Klassifikation von Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs

Für die Planung einer individuellen Therapie ist es wichtig, möglichst viele Informationen über den Tumor zu ermitteln und dessen "Identität" möglichst genau zu beschreiben. Zu den wichtigsten Möglichkeiten der Klassifikation gehören die hier beschriebenen:

CIN-Einteilung

Die histologische Klassifikation ergibt sich aus der Untersuchung einer Gewebeprobe, die während einer Kolposkopie, Kürettage oder Hysteroskopie entnommen wird. Beschrieben wird dabei zunächst der Ausgangsort des Tumors. Plattenepithel oder Drüsenepithel können der Ausgangsort von Krebsvorstufen oder Krebs sein. Bei den Krebsvorstufen wird der Grad der krankhaften Veränderung der Zellen mit der Einteilung von CIN I bis CIN III charakterisiert. CIN steht für "cervikale intraepitheliale Neoplasie". Zellveränderungen bei  CIN I und II können sich von selbst zurückbilden. CIN III stellt dagegen eine sogenannte obligate Präkanzerose dar. Das heißt, mehr als 30 Prozent aller CIN III-Befunde entwickeln sich innerhalb mehreren Jahren zu einer Krebserkrankung. Die Kategorie CIN III beinhaltet das biologische Verhalten eines so genannten Carcinoma in situ (CIS). Wörtlich übersetzt ist ein CIS ein "Krebs am Ort": Der Tumor ist auf die oberste Schleimhautschicht (Epithel) beschränkt, er wächst also nicht-invasiv und bildet keine Metastasen. Überschreitet das CIS die Epithelgrenze hat er sich zu einem invasiven Tumor entwickelt.

TNM-System

Das so genannte TNM-System erfasst die örtliche Ausdehnung des Tumors (T), den Lymphknotenbefall (N) und Metastasen (M). Ziffern hinter den Buchstaben konkretisieren Größe und Ausdehnung des Tumors (T1-4), Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0-3) sowie das Fehlen oder Vorhandensein von Metastasen (M0 oder M1). Die TNM-Angabe kann durch weitere Unterscheidungen ergänzt werden, etwa zur Ausbreitung der Krebszellen in den Lymphbahnen und Blutgefäßen. Auf Basis der Voruntersuchungen wird eine TNM-Einstufung vorgenommen. Die genaue Beurteilung dieser Merkmale ist aber erst nach einer Operation möglich. Diese postoperative Klassifizierung erkennen Sie an einem jeweils vorangestellten "p", also beispielsweise pT3pN1M1.

FIGO-System

Für das Zervixkarzinom und andere gynäkologische Tumoren kommt außerdem eine weitere Klassifikation zum Einsatz, die FIGO-Klassifikation. Sie korrespondiert weitgehend mit dem TNM-System, basiert aber nicht auf einem operativen Ergebnis, sondern auf der klnischen Einschätzung der Untersucher.

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