Strahlentherapie bei Brustkrebs

Sonnenstrahlen scheinen durch Hände

Auch mit einer Strahlentherapie sollen Brustkrebszellen so geschädigt werden, dass sie absterben. Mit hoch dosierter ionisierender Strahlung (z. B. Röntgenstrahlen) wird das Erbmaterial der bestrahlten Krebszellen angegriffen. Da ihr zelleigener Reparaturmechanismus nicht so gut ist wie bei gesunden Zellen, können die so entstandenen Schäden nicht behoben werden.

Die Strahlentherapie gehört mit der Operation und Medikamenten zu den häufigsten Therapien bei Brustkrebs. Zu welchem Zeitpunkt, mit welcher Dauer und mit welchen Dosen sie eingesetzt wird, ist sehr variabel. Häufig wird die Strahlentherapie nach der Operation (d.h. adjuvant) eingesetzt, um gegebenenfalls nicht entfernte Tumorzellen zu zerstören und so ein Wiederauftreten der Krankheit zu verhindern. Sie ist immer Bestandteil einer brusterhaltenden Operation, in seltenen Fällen auch einer Brustentfernung. Dann muss die Strahlentherapie oft mit einer möglicherweise ebenfalls durchgeführten Chemotherapie in Einklang gebracht werden. In wenigen Fällen wird diese Therapieform sogar ohne Operation eingesetzt.

Eine Strahlentherapie dauert typischerweise zwischen 4 und 6 Wochen. In dieser Zeit kommen die Patientinnen von Montag bis Freitag zu uns in die Klinik oder in eine Strahlentherapiepraxis zur Behandlung. Die einzelne Bestrahlung dauert nicht lange - von wenigen Minuten bis zu ca. einer halben Stunde.

In den meisten Fällen wird von außen bestrahlt. Eine inzwischen ausfeilte Technik stellt sicher, dass nur im gewünschten Areal die Strahlen ihre maximal zellschädigende Wirkung erreichen und das umliegende Gewebe geschont wird. In einigen Fällen wird diese externe Bestrahlung durch eine intraoperative Bestrahlung (Intraoperative Radiotherapie, kurz IORT) ergänzt. Dabei wird während der Operation das ehemalige Tumorgebiet mit einer sehr hohen Dosis ("Boost") bestrahlt und die Wunde dann verschlossen.

Mit der Strahlentherapie können Tumor-Areale heute sehr zielgenau getroffen werden, ohne etwa benachbarte Organe zu schädigen. Nebenwirkungen für den ganzen Körper werden kaum beobachtet, aber direkt im Strahlenfeld sind die Strahlen für die Haut sehr belastend. In einigen Fällen verursacht sie schmerzhafte Rötung bis hin zur Blasenbildung.

Die Medizin ist gegen diese und andere Nebenwirkungen heute aber nicht mehr machtlos - sie lassen sich zumindest lindern. Unser Brustzentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Beachtung und Bekämpfung von Nebenwirkungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Denn wir wissen, wie entscheidend das für die Lebensqualität unserer Patientinnen sein kann.

Weitere Informationen:

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Öffnet externen Link im aktuellen FensterLehrmodul "Therapie adjuvant" von Prof. Schneider (Expertenwissen im Überblick)

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