Informationen zu gynäkologischen Sarkomen

Bei Sarkomen handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung, die im gesamten Körper auftreten kann. Sarkome des weiblichen Genitaltraktes sind eine Unterfamilie der Weichteilsarkome und damit noch seltener.

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Gynäkologische Sarkome

Bei Sarkomen handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung, die im gesamten Körper auftreten kann. Sarkome des weiblichen Genitaltraktes sind eine Unterfamilie der Weichteilsarkome und damit noch seltener. Dieser Tatsache ist geschuldet, dass der behandelnde Arzt auf deutlich weniger Literatur und Leitlinien zurückgreifen kann, als dies bei häufigen Krebsarten wie Brustoder Lungenkrebs der Fall ist.

Noch weniger Informationen erhält schließlich die Patientin: Da Sarkome so selten sind, steht für sie auch kaum Aufklärungsund Informationsmaterial zur Verfügung. Diese Situation ist bedenklich, da Sarkome eine äußerst aggressive Tumorform darstellen, welche sowohl den behandelnden Arzt als auch die Patientin vor viele Probleme stellt. Wie bei allen anderen onkologischen Erkrankungen entstehen bei der Patientin Ängste und Fragen, denen nur mit Aufklärung und Information begegnet werden kann.


Sarkome sind in ihrer Tumorbiologie völlig anders, ihre medikamentöse und operative Behandlungsstrategie unterscheidet sich daher auch erheblich von den anderen bösartigen Tumoren.

Sarkome sind seltene Tumore und betreffen noch seltener die gynäkologischen Organe, wie die Gebärmutter und Eierstöcke. So erkranken in Deutschland jährlich etwa nur 200 bis 300 Frauen an einem Sarkom der Gebärmutter.

Daher ist eine besondere Erfahrung in der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge der Sarkome notwendig. Unsere Klinik hat sich seit Jahren schwerpunktmäßig mit dieser Erkrankung auseinandergesetzt. Hierbei werden alle Therapiestrategien in einem Netzwerk von Spezialisten der Krebsmedizin (Onkologie), Krebsmedizin der Frau (Gynäkologische Onkologie), Chirurgie und Pathologie entsprechend den neuesten Daten der Wissenschaft und den internationalen Standards mit der Patientin diskutiert und an die individuelle Situation der Frau angepasst. Dieses Vorgehen ist unabdingbar, da ansonsten Fehltherapien mit erheblichem Nachteil auf die Gesamtprognose resultieren!

Sarkome sind keine einheitliche Gewebegruppe, die detaillierte feingewebliche Untersuchung des Tumorgewebes unterscheidet folgende Typen:

  • Leiomyosarkome
  • Stromasarkome
  • Adenosarkome
  • Karzinosarkome.


Auf Basis verschiedener Studien ist seit einiger Zeit bekannt, dass Karzinosarkome nicht in die Gruppe der Sarkome gehören, da sie sich sowohl in der Krebsentstehung als auch in ihrem tumorbiologischen Verhalten erheblich von den Sarkomen unterscheiden.

Bei den Karzinosarkomen liegen beide Gewebetypen gleichzeitig vor, wobei diese als entdifferenzierte Tumore zu deuten und durch eine besondere Aggressivität charakterisiert sind. Dabei ist die Lokalisation des Karzinosarkoms besonders wichtig, da Karzinosarkome der Gebärmutter anders behandelt werden sollten als z.B. ein Karzinosarkom des Gebärmutterhalses. Karzinosarkome können auch in den Eierstöcken und im Eileiter vorkommen, andere Sarkome sind in dieser Lokalisation sehr, sehr selten.

Bei den Leiomyosarkomen oder Adenosarkomen hat die Lokalisation keine so entscheidende Bedeutung, die Behandlungen unterscheiden sich aber schon bei den operativen und medikamentösen Strategien.

Stromasarkome der Gebärmutter haben im Allgemeinen von den hier aufgeführten Tumoren die beste Gesamtprognose, wobei neben dem Allgemeinzustand die Tumorgröße und das Tumorstadium bei allen Tumoren die wichtigsten Prognosefaktoren darstellen.

Ursachen und Risikofaktoren

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Diagnostik

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Therapie

Wichtig bei der Therapieplanung ist stets die detaillierte Erarbeitung eines Gesamtkonzepts, was die einzelnen operativen Prozeduren, die systematische Aufarbeitung des Tumorgewebes, aber auch die Diskussion möglicher, an das individuelle Risiko orientierter Anschlusstherapien, wie Chemo- und Hormon- bzw. Strahlentherapien oder neuester sog. zielgerichteter Krebstherapien einschließt. Hierbei unterscheiden sich die Therapieschemata bei den verschiedenen Tumortypen und den individuellen Situationen erheblich. So sind z.B. die Platinsubstanzen (z.B. Carboplatin) bei Karzinosarkomen wirksam, bei Leiomyosarkomen aber unwirksam. 

Seit einigen Jahren steht auch eine wirksame Behandlung bei Wiederauftreten der Erkrankung (Leiomyosarkom) mit einer neuartigen Substanz, dem Trabectedin, die aus der Seescheide gewonnen wird, zur Verfügung.

Neue zielgerichtete Therapien konzentrieren sich auf bestimmte Zellwege, und nicht wie die klassischen Chemotherapeutika auf die Zellteilung. Auch die Nebenwirkungen sind im Vergleich zu Chemotherapien unterschiedlich.

Gerne beraten wir Sie über alle Schritte der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge.

Nachsorge

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Sarkome der Frau: 100 Fragen – 100 Antworten

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Jalid Sehouli

Leiter Gynäkologisches Tumorzentrum und Eropäisches Kompetenzzentrum Eierstockkrebs