28.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Der schwierige Fall: Hormongabe nach Lungenembolie

Arztgespräch

Eine junge Frau mit einer ungewöhnlichen Krankheitsgeschichte bat uns um Rat: Nach einer Thrombose mit Lungenembolie und Lungenentzündung musste sie die Pille "Valette" absetzen. Danach litt sie immer wieder an starken Dauerblutungen. Welche Medikation, so ihre Frage, sollte sie zur Behandlung der Blutung einnehmen?

Der Fall:

Bei der 22 Jahre alten Frau wurde zunächst eine Thrombose mit Lungenembolie und Lungenentzündung diagnostiziert. Sie begann eine Falithrom-Therapie und setzte aus diesem Grund die Pille "Valette" umgehend ab. Vier Monate später bekam sie eine vierwöchige Dauerblutung, die mittels einer Ausschabung behandelt wurde. Vor dem Hintergrund der Blutung wurde ihr geraten, Falithrom abzusetzen, und stattdessen Clexane 80 zu spritzen. Auch nach diesem Medikationswechsel bekam sie aber wieder eine starke Dauerblutung. Die an uns gerichtete Frage lautete: Welche hormonelle Medikation ist in diesem Fall zur Behandlung der Blutungen zu empfehlen?

Unsere Empfehlung:

Aufgrund der Lungenembolie sollten alle Östrogen-haltigen Therapien vermieden werden. Die kombinierte Pille wie "Valette", aber auch das Pflaster "Evra" oder der Verhütungsring "Nuvaring" sollten das ganze Leben lang nicht mehr eingenommen bzw. angewendet werden. Theoretisch können solche Präparate zwar auch unter einer Falithrom- oder Clexane-Therapie gegeben werden, da die Antikoagulation stärker auf das Gerinnungssystem wirkt als die Pille. Eindeutig vorzuziehen ist aber eine dauerhafte und stabile Lösung.

Trotz der Lungemembolie dürfen in diesem Fall aber weiterhin alle Gestagenmonopräparate eingenommen werden, also die Minipille "Cerazette", das Verhütungsstäbchen "Implanon", und z.B. Chlormadinonacetat, das als Medikament bei Blutungsstörungen eingesetzt wird. Leider bleibt aber nur die Hälfte der Frauen, die Gelbkörperhormone einnehmen, blutungsfrei. Bei der anderen Hälfte treten immer wieder Durchbruchsblutungen auf, die aber nur zehn Prozent der Frauen als so störend empfinden, dass sie das Hormon wieder absetzen müssen. Letztlich empfehlen wir im vorliegenden Fall also, ein Gestagen-haltiges Medikament auszuprobieren.

Kontakt:

Klinik für Gynäkologie (CCM, CBF)



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