27.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Gelungener Jahresauftakt - erstes "Gynäkologen-Frühstück"

Charité

Mit einem "Gynäkologen-Frühstück" für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen startete die Klinik für Gynäkologie (CCM, CBF) ins neue Jahr. Spezialisten der Klinik präsentierten am 14. Januar den aktuellen Wissensstand zu einem breiten Spektrum aktueller Themen – vom familiären Brust-und Eierstockkrebs bis zur operativen und systemischen Therapie des Ovarialkarzinoms. Zwei Vorträge stehen online zum Nachlesen zur Verfügung.

Anhand eines Beispiels stellte Dorothee Speiser vom Interdisdisziplinären Brustzentrum den diagnostischen Pfad bei Verdacht auf eine familiäre Belastung für Brust- und Eierstockkrebs dar. Zum Prozedere gehört die Erstellung eines Familien-Stammbaums, in dem alle relevanten Krebserkrankungen im engeren Familienumfeld verzeichnet werden. In bestimmten Fällen kann sich eine genetische Testung auf die heute bekannten Risiko-Gene (v.a. BRCA1 und BRCA2) anschließen. Eingehend erläuterte Speiser die sich aus einer positiven Testung ergebende Risikoverteilung für die Familie in dem Beispiel. Für Frauen, die von einer Mutation betroffen sind, stehen heute chirurgisch präventive Eingriffe zur Risikoreduzierung zur Verfügung – etwa die prophylaktische bilaterale Salpingo-Oophorektomie und die prophylaktische bilaterale Mastektomie. Dank ihrer biologischen Spezifika bieten die von einer genetischen Mutation ausgelösten Tumore ferner Ansatzpunkte für gezielte Therapien.

Nikola Bangemann, Oberärztin der Frauenklinik, bot einen Überblick über neue Ansätze und Standards bei der systemischen Therapie des Ovarialkarzinoms. Die Erkrankung werde leider oft spät erkannt, so dass selbst bei optimaler Therapie mehr als die Hälfte der Patientinnen nach fünf Jahren versterben. Verbesserungen der Standardtherapie (Operation und Chemotherapie) sowie der Prophylaxe seien deshalb von großer Bedeutung, unterstrich Bangemann. Zu den derzeit (durchaus strittig) diskutierten Methoden und Forschungsansätzen gehören die Salpingovarektomie als Ovarialkarzinomprophylaxe, eine veränderte Gabedauer in der adjuvanten Chemotherapie, die primäre Chemotherapie sowie zielgerichtete Therapien, etwa mit Bevacizumab und Catumaxomab.

Komplementär zur Darstellung der systemischen Therapie des Ovarialkarzinoms gab Oberarzt Vito Chiantera einen bildreichen Überblick über die aktuellen operativen Standards, in deren Mittelpunkt nach wie vor die radikale Operation mit en-bloc-Entfernung des Peritoneums steht.

Der Leiter der Abteilung Plastische Chirurgie Christian Witzel stellte sein Portfolio im senologischen und gynäkologischen Bereich vor. Seine Abteilung biete, erläuterte Witzel, ein breites Spektrum von plastischen Eingriffen an – insbesondere Brustaufbau mit Eigengewebe nach den neuesten Methoden und rekonstruktive Operationen nach Vulvakarzinomen.

Mit einer kolposkopischen Video-Demonstration schloss Klinikdirektor Achim Schneider das erste "Gynäkologen-Frühstück" in diesem Jahr ab. In den Mittelpunkt seiner Demonstration stellte Schneider praktisches Nutzwissen und Know-How für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Seine Hinweise zielten vor allem auf die korrekte technische Durchführung der Kolposkopie sowie die Interpretation und Auswertung von Verdachtsbefunden.

Das zweite "Gynäkologen-Frühstück" der Frauenklinik wird im zweiten Quartal 2012 stattfinden. Die regelmäßig angebotene Fortbildungsveranstaltung richtet sich an niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen und ist bei der Ärztekammer akkrediert.

Vorträge vom "Gynäkologen-Frühstück" (14.1. in Berlin):

Öffnet externen Link im aktuellen FensterFamiliärer Brust- und Eierstockskrebs - aktuelle Standards und Neuerungen (Dr. Dorothee Speiser)

Öffnet externen Link im aktuellen FensterTherapie des Ovarialkarzinoms - was gibt es Neues in der systemischen Therapie? (Dr. Nikola Bangemann)

Kontakt:

Klinik für Gynäkologie (CCM, CBF)



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