer Filmdemonstration seiner Methode auf dem Internationalen Kongress für Geburtshilfe und Gynäkologie im Mai 1938 in Amsterdam „versäumt“, seine Manualhilfe in Form eines wissenschaftlichen Artikel zu erklären, so dass dieser Film letztlich die Originalpublikation des Bracht´schen Handgriffs darstellt.

Objekt des Monats März

Anlässlich des 150. Geburtstages von Hermine Heusler-Edenhuizen (1872‒1955) laden wir am 16. März 2022 zu der Veranstaltung „Frauenmedizin – Frauen in der Medizin“ ein (Anmeldung via: ambulanz-frauenklinik-cvk(at)charite.de).

Die in Pewsum bei Emden geborene Heusler-Edenhuizen war die erste offiziell anerkannte niedergelassene Fachärztin für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe in Deutschland. Seit November 2002 erinnert eine „Berliner Gedenktafel“ neben dem Eingang des Wohnhauses Rankestraße 35 in Berlin-Charlottenburg, das sich schräg gegenüber von der Gedächtniskirche befindet, an sie und daran, dass Frau Dr. Edenhuizen in diesem Haus von 1911 bis 1937 ihre Praxis- und Wohnräume hatte. Zuvor war sie einige Jahre eine der ersten bezahlten Assistenzärztinnen an einer deutschen Universitäts-Frauenklinik (in Bonn, wo sie auch promoviert hatte) gewesen.

Objekt des Monats April

Vor wenigen Wochen wurde in unserer Klinikbibliothek einer der Schränke so umgebaut, dass hier nun vier medizinhistorische Objekte, versehen mit wenigen Erklärungen, präsentiert werden. Drei davon sind in den vergangenen Monaten bereits als „Objekt des Monats“ vorgestellt worden. Bei dem vierten handelt es sich um eine Leihgabe von Prof. W. Henrich; es ist ein historischer Ultraschallkopf für die Abdominal- bzw. Fetalsonographie von 1989, produziert von einem amerikanischen Medizintechnikhersteller. Diese relativ schwere und auch etwas unhandliche Ultraschallsonde hat eine Größe von etwa 12 x 10 x 5 cm. Über die allseits anerkannte, aktuelle Bedeutung von Ultraschalluntersuchungen in der Medizin, speziell in der Frauenheilkunde und der Geburtshilfe, die als unverzichtbar eingestuft werden müssen, sollen hier keine Ausführungen folgen, an die Anfänge und Pioniere dieser fetalen Untersuchungstechnik Mitte der 1960er Jahre wird allerdings wenig erinnert. Diese besondere Ultraschallsonde von 1989 soll dazu anregen, sich die Entwicklung von den „Geräteungetümen“ der 1970er Jahre, die C-Bogen-Röntgengeräte ähnelten, bis zu den heutigen Tablet-basierten tragbaren Ultraschallgeräten vor Augen zu führen.

Objekt des Monats Mai

1906, bei der Eröffnung des Rudolf-Virchow-Krankhauses, sprach man in den Zeitungsberichten wegen der gelungenen Gestaltung der parkähnlichen Anlage von der „Gartenstadt für Kranke“. Wie alte Fotos zeigen, gehörten auch zahlreiche weiße Sitzbänke entlang der damals als Haupt-, heute als Mittelallee bezeichneten zentralen Achse des Klinikums dazu.

Parkbänke laden zum Verweilen, zum Ruhe finden ein, sie erfüllen somit quasi auch einen therapeutischen Zweck. Heute sind mehr als ein Dutzend dieser aus massivem Holz gefertigten Bänke jeweils paarweise gegenüberstehend auf der Mittelallee verteilt. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich darunter noch Exemplare der „Erstausstattung“ von 1906 befinden; in Größe, Form und Design ähneln sie diesen Vorläufermodellen aber sehr und bieten drei bis vier Personen bequem Platz.

Vor allem an sonnigen Nachmittagen sind viele Bänke besetzt. Unter den Verweilenden könnten angesichts der aktuellen Weltlage auch Patienten oder Besucher sein, denen Zeilen aus Mascha Kalékos (1907-1975) Gedicht „Auf einer Bank“ in den Sinn kommen: „In jenem Land, das ich einst Heimat nannte, / Wird es jetzt Frühling wie in jedem Jahr…“.

Objekt des Monats Juni

Ein alter Briefumschlag als Objekt des Monats?

Dieser für die interne Klinikpost gedachte Umschlag ist ein Viertel Jahrhundert und trägt ein heute nahezu vergessenes Logo.

Ein Logo ist ein grafisches Zeichen, das ein Krankenhaus oder eine Klinikgruppe repräsentiert und wesentlicher Bestandteil des visuelles Erscheinungsbildes ist. Ein Logo sollte verständlich, einfach, unverwechselbar, einprägsam sowie reproduzierbar sein und eine gewisse Symbolkraft haben.

Anhand von Operationsberichten aus den letzten 25 Jahren lassen sich die Wechsel bei den Logos bzw. Briefköpfen des Virchow-Klinikums relativ gut rekonstruieren: Im Mai 1995 wurde ein schlichter Briefkopf mit dem Kürzel „FU“ für Freie Universität Berlin, zu der das Virchow-Klinikum zunächst gehörte, durch das Logo einer stilisierten grünen Baumallee (nämlich der Mittelallee in perspektivischer Sicht), die ein V für Virchow-Klinikum bildet, abgelöst. Dieses Logo befindet sich in der schwarz/weiß-Version auf dem Briefumschlag für die sog. Hauspost („Durch Fach“) (Abb. 1). Ab Januar 1997 wurde dieses Logo zumeist durch eine C in der gleichen Größe ergänzt (Abb. 2), was wohl die Fusion von Charité und Virchow-Klinikum dokumentieren sollte. Schließlich wurde ab Februar der Schriftzug „Charité“ verwendet, der der namensgebenden Randbemerkung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. auf einer Cabinets-Ordre vom 9. Januar 1727 entlehnt ist: „Es soll das Haus die Charité heißen“ (Abb. 3). Ab Anfang 2004 wurde dieser durch das aktuelle „C-basierte“-Logo ersetzt.

Objekt des Monats Juli

Brunnen mit 4 Widderköpfen von Georg Wrba

Der Berliner Stadtbaurat Ludwig Hoffmann suchte 1905 für seine Berliner Bauten in ganz Deutschland sog. Architekturbildhauer für das, was man heute „Kunst am Bau“ nennt. Im Frühjahr 1906 folge der 33jährige Georg Wrba (1872-1939) dem Ruf nach Berlin. Er schuf für zahlreiche Bauten Hoffmanns in Berlin sog. Bauplastiken. Im Rudolf-Virchow-Krankenhaus gestaltete er u.a. das Innere der im zweiten Weltkrieg zerstörten Kapelle, die kleinen Reliefs über den Eingangstüren der Krankenpavillons, von denen heute nur noch fünf zumindest zum Teil erhalten sind, und vor allem die drei sehr schönen Brunnen im historistischen Stil: Einen am Beginn der Mittelallee, zwei nahezu spiegelbildlich gestaltet im Innenhof des jetzigen Dt. Herzzentrums. Diese sind wahrscheinlich aus Muschelkalkstein und tragen quasi „als Krone“ einen nun schon patinierten kräftigen Kupferring mit vier Widderköpfen.

Objekt des Monats August

Vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle schon auf ein Naturdenkmal auf dem Gelände des CVK hingewiesen, nämlich auf die ca. 130 Jahre alte Platane. Etwa 500 m entfernt von dieser, im Hofbereich der ehemaligen Zahnklinik, befindet sich noch zweiter imposanter Baum, der ebenfalls als Naturdenkmal ausgewiesen ist – eine inzwischen über 110 Jahre alte Kastanie, die also, wie die Platane auch, schon dort gestanden hat, als das Rudolf-Virchow-Krankenhaus 1906 eröffnet wurde. Wie auf dem dazugehörigen Schild des Naturschutzamtes zu lesen ist, können solche Rosskastanienbäume „unter günstigen Bedingungen“ bis zu 300 Jahre alt werden. Aktuell hat der Baum unmittelbar über dem Erdboden einen Stammumfang von 4,40 m, das entspricht einem Durchmesser von 1,40 m.

Es ist zu hoffen, dass sowohl Kastanie als auch Platane die derzeit in ihrer Nähe anlaufenden, umfangreichen Bauarbeiten unbeschadet überstehen.

Objekt des Monats September

Objekt des Monats ist diesmal ein Haus, das es seit einigen Tagen nicht mehr gibt, denn das historische Gebäude wurde zwischen Juni und August 2022 abgerissen. 

Charité-intern wurde das Haus als „Fehrenbach-Villa“ bezeichnet. Es stand auf dem Campus Virchow-Klinikum, nur einen Steinwurf entfernt vom Eingang Nordufer, und trug die Geländeadresse Südring 10.

In der RVK-Chronik von 1966 heißt es dazu, dass dieses sog. Kleine Obduktionshaus die letzte Verbindung zwischen RVK [Rudolf-Virchow-Krankenhaus] und RKI [Robert-Koch-Institut] gewesen sei, in dem früher die Infektionsleichen obduziert worden waren. Es wurde später nur noch als bakteriologisches Labor benutzt. Die enge Verbindung zwischen RKI und RVK, die eine Idee von Robert Koch gewesen war, wurde nach dem Ende des II. Weltkrieges immer lockerer. 

Der interne Name „Fehrenbach-Villa“ geht vermutlich auf den RKI-MikrobiologenFranz-J. Fehrenbach zurück, der in den 1980er Jahren gemeinsam mit RVK-Kollegen geforscht und publiziert hatte. Die drei Fotos zeigen die Abrissarbeiten im August 2022 (Fotos: M. David).

Das frei gewordenen Gelände gehört zum Baufeld, auf dem das Deutsches Herzzentrum der Charité (DHZC) errichtet wird.

Virchow-Symposium der Frauenkliniken vom 6. Oktober 2021

M. Mangler: "Einführung – Rudolf Virchow und die Berliner Geburtshülfliche Gesellschaft"
A. D. Ebert: "Das Weib ist eben Weib nur durch seine Generationsdrüse – Rudolf Virchow und die Frauenheilkunde"
Th. Schnalke: "Rudolf Virchow und sein (Medizinhistorisches) Museum"
M. David: "Medizin im Großen – Rudolf Virchow als Kommunal- und Sozialpolitiker"

SCHULD. TRADITION. VERANTWORTUNG.

Erhältlich im be.bra Verlag

Die universitäre Frauenheilkunde in Berlin während des Nationalsozialismus.

Auch Medizin ist Teil der Zeitgeschichte. Das Fach Frauenheilkunde ist in besonderer Weise dafür prädestiniert, die Rolle von Ärzten bei der Umsetzung des Gesetzes zur Zwangssterilisation "Erbkranker" zu erforschen. Die Beiträge in diesem Band widmen sich aus verschiedenen Perspektiven den Komplexen Schuld, Tradition und Verantwortung am Beispiel der Charité, ihrer beiden Frauenkliniken und von Medizinern aus ihrem Umfeld in den Jahren 1933 bis 1945. Dabei geht es um die Aufarbeitung historischer Ereignisse und Zusammenhänge, aber auch um die Möglichkeiten und Grenzen widerständigen Handelns in der Diktatur und um die Bedeutung des Erinnerns für die gegenwärtige klinische Medizin.


Mit Beiträgen von Matthias David, Fritz Dross, Andreas D. Ebert, Wolfgang Frobenius, Hanfried Helmchen, Tobias Korenke, Hans-Joachim Lang, Susanne Michl, Volker Roelcke, Sabine Schleiermacher, Mathias Schmidt, Jalid Sehouli, Jacqueline Turek, Hendrik Uhlendahl und Jens Westemeier.

 

Zum be.bra Verlag: hier klicken.

„Schuld, Tradition und Verantwortung“: Symposium zur Rolle der Frauenheilkunde im Nationalsozialismus

Wie haben sich Berliner Ärzte für Frauenheilkunde im Nationalsozialismus verhalten? Welche Rolle spielten die Charité als Institution und die Fachgesellschaften? In einem Online-Symposium der Charité-Klinik für Gynäkologie gehen Expertinnen und Experten der Medizingeschichte, Fachärzte für Gynäkologie und für Psychiatrie den Fragen zu Schuld, Tradition und Verantwortung nach.

Im Namen der Wissenschaft wurden zwischen 1933 und 1945 Grenzen der Ethik und Menschlichkeit überschritten. Wie haben Angehörige der Charité und der Universitätsfrauenklinik die nationalsozialistische Gesundheitspolitik unterstützt und beeinflusst? Und welche Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft entsteht aus dieser Vergangenheit? Am Beispiel der Gynäkologen Percival Treite, Walter Stoeckel und Georg August Wagner werden Fragen von persönlicher sowie institutioneller Täterschaft und Verantwortung beleuchtet. Gedanken zu ethischem Handeln und gesellschaftlicher Verantwortung von Medizinerinnen und Medizinern schließen das Symposium ab. Das Grußwort spricht Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie Virchow-Klinikum, führt durch das Symposium.

Das Symposium mit begleitendem Tagungsband versteht sich als Beitrag zum Projekt „GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung“. Mit diesem Projekt setzt sich die Charité öffentlich mit ihrer Geschichte auseinander und will so auch den Dialog über die Verantwortung der Medizin und der Wissenschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anregen.

Die digitale Veranstaltung fand am Montag, den 10. Mai, von 16:30 bis 21:00 statt. Von der Veranstaltung wird ein Video-Mitschnitt online auf der Webseite  zur Verfügung gestellt. Sie können die Beiträge ansehen, indem Sie auf die einzelnen Bilder klicken.

Zum GeDenkOrt.Charité: https://gedenkort.charite.de/

Online-Symposium der Charité-Frauenklinik - Videos

Grußworte Prof. Jalid Sehouli Klinik für Gynäkologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum Prof. Wolfgang Henrich Kliniken für Geburtsmedizin, CVK/CCM Prof. Jens-Uwe Blohmer Kliniken für Geburtsmedizin, CVK/CCM Prof. Heyo K. Kroemer Vorstandsvorsitzender der Charité
Die Charité im „Dritten Reich“ Prof. Sabine Schleiermacher, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité
Schuld und Täterschaft – Schicksal oder freie Entscheidung? Das Beispiel des Ravensbrücker Lagerarztes Percival Treite (1911-1947) Jaqueline Turek / Mathias Schmidt, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, RWTH Aachen
„Meine in Auschwitz angefertigten Röntgenaufnahmen hat Professor Wolff aus Berlin am 7. oder 8. Januar 1945 in Berlin gesehen.“ Beispiele für Carl Claubergs (1898 – 1957) Zwangssterilisationen in Block 10 Prof. Hans-Joachim Lang, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen
Im Schatten der Universitäts-Frauenklinik? Georg August Wagner (1873-1947) und die Charité-Frauenklinik Prof. Andreas D. Ebert, Praxis für Frauengesundheit, Berlin
„… daß wir nicht geboren sind glücklich zu sein, sondern um unsere Pflicht zu erfüllen …“ Biographische Anmerkungen zu Walter Stoeckel (1871–1961) Prof. Matthias David, Klinik für Gynäkologie, CVK
„Wir können ihr Geschick nicht wenden“ – die Ausgrenzung und Vertreibung jüdischer Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie Priv. Doz. Wolfgang Frobenius / Prof. Fritz Dross, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Warum an die eugenisch-präventive Sterilisation erinnern? Prof. Hanfried Helmchen, ehem. Klinik für Psychiatrie, FU Berlin
Ethische Implikationen und Schlussfolgerungen heute Prof. Susanne Michl, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité
Resümee und Verabschiedung Prof. Jalid Sehouli, Klinik für Gynäkologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum