26.08.2011 - Aktuelles aus den Centren

Der Arzt als Arbeitgeber – emotionale Intelligenz ist wichtig

Ärztin im Gespräch mit ihrer Arzthelferin

Viele niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sind selbstständig – und damit meist auch Arbeitgeber. In der Klinik müssen Chefs ein starkes Team bilden und pflegen. Gute und motivierte Angestellte sind für den Erfolg einer Praxis oder einer Klinik entscheidend. Aber wie gehe ich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um, die Schwächen haben, sei es im Organisatorischen, Kommunikativen, Sprachlichen oder Intellektuellen? Und wie verhalte ich mich gegenüber Angestellten, die in einer schwierigen familiären oder ökonomischen Lage sind und deshalb am Arbeitsplatz unter ihren Möglichkeiten bleiben? Wir haben einige Praxistipps zur emotionalen Intelligenz für Niedergelassene und Klinikärzte in Führungspositionen zusammengestellt.

Viele der folgenden Tipps sind einfach und ohne Vorarbeiten umsetzbar. In der täglichen Praxis können sie die Arbeit deutlich erleichtern:

Ich als Mentor strahle Optimismus aus:
Sie geben der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter durch Optimismus das positive Gefühl, dass man gemeinsam Aufgaben und Probleme lösen wird.

Ich übertrage Herausforderungen:
Durch die Übertragung von Aufgaben geben Sie der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter das Gefühl, dass Sie ihnen vertrauen und auch zutrauen, diese Aufgabe zu lösen.

Ich gebe Wissen weiter:
Expertise und Fähigkeiten wachsen durch Ausbildung. Sie legen Wert darauf, am Arbeitsplatz kontinuierlich aus- und weiterzubilden und dadurch die Kompetenz der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters auszubauen.

Ich brauche Ihre Mitarbeit:
Die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter benötigt Bestätigung, dass ihre Arbeitskraft und ihr Einsatz essentiell für den Erfolg der Praxis oder der Klinik sind.

Ich schätze andere Kulturen:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Kulturkreisen sind willkommen, da sie Defizite ausgleichen können, die in unikulturellen Praxen oder Kliniken entstehen. Internationalität und Multikulturalität sind eine essentielle Bereicherung der Klinik oder der Praxis.

Ich fördere Vorbilder:
Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der eigenen Arbeitsgruppe, die in einer ähnlichen Situation angefangen haben und erfolgreich sind, tragen in sich die Bestätigung: das kann ich auch erreichen. Solche Vorbilder sind wertvoll und müssen gefördert werden.

Ich baue Selbstvertrauen auf:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren vom direkten und kritikfreien Dialog. Eine Beurteilung in gut oder schlecht ist nicht so effektiv wie ein kontinuierlich begleitender Dialog, der Angst nimmt und Vertrauen aufbaut.

(angelehnt an “A threat in the air: How stereotypes shape intellectual identity and performance” Claude M. Steele. Am. Psychol. June 1997)

Auch in den künftigen Ausgaben der “Gyn-Info” wollen wir Ihnen weitere praktische Tipps für den Praxisalltag vorstellen. Wir werden Vorschläge weitergeben, wie die Zusammenarbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Betreuung von Patientinnen verbessert werden kann. Interessiert Sie eine Fragestellung in diesem Bereich besonders? Dann schreiben Sie uns an achim.schneider@charite.de

Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com



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