Targeted therapies bei Brustkrebs

Zielgerichtete Therapie: Pfeile im Ziel

Die Forschung weiß zunehmend mehr darüber, wie die Vermehrung und das Wachstum von Krebszellen abläuft. Dies bietet zugleich Ansatzpunkte für neue Therapien, die direkt in diese Mechanismen eingreifen. Diese präzise Wirkungsweise unterscheidet solche Therapien von eher unspezifisch wirkenden Chemotherapien - daher der Name "gezielte Therapien" (engl. "targeted therapies"). Dabei werden typischerweise die Signalketten, die das Wachstum von Krebszellen auslösen, mit bestimmten Stoffen (Antikörpern) unterbrochen.

Im Folgenden geben wir eine Übersicht über die derzeit wirksamsten Targeted therapies. Die weltweite Forschung, an der sich das Brustzentrum der Charité intensiv beteiligt, schreitet jedoch auch in diesem Bereich der Brustkrebstherapien kontinuierlich voran. Auch die Kombination von zielgerichteten Therapien mit klassischen Behandlungen wie der Chemotherapie wird ständig weiterentwickelt.

Trastuzumab

Ein Medikament dieses Typs ist der so genannte monoklonale Antikörper Trastuzumab. Dieser blockiert den HER2-Rezeptor auf der Oberfläche von Krebszellen, der das Wachstum dieser Zellen vermittelt. Trastuzumab kann bei ca. 20 Prozent aller Brustkrebs-Fälle (so genannte Her2-positive Tumoren) eingesetzt werden, denn bei diesen findet sich der Her2-Rezeptor deutlich zahlreicher als auf normalen Zellen. Der Einsatz von Trastuzumab ist umso wichtiger, als Her2-positive Tumoren typischerweise aggressiv wachsen.

Trastuzumab wird heute bei Her2-positivem Brustkrebs eingesetzt, bei dem entweder auch eine Chemotherapie indiziert ist oder wenn bereits Metastasen gebildet wurden. Die Gabe wird mit einer Chemotherapie kombiniert und als Infusion verabreicht.

Da Her2-Rezeptoren in geringerem Umfang auch auf gesunden Zellen vorhanden sind, kann eine Trastuzumab-Therapie überschaubare Nebenwirkungen haben. Dazu können Grippe-Symptome (vom Fieber bis zum Kopfschmerz) zählen, aber auch Hautausschläge und seltener Allergien. Meist lassen sich diese Nebenwirkungen aber gut behandeln und klingen mit fortschreitender Therapie ab. Möglicherweise kann der Wirkstoff auch Herzprobleme auslösen - deshalb muss das Herz während der Therapie kontinuierlich überwacht werden.

Tyrokinase-Hemmer

Im Gegensatz zu Trastuzumab, das den Her2-Rezeptor an der Außenseite der Zelle blockiert, besetzen Tyrosinkinase-Hemmer den im Zellinneren liegenden Teil eines oder mehrerer Wachstums-Rezeptoren. Damit wird die Weiterleitung von Wachstumssignalen innerhalb der Krebszelle unterbrochen. Der heute wichtigste Tyrosinkinase-Hemmer ist Lapatinib.

Bevacizumab

Schließlich kommen heute Medikamente zum Einsatz, die die Fähigkeit eines Tumors unterbinden, neue Blutgefäße für seine Versorgung zu bilden. Dieser Vorgang wird auch "Angiogenese" genannt. Der Antikörper Bevacizumab  bindet an den vom Tumor ausgesandten Wachstumsfaktor VEGF, der diese Blutgefäßbildung anregt, und blockiert ihn. In der Folge werden keine Gefäße mehr zum Tumor hin gebildet, so dass dieser nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird und schrumpft.

Bevacizumab wird zusammen mit einer Chemotherapie bei metastasiertem Brustkrebs gegeben. Das Medikament kann das Tumorwachstum zeitweise aufhalten und Tumoren sogar verkleinern. Bevacizumab wird als Infusion verabreicht. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Bluthochdruck, Thrombosen und sehr selten Darmperforationen.

Weitere Informationen:

Öffnet externen Link im aktuellen FensterÜberblick der Deutschen Krebsgesellschaft

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