Was ist Eierstockkrebs?

Was sind die Eierstöcke und welche Funktion haben sie?

Die Eierstöcke (Ovarien) liegen zu beiden Seiten der Gebärmutter seitlich an der Beckenwand. Wie die Gebärmutter (Uterus), die Eileiter (Tube) und die Scheide (Vagina) zählen sie zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen (Genitale). Die Eierstöcke haben zwei wesentliche Funktionen: Zum einen produzieren sie Eizellen, die während des Eisprungs über die Eileiter in die Gebärmutter wandern. Wird das gesprungene Ei auf seinem Weg von einem Spermium befruchtet, nistet es sich in der Gebärmutter ein und entwickelt sich dort zum Embryo.

Zum anderen produzieren die Eierstöcke weibliche Geschlechtshormone, hauptsächlich Östrogene, Gestagene und Androgene. Damit üben sie eine entscheidende Funktion für den weiblichen Hormonhaushalt aus. In den Wechseljahren (Klimakterium) stellen die Ovarien ihre hormonelle Funktion ein - die Menopause, also das Ausbleiben der Monatsblutung, wird damit ausgelöst. Wechseljahrsbeschwerden wie unregelmäßige Blutungen, Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen können die Folge dieser Umstellung sein.

Man unterscheidet Tumoren, die vom Oberflächenepithel des Eierstocks oder des Eileiters ausgehen (Ovarialkarzinom, häufigste Form) von Tumoren, die von den Keimzellen des Eierstocks (Keimzelltumoren) ihren Ursprung nehmen, sowie von Tumoren, die vom Eierstocksbindegewebes (Keimstrang-Stromatumoren) ihren Ausgang nehmen. Ovarialkarzinome mit niedrigem biologischen Potential (Borderline-Tumor) stellen eine Sonderform des Ovarialkarzinoms dar.

Frauen mit der Diagnose Keimzelltumor, Keimstrang-Stromatumor oder Borderline-Tumor haben eine bessere Heilungschance als Frauen mit Ovarialkarzinom und erhalten eine modifizierte chirurgische und medikamentöse Behandlung.

Wie häufig ist Eierstockkrebs und was sind die Ursachen?

2006 wurden in Deutschland bei etwa 9.600 Frauen Eierstockkrebs festgestellt. Damit ist diese Krebsart die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Typischerweise tritt ein Ovarialkarzinom bei älteren Frauen auf, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei über 60 Jahren. Aber auch jüngere Patientinnen können betroffen sein.

Wie bei vielen Krebsarten sind die Ursachen für Eierstockkrebs noch nicht endgültig geklärt. Bekannt sind aber einige Risikofaktoren. Dazu zählen höheres Alter, Umwelteinflüsse, Ernährungsgewohnheiten, Unfruchtbarkeit und Kinderlosigkeit. Dagegen senken vermutlich frühe Schwangerschaften und viele Geburten, aber auch die langjährige Einnahme der Pille das Risiko.

Bestimmte Genveränderungen (Mutationen) erhöhen das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken: Frauen, die das BRCA-1-Gen tragen, erkranken sehr viel häufiger an Brust- und Eierstockkrebs als Frauen ohne dieses Gen. Eine weitere erbliche Disposition stellt das Gen BRCA-2 dar - das damit verbundene Erkrankungsrisiko für ein Ovarialkarzinom ist aber geringer als bei BRCA-1.

Unsere Klinik ist eines von deutschlandweit 12 Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs, in dem wir Ratsuchende beraten und behandeln. Wenn Sie Fragen zu erblichem Brust- und Eierstockkrebs haben, wenden Sie sich bitte an unsere Hotline (siehe rechts).

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