Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs

HP-Viren

Wie alle Krebsarten wird auch Gebärmutterhalskrebs von mehreren Ursachen ausgelöst, die unter bestimmten Bedingungen zusammen zu einer Zellentartung führen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten, heute bekannten Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs.

Infektion mit humanen Papillomviren (HPV)

HPV ist sehr weit verbreitet: Mehr als die Hälfte aller Frauen und Männer sind im Laufe ihres Lebens einmal damit infiziert. Der Hauptübertragungsweg ist der Geschlechtsverkehr. In den allermeisten Fällen hat eine HPV-Infektion kaum gesundheitliche Auswirkungen, da das Immunsystem das Virus erfolgreich bekämpft. Rund 130 Typen dieser Viren sind heute bekannt, aber nur etwa 20 HPV-Typen tragen zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bei. In fast allen Gewebeproben von bösartigen Gebärmutterhalstumoren lassen sich die Viren nachweisen - in rund 70 Prozent sind dies die beiden Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18.

Aus einer HPV-Infektion entwickelt sich aber nur dann Krebs, wenn diese über einen langen Zeitraum besteht (Persistenz). Dies ist vergleichsweise selten: Rund eine von hundert Frauen, die mit einem hochriskanten HPV-Typ infiziert sind, erkrankt im Durchschnitt nach etwa 15 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Aber das lebenslange Risiko an einer Krebsvorstufe zu erkranken liegt bei 10 Prozent, also genauso hoch wie für Brustkrebs: 1 von 10 Mädchen wird in Ihrem Leben eine Krebsvorstufe am Gebärmutterhals entwickeln, die behandelt werden muss. Seit 2006 gibt es in Deutschland eine prophylaktische Impfung gegen die Infektion mit humanen Papillomviren, um vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen und mit der Impfung kann das lebenslange Risiko für die Entwicklung einer Krebsvorstufe von 1:10 auf 1:100 reduziert werden.

Der lange Zeitraum der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs von der Infektion über die Krebsvorstufen zum Krebs bietet die Chance, dass Vorstufen der Erkrankung rechtzeitig erkannt werden und das erkrankte Gewebe durch eine Konisation entfernt werden können.

Weitere Risikofaktoren

Rauchen: Das Risiko von Raucherinnen, an einem Zervixkarzinom zu erkranken, ist 60 Prozent höher als das von Nichtraucherinnen. Das Risiko steigt, je früher mit dem Rauchen begonnen wurde und je mehr Zigaretten pro Tag konsumiert werden. HPV-Infektionen bleiben bei Raucherinnen länger bestehen, deshalb steigt das Risiko für eine krebsauslösende, persistierende Infektion.

Andere Infektionen im Genitalbereich: Wenn bereits eine Infektion mit einem hochriskanten HPV-Typ vorliegt, können andere, sexuell übertragbare Erreger wie Herpes simplex 2, HIV oder Chlamydien das Risiko weiter erhöhen. Kondome helfen, die Ansteckung mit diesen Erregern zu vermeiden.

Pille: Hormonelle Verhütungsmittel, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, erhöhen das Risiko.

Geschwächtes Immunsystem: Wenn in Folge einer AIDS-Erkrankung oder der Einnahme immununterdrückende Medikamente das Immunsystem geschwächt ist, kann sich der Körper nicht gut gegen eine HPV-Infektion wehren. Damit steigt auch das Risiko einer chronischen Infektion und letztlich das Krebsrisiko.

Schwangerschaft: Jede Geburt erhöht in Kombination mit einer HPV-Infektion das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Es ist nicht klar, ob dies durch Verletzungen und anschliessende Heilungsprozesse am Gebärmutterhals ausgelöst wird.

Zu betonen ist allerdings, dass die Forschung heute weder alle Risikofaktoren noch deren genaue Interaktion untereinander kennt. Es ist wahrscheinlich, dass die kommenden Jahre erheblich weitergehende Erkenntnisse hervorbringen werden.

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link im aktuellen FensterAusführliche Informationen zur HPV-Impfung

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