Informationen zu Dysplasie

Unter der Bezeichnung Dysplasie verstehen wir in der Frauenheilkunde Fehlbildungen des Gewebes am Gebärmutterhals, in der Scheide und an den Schamlippen. Eine Dysplasie wird auch als Krebsvorstufe bezeichnet. Es handelt sich also um nicht-bösartige Zellveränderungen, die sich im Laufe von Jahren jedoch zu bösartigen Zellveränderungen, also zu einer Krebserkrankung, entwickeln können.

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Was ist HPV?

Die häufigste Ursache für Gewebeveränderungen (Dysplasien) am Gebärmutterhals (selten auch an Scheide oder Analbereich) ist eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV).

Es gibt unterschiedliche HPV-Typen. Einige verursachen gutartige Genitalwarzen (Condylome). Andere (sog. Hochrisiko-HPV Typen) wiederum können zu Dysplasien und nach Jahren auch zu Krebs am Gebärmutterhals (oder seltener an Scheide oder Anus) führen.

Infektionen mit verschiedenen HPV-Typen sind sehr häufig. Die Viren werden beim Sexualkontakt übertragen.

In der Regel heilt die Infektion von selbst aus.

Bleibt eine Infektion mit Hochrisiko-HPV allerdings bestehen, können über die Jahre Gewebeveränderungen entstehen.

Dabei handelt es sich zunächst um gutartige Krebsvorstufen, die in verschiedenen Schweregraden auftreten können, meist gut behandelbar sind oder sogar von selbst ausheilen können.

Symptome

Sowohl eine Hochrisiko-HPV Infektion, als auch die unterschiedlichen Schweregrade einer Dysplasie des Gebärmutterhalses verlaufen in der Regel asymptomatisch. An der Scheide und am Analbereich kann es im Rahmen von Gewebsveränderungen zu weißlichen Auflagerungen kommen.

Beim Vorliegen von Genitalwarzen handelt es sich meistens um eine Infektion mit Niedrigrisiko-HPV Typen.

Risikofaktoren

Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor für HPV-Infektionen und nachfolgende Dysplasien. Je stärker der Tabakkonsum, desto höher ist auch das Risiko für eine Gewebeveränderung.

Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist ein geschwächtes Immunsystem (z.B. durch Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten, oder Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen).

Vorsorge

1 Pap-Abstrich

Um Gewebeveränderungen frühzeitig erkennen zu können, werden in der Routinevorsorge beim sog. „Abstrich“ Schleimhautzellen von Muttermund und Gebärmutterhals entnommen. Diese Abstriche werden unter dem Mikroskop untersucht, und können Hinweise auf Dysplasien ergeben, die weiter abgeklärt werden müssen.

 

2 HPV-Abstrich

Ab dem Alter von 35 Jahren wird in der Routinevorsorge zusätzlich ein HPV-Abstrich entnommen, um die Detektion von Gewebsveränderungen zu verbessern.

Untersuchung

1 Kolposkopie

Wenn der Frauenarzt oder die Frauenärztin einen auffälligen Pap-Abstrich festgestellt hat, wird mittels Kolposkopie der Gebärmutterhals nach Gewebeveränderungen untersucht. Ein Kolposkop ist wie eine Lupe mit Beleuchtung, mit der man den Gebärmutterhals (und ggf. auch Scheide und Analbereich) sehr genau untersuchen kann. Durch einen Farbtest können Gewebeveränderungen sichtbar gemacht werden.

 

2 Gewebeprobe

Wenn eine Gewebeveränderung zu sehen ist, werden während der Untersuchung kleine Gewebeproben entnommen. Dieses Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. Je nach Befund wird entschieden, ob eine weitere Behandlung nötig ist.

Schweregrade der Dysplasie

1 Leichte Dysplasie (CIN I)

Hierbei handelt es sich um eine geringe Gewebeveränderung. Meist bildet sie sich im Verlauf zurück. Fast immer sind Verlaufskontrollen ausreichend.

 

2 Mäßige Dysplasie (CIN II)

Es handelt sich um eine mittelgradige Gewebeveränderung, die sich etwas bei der Hälfte der Betroffenen wieder zurückbildet. In vielen Fällen ist eine Verlaufskontrolle ausreichend. In einigen Fällen kann auch eine Behandlung sinnvoll sein.

 

3 Schwere Dysplasie (CIN III)

Hierbei handelt es sich um eine schwere Gewebsveränderung. In ca. einem Drittel der Fälle kann sich eine schwere Dysplasie zurückbilden. Unbehandelt besteht das Risiko der Krebsentstehung, daher ist eine Behandlung empfohlen. Dennoch kann bei Patientinnen <25 Jahren oder bei Schwangeren eine Verlaufskontrolle sinnvoll sein.

Behandlung

Konisation

Sollte eine schwere Dysplasie nachgewiesen werden, kann die Ärztin oder der Arzt die erkrankten Stellen am Gebärmutterhals in einer kurzen Operation sicher und gewebeschonend entfernen. Diese Operation heißt Konisation. Es wird ein kegelförmiges Gewebsstück mittels Elektroschlinge aus dem Gebärmutterhals entfernt.

Innerhalb von vier bis sechs Wochen heilt die entstandene Wundfläche ab.  

Impfung

Nach Entfernung des erkrankten Gewebes ist Ihr Gebärmutterhals mit großer Wahrscheinlichkeit virusfrei. Eine HPV-Impfung kann das Risiko einer erneuten Infektion senken. Wir beraten Sie, wann eine Impfung für Sie sinnvoll ist.

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