Eine Ärztin und eine Patientin sitzen sich im Gespräch gegenüber

PRO B

Patient-Reported Outcomes Breast Cancer

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Patient-Reported Outcomes Breast Cancer

Brustkrebs stellt für Frauen weltweit nach wie vor die häufigste Krebsart und die häufigste krebsbedingte Todesursache dar. Trotz aller Fortschritte in der Behandlung der Erkrankung entwickelt ein nicht unerheblicher Teil der Betroffenen im Verlauf Metastasen. Diese machen die Erkrankung derzeit unheilbar und verändern neben der Lebenssituation der Erkrankten auch den therapeutischen Ansatz grundlegend. Im Vordergrund der Behandlung steht nun nicht mehr die Heilung als vielmehr die Kontrolle des Tumors und die damit verbundene Verlängerung des Überlebens unter gleichzeitiger Kontrolle etwaiger Nebenwirkungen der Therapie. Ziel ist es ebenso, die bestmögliche Lebensqualität über einen möglichst langen Zeitraum zu erhalten. Die Betreuung der Betroffenen stellt jedoch aus vielerlei Hinsicht eine Herausforderung an die gesamte klinische Versorgung dar. Aus medizinischer Sicht bestehen keine kurativen Behandlungsoptionen, sodass ein Krankheitsprogress im Verlauf unausweichlich ist. Zudem sinkt mit jeder Änderung des Therapieschemas bei refraktärer Erkrankung die Wahrscheinlichkeit des Ansprechens, was zu einer enormen psychischen und emotionalen Belastung führen kann, die wiederum erheblicher Betreuungs- und Vorsorgemaßnahmen bedarf. Die Kombination aus hoher Krankheitslast der Betroffenen, hoher Belastung des Behandlungsteams aufgrund der Komplexität der Erkrankung und der ebenfalls hohen finanziellen Erfordernisse machen Neuerungen in der Versorgung der an einem metastasierten Mammakarzinom Erkrankten dringend notwendig.

Unser Ziel ist es, eine auf die Betroffenen zentrierte Behandlung zur Optimierung des Verhältnisses von Überleben und Lebensqualität unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Ressourcen zu schaffen. Einen möglichen Ansatz hierfür stellt die Nutzung sog. Patient Reported Outcome Measures (PROMs) dar, die eine Bewertung etwaiger Beschwerden aus Patient*innensicht ohne eine zwischengeschaltete Instanz ermöglichen. Krankheitsbezogene Beschwerden können so mit geringem personellen Aufwand und durch die Nutzung mobiler Endgeräte genau und in Echtzeit abgebildet werden. Außerdem ermöglichen PROMs die frühzeitige Abbildung akuter Verschlechterungen des Allgemeinzustands aufgrund einer möglichen Krankheitsprogression oder durch Nebenwirkungen der Tumortherapie. Neuere Forschungsergebnisse konnten zeigen, dass durch ein intensiviertes Monitoring mittels PROMs nicht nur eine Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch die Verlängerung des Überlebens und die Reduktion ungeplanter Krankenhaus- und Rettungsstellenaufenthalte erreicht werden konnten. Mit PRO B werden diese Ergebnisse für das metastasierte Mammakarzinom in Deutschland genauer untersucht. Unter Zunahme eines IT-basierten intensivierten PRO-Monitorings baut die neue Versorgungsform auf die bestehende und in Deutschland bereits flächendeckend vorhandene Infrastruktur der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und OnkoZert auf, sodass sie im Falle eines positiven Effekts einfach in die bestehenden Versorgungsstrukturen implementiert werden kann.

Projektleitung
Dr. med. Maria M. Karsten

Konsortium
Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin
BARMER
BKK VBU
DAK Gesundheit
OnkoZert GmbH

Förderung
Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses

Fördersumme
4.800.000 €