Chemotherapie bei Brustkrebs

Mit einer Chemotherapie sollen alle im Körper befindlichen Krebszellen zerstört werden. Sie gehört damit zu den systemischen - also den ganzen Körper betreffenden - Therapien. Die Medikamente hindern die Krebszellen an der Teilung, daher rührt auch ihr Name Zytostatika ("Zellteilungshemmer").

Brustkrebszellen vermehren sich vergleichsweise schnell. Deshalb sind Chemotherapeutika besonders wirksam gegen sie. Leider werden auch gesunde, schnell teilende Zellen angegriffen, etwa die Schleimhautzellen, und so Nebenwirkungen verursacht.

Es gibt eine Vielzahl von Chemotherapeutika, die sich u.a. in ihrem Angriffspunkt in den Zellen und ihrem Wirkmechanismus unterscheiden. Sie werden in Wirkstoffklassen eingeteilt – etwa die Taxane, die Anthrazykline oder die Alkylanzien. Innerhalb dieser Klassen existieren einzelne Wirkstoffe, die wiederum unter anderslautenden Handelsnamen erhältlich sind. Um die Wirkung einer Chemotherapie zu erhöhen, werden die Medikamente häufig in so genannten Regimes kombiniert. Beispiel: Das Regime FEC enthält die Wirkstoffkombination 5-Fluorouracil, Epirubicin und Cyclophosphamid.

Eine Chemotherapie wird immer individuell auf die Patientin und ihre Erkrankung angepasst. Sie kommt in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz – bei metastasierten Karzinomen genauso wie bei Karzinomen im Frühstadium. Typischerweise stellt sie eine vorherige (neo-adjuvante) oder spätere (adjuvante) Ergänzung zur Operation dar und kann dann als Zusatzbehandlung gesehen werden. Ist eine Erkrankung nicht mehr komplett heilbar, wird die Chemotherapie auch als palliative Behandlung eingesetzt.

Chemotherapeutika werden in mehreren (oft 4 bis 6) Zyklen gegeben – entweder über eine Armvene oder über einen Zugang zu einer Halsvene (Port). In selteneren Fällen können auch orale Chemotherapeutika eingesetzt werden. Ein Zyklus umfasst fast immer einen Tag, an dem die Medikamente verabreicht werden. Dazwischen liegen Pausen von einigen Tagen oder Wochen, die u.a. dazu dienen, dass sich die gesunden Zellen von der zellschädigenden Wirkung erholen können.

Aufgrund ihrer Wirkungsweise hat eine Chemotherapie fast immer Nebenwirkungen – wie ausgeprägt, hängt stark von der Art und Dosis der Medikamente, der Konstitution der Patientin und ihrer Erkrankung ab. Zu den typischen Nebenwirkungen zählen Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue), Blutarmut, Übelkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit, Schleimhautentzündungen im Mund und im Darm, Schmerzen beim Schlucken, Haarausfall, Immunschwäche, Gefühlsstörungen an Händen und Füßen (Neuropathie) oder Konzentrations- und Erinnerungsprobleme.

Die gute Nachricht: Die meisten Nebenwirkungen sind vorübergehend – und sie können mit einer begleitenden Therapie (Supportivtherapie) bekämpft werden. Viele Frauen mit Brustkrebs haben nicht nur Angst vor der Krankheit sondern auch vor ihrer Behandlung und dabei vor allem vor den Nebenwirkungen der Chemotherapie. Das wissen wir. Deshalb legen wir großen Wert darauf, Nebenwirkungen zu bekämpfen und nehmen uns Zeit, mit unseren Patientinnen darüber zu sprechen.

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