Aktuelle Nachrichten aus der Klinik

28.02.2011 - Aktuelles aus den Centren

HPV - Typen sind unterschiedlich karzinogen

HPV 4-konvert

Humane Papillomviren (HPV) sind ubiquitär und können Krankheiten auslösen - sie rufen neben cervicalen intraepithelialen Neoplasien (CIN) und Neoplasien an weiteren Lokalisationen auch invasive Karzinome hervor. Doch nicht alle HPV sind gleich gefährlich: Nur rund 20 aller 130 bekannten HPV-Typen gelten als hochriskant für die Karzinomentwicklung. Um insbesondere den Anteil und die Verteilung dieser Hochrisiko-Typen an allen HPV-Infektionen zu ermitteln, hat das gynäkologische Labor der Charité eine genotypisierende HPV-Nachweismethode eingeführt. Für den Raum Berlin gewannen die Charité-Forscher um Andreas Kaufmann mit dieser Methode jetzt Erkenntnisse über die Verteilung der einzelnen HPV-Typen an allen vorliegenden HPV-Infektionen. Rund 1700 Patientenproben von externen Einweisern wurden ausgewertet: Rund 30 % waren eindeutig HPV-positiv. Von diesen war in 64,5% Fällen ein Hochrisiko-HPV-Typ nachweisbar. Auch wie die Niedergelassenen mit den mitunter heiklen Informationen über den HPV-Typ einer Infektion umgehen, wurde von den Wissenschaftlern ausgewertet.

Was sind HPV?

Infektionen des Genitaltraktes mit humanen Papillomviren (HPV) sind häufig und zunächst harmlos. Bei jungen Frauen im Alter von 15-25 Jahren können bei bis zu 50% eine HPV- Infektion nachgewiesen werden (Abb. 1 in der Präsentation, die Sie unten als Download finden). Allerdings sind HPV verantwortlich für verschiedene Erkrankungen des Anogenitale und rufen neben Krebsvorstufen wie cervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN), vulvären, vaginalen und analen intraepithelialen Neoplasien auch die invasiven Karzinome hervor. Von den ca. 130 verschiedenen HPV-Typen finden sich etwa 20 Hoch-Risiko-Typen (HR-HPV) in Karzinomen und 18 verschiedene Niedrig-Risiko-Typen (LR-HPV) in Condylomen, die nur selten invasiv wachsen. Aufgrund der sehr hohen Assoziation von HR-HPV kann der Nachweis von HPV DNA zum Screening und zur Triage von suspekten Befunden genutzt werden. Neben der Risikounterscheidung für HR- und LR-HPV ist inzwischen gezeigt, dass auch unter den HR-HPV das Risiko zur Induktion einer hochgradigen Krebsvorstufe variiert. Die HPV-Typen 16 und 18 vermitteln ein etwa 10fach höheres Risiko für eine CIN3, nämlich jeweils 21% bzw. 18%, im Verlauf von 10 Jahren bei Frauen, die diese HPV-Typen persistent tragen, als andere HR-HPV Typen (Abb. 2, siehe Download). Dabei ist die Persistenz der Infektion ausschlaggebend, denn eine HR-HPV Infektion, bei der im Verlauf immer andere HPV Typen vorliegen, hat eine ganz andere Relevanz als eine persistente HPV-Infektion mit einem identischen Typ der über mehr als 18 Monate vorliegt. Nur bei Persistenz wird sich auch eine hochgradige Vorstufe entwickeln, da die Infektion nicht vom Immunsystem ausgeheilt wird.

Nachdem eine hochgradige Dysplasie chirurgisch entfernt wurde, bietet der HPV-Nachweis zusätzlich eine Kontrollmöglichkeit, ob die Entfernung vollständig war oder ob ein Rezidiv auftritt. Auch hierbei ist es vorteilhaft, den genauen HPV-Typ zu kennen, um residuelle Erkrankung oder ein Rezidiv von einer Neuinfektion mit einem anderen HR-HPV-Typ unterscheiden zu können.

 

HPV-Typisierung an der Charité

Vor diesem Hintergrund hat das gynäkologische Labor der Charité seit etwa 5 Jahren die genotypisierende HPV-Nachweismethode „Multiplexed HPV Genotyping“ (MPG) etabliert, um den Patientinnen und Ärzten unserer Dysplasiesprechstunden die Information über die vorliegenden HPV-Typen zur Verfügung stellen zu können.

Dabei werden aus dem Abstrichmaterial durch PCR die HR-HPV Typen 16, 18, 31, 33, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, und die potentiellen HR-HPV Typen 26, 53, 66, 82 identifiziert sowie die häufigsten LR-HPV Typen 6, 11, 42, 43, 54, 57, 70, 72, 73. Das wird ergänzt durch eine Positivkontrolle auf zelluläres beta-Globingen zur Qualitätskontrolle.

Diese Methode ist seit Juli 2010 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische Diagnostik, Berlin, auch externen Einsendern zugänglich. Das heißt: Niedergelassene können auch die HPV-Typisierung im Rahmen einer ggf. vorliegenden Dysplasie oder eines PAP IIID Befundes anfordern. Das Ergebnis kann ihnen zusätzliche Informationen über das individuelle Risiko einer Patientin geben für das Vorhandensein einer der beschriebenen Krebsvorstufen bzw. eines Karzinoms.

 

Ergebnisse der HPV-Typisierung von 1700 Proben aus dem Raum Berlin

Das gynäkologische Labor der Charité hat nun die ersten 1700 Patientenproben aus der externen Einsendergruppe ausgewertet, um einen Eindruck von der HPV-Prävalenz in diesen gynäkologischen Praxen zu bekommen. Die einsendenden Praxen verteilen sich flächendeckend über Berlin (Abb. 3, siehe Download).

Aus 39 einsendenden Praxen wurden zwischen Juli und Ende Dezember 2010 bereits 1676 HPV-Bestimmungen durchgeführt. Von diesen waren 1142 (68,1%) HPV-negativ und 4 nicht auswertbar. 513 (30,6%) waren eindeutig HPV-positiv. Von diesen waren in 331 (64,5%) Fällen ein HR-HPV und in 45 (8,7%) ein LR-HPV nachweisbar. Grenzwertig positiv oder nicht genotypisierbar waren 22 (4,3%), das heißt auch nach Wiederholung war nicht sicher auszuschließen, dass eine schwache Infektion vorliegt (Abb. 4).

Der besondere Vorteil der Methode ist auch die Differenzierung der einzelnen Typen bei multiplen Infektionen. Dies war der Fall in 115 (7%) aller Proben. Multiple Infektionen treten vorwiegend bei jungen Frauen auf, die eine hohe Prävalenz von HPV-Infektionen aufweisen und noch keine immunologische Kompetenz gegen diese Viren erworben haben. 73 (14,2%) der HPV-Positiven hatten mehrere HR-HPV, 2 hatten mehrere LR-HPV und 40 (7,8%) hatten HR und LR-HPV Typen gleichzeitig vorliegen.

Abb. 4

 

Wie auch in anderen epidemiologischen Studien wurden bei jungen Frauen die höchste Prävalenz von HPV und auch der multiplen Infektionen gefunden. In der Altersgruppe der 20-30 Jährigen sind bis zu >50% der untersuchten Proben pro Altersjahrgang HPV-positiv. Allerdings handelt es sich bei den hier untersuchten Proben um solche mit einer starken Selektion für HPV-Positivität, da die Abstriche vorwiegend bei Patientinnen vorgenommen wurden, die bereits eine Verdachtsdiagnose wie z.B. einen zytologischen Befund ≥PAP IIID oder eine kolposkopische Auffälligkeit hatten. In höherem Lebensalter >30 Jahre fällt die Prävalenz deutlich ab auf 10-20% (Abb. 5). Die absolute HPV-Typenverteilung gibt Abb. 6 wieder. HPV16 ist in 220 Proben der am häufigsten diagnostizierte Typ. Dies ist in diesem Patientinnengut zu erwarten, da sie wahrscheinlich vorwiegend Auffälligkeiten im Screening gezeigt hatten. Die weiteren 7 häufigsten HPV Typen sind HPV56, 39, 51, 52, 18, 45, 58. Die häufigsten LR-HPV Typen sind HPV 6 und 42.

Abb. 5

 

Abb. 5: HPV Prävalenz pro Jahrgang. Die absolute Anzahl der Patientinnen pro Geburtsjahrgang und die davon HPV Positiven sind aufgeführt. Die Prävalenz kann 50% bei den Frauen unter 30 Jahren…

Abb. 5: HPV Prävalenz pro Jahrgang. Die absolute Anzahl der Patientinnen pro Geburtsjahrgang und die davon HPV Positiven sind aufgeführt. Die Prävalenz kann 50% bei den Frauen unter 30 Jahren übersteigen.

Zusammenfassend entsprechen sowohl die Häufigkeit der HPV-positiven Nachweise als auch die Typenverteilung den erwarteten Ergebnissen bei diesen Patientinnen. Dies kann aus dem Vergleich mit anderen lokalen Studien in Deutschland abgeleitet werden. „Wir freuen uns über diese bestätigenden Ergebnisse für die genotypisierende Methodik sowohl zur Epidemiologie als auch der Einschätzung durch die niedergelassenen Kollegen“, sagt Dr. Kaufmann. „Wir hoffen, dass dies zu einer Verbesserung der Versorgung, d. H. einer frühzeitigen Entdeckung ernstzunehmender Erkrankung aber auch zu einer Vermeidung von Übertherapien führt.“

 

Was passiert mit den Ergebnissen in den Praxen?

Parallel zur epidemiologischen Auswertung wurden die Einsender zu ihrem Umgang mit den Ergebnissen der HPV-Typisierung befragt. Dies ist als ein Meinungsbild zu betrachten, da keine objektive Datenerhebung erfolgte, sondern lediglich eine subjektive Angabe des Arztes wiedergegeben wurde.

 

Zu diesem Zeitpunkt liegen uns Antworten von 16 der 39 Einsender vor. Auf die Frage, wann sie einen HPV-Nachweis beauftragen, sagten 47% bei auffälliger Zytologie, 28% nach therapeutischem Eingriff, 17% auf Wunsch der Patientin und 8% bei sonstigen Auffälligkeiten. Die Kenntnis des HPV-Typs führte bei LR-HPV tendenziell zum Abwarten und Durchführung häufigerer Kontrollen. Bei HR-HPV-Diagnose zu häufigerer Kontrolle (kürzere Intervalle, halbjährliche Krebsvorsorge) und weitere Abklärung der Befunde durch Kolposkopie, Probeexzission, aber auch zur Konisation. Wichtig ist hierbei, dass der zytologische Befund übergeordnet gewichtet wurde. „Die Zytologie ist wichtiger“ sagten 19%, „die Kombination ist wichtig“ sagten 25% und 37% meinen „HPV ist eine wichtige Ergänzung“. Als „hoch wichtig“ (14%) oder „schwerwiegend“ (6%) wurde der HPV-Befund von weniger Kollegen eingeschätzt. Dennoch sehen fast die Hälfte (48%) in der HPV-Genotypisierung eine Möglichkeit zur Risikoabschätzung bei verschiedenen HPV-Typen (Abb. 7, siehe Download) und bei 30% wird die Persistenz als diagnostische Information abgefragt. 14% der Kollegen führen die Typisierung im Zusammenhang mit der HPV-Impfung durch. Dies widerspricht allerdings allen Empfehlungen zur HPV-Impfentscheidung.

Selten (17%), oft (50%) oder immer (33%) werden die Abstriche unter kolposkopischer Kontrolle genommen. Wird das Ergebnis der Patientin mitgeteilt? Unterteilt nach HR- oder LR-HPV von 47%, differenziert nach HPV-Genotyp von 26% und patientenabhängig von 11% der Kollegen. Allerdings teilen 16% der Kollegen das HPV-Ergebnis nicht mit. In einer Diskussion über diese Daten wurde angemerkt, dass dies ein rechtliches Problem nach sich ziehen kann und grundsätzlich der Befund den Patientinnen vermittelt werden muss, wenn er erhoben wurde.

 

 

Ein Fallbeispiel, das die Vorteile der HPV-Genotypisierung zeigt

Ende September 2010 stellte sich eine 29jährige Patientin mit PAP IVa und CIN III in unserer Dysplasiesprechstunde vor. Der HPV-Befund ergab HPV16 stark (Wert 1347), HPV59 grenzwertig (Wert 9) positiv. Bei Konisation am 2.11.2010 wurde beim gezielten Läsionsabstrich HPV16 stark positiv (Wert 1131), HPV59 „nicht nachweisbar“ gefunden. Bei der Kontrolle am 4.2.2011 zeigte sich ein PAP IIID und kolposkopisch atypische Condylome (Abb. 8, download). Der HPV-Test ergab jetzt HPV59 stark positiv (Wert 560) aber HPV16 „nicht nachweisbar“! Demnach war die R0 Konisation vollständig. Bei ausschließlichem HR-HPV Nachweis (z.B. HCII, nicht differenzierend für HPV16 oder HPV59) wäre ein „HR-HPV Positiv“ mit einem Therapieversagen für den ursächlichen HPV16 Typ in der Dysplasie interpretiert worden. Tatsächlich lag aber eine florierende Infektion mit einem anderen HPV- Typ vor, was ein konservatives Vorgehen nach sich zieht.

 

Rückfragen beantwortet der Autor

Dr. Andreas Kaufmann

Tel. 030-8445-2756

Fax. 030-8445-2937

e mail: andreas.kaufmann@charite.de

 

Julia Marcella Formanek und Andreas M. Kaufmann

 

Downloads:



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09.03.2011 - Aktuelles aus den Centren

Erster Newsletter "Gyn-Info"

Wie viele der 130 bekannten HPV-Typen gelten als hochriskant für die Karzinomentwicklung? Wie ist ihr Anteil an allen HPV-Infektionen? Zwei von vielen Fragen, die derzeit intensiv thematisiert werden. Den aktuellen Stand der Forschung im Blick zu haben, ist insbesondere für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen aus guten Gründen oft schwierig. Deshalb bietet die Klinik für Gynäkologie (CCM, CBF) seit neuestem einen elektronischen Fach-Newsletter an. Darin informieren wir regelmäßig über aktuelle Themen - etwa über Forschungsergebnisse oder unseren Service für Niedergelassene.

Links:

Öffnet externen Link im aktuellen FensterDie erste Ausgabe des Newsletters "Gyn-Info" (Mäerz 2011) finden Sie hier.



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26.08.2011 - Aktuelles aus den Centren

Zuerst eine Chemotherapie bei Brustkrebs?

Infusion

Kann die primär systemische Therapie als Standard für alle Brustkrebspatientinnen gelten, bei denen eine Chemotherapie indiziert ist? Dieser Frage wird in der Forschung derzeit viel Aufmerksamkeit gewidmet. Aktuelle Studien legen nahe, dass vor allem junge Frauen mit aggressiven Tumoren von einer primären Chemotherapie profitieren. Wir geben einen kritischen Überblick über die Forschungslage.

Eine Reihe von Studien, die auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium 2010 und dem ASCO 2011 vorgestellt wurden, befassten sich mit der Frage der primär systemischen Therapie.

 

Vorteile der primär systemischen Therapie gegenüber der adjuvanten Therapie

  • Mikrometastasen können zum frühestmöglichen Zeitpunkt behandelt werden.
  • Die lokale Durchblutung des Tumors ist intakt - die Chemotherapie kann somit den maximalen Nutzen bringen.
  • Bei Frauen unter dem 50. LJ. kann das krankheitsfreie Intervall und die Überlebenszeit tendenziell durch die primäre Chemotherapie verbessert werden. (NSABP –B18+27, P.Rastosti,2008)
  • Eine Therapiekontrolle während der Chemotherapie und ggf. die Therapieumstellung ist möglich.
  • Eine spezifische Therapie z.B. mit Trastuzumab kann sofort begonnen werden-  dies hat sich z.B. in der NOAH Studie als relevant für die Prognose erwiesen (L. Gianni Cancer res 69, 2009)
  • Unter der Therapie kann das Verhalten des Tumors auf molekularer- und genetischer Ebene untersucht werden. Das daraus wachsende Wissen bietet ein enormes Potential für die Entwicklung der spezifischen Tumortherapie.
  • Der Anteil der brusterhaltenden Therapie kann verbessert werden.
  • Sofern eine Brustentfernung erforderlich ist, hat die Patientin mehr Zeit, sich über mögliche Rekonstruktionsverfahren zu informieren.


Voraussetzungen für die primär systemische Therapie

  • Eine Stanzbiopsie inklusive immunhistologischer Beurteilung muss erfolgen, um die Indikation zur spezifischen Therapie (z.B. Herceptin®) zu stellen.
  • Die Indikation zur Chemotherapie prä- oder postoperativ muss einwandfrei gegeben sein. Außerdem müssen Fernmetastasen ausgeschlossen sein.
  • Das Einverständnis der Patientin liegt vor, Kontraindikationen gegen eine Chemotherapie (z.B. Herzfunktionsstörung) liegen nicht vor.
  • Sentinelbiopsie bei klinisch und bildgebend freier Axilla und eine Portanlage sind empfehlenswert
  • Eine Clipmarkierung des Tumorbettes sowie eine engmaschige Therapiekontrolle (klinisch und bildgebend) sollten durchgeführt werden.
  • Nach Abschluss der Chemotherapie sollte eine interdisziplinäre Operationsplanung anhand der radiologischen Befunde erfolgen.
  • Postoperativ sollte der Einsatz einer Bestrahlung diskutiert werden. Kriterien sind die präoperative Tumorausdehnung, das Regressionsverhalten und die Tumorbiologie.


Weitere Erkenntnisse über die primäre Systemtherapie          
                                                    

Grundsätzlich sind veröffentlichte Studienergebnisse nur begrenzt miteinander vergleichbar. Der Grund: Die pCR ist unterschiedlilch definiert: Mal betrifft sie Brust und Lymphknoten, mal  dürfen noch nicht-invasive Tumoranteile vorhanden sein. Die Prognose ist am besten, wenn nach Therapie keinerlei Tumor mehr vorhanden ist. (v.Minckwitz ASCO 2011, Abstr. 1028)

Je aggressiver die Tumorbiologie ist, desto wahrscheinlicher kann eine „komplette Remission“ erreicht werden. Wird bei Triple Negativität oder HER2-Überexpression keine komplette Remission erreicht, spricht dies für eine schlechte Prognose.

Bei gegebener Hormonrezeptor-Positivität und guter Differenzierung eines Tumors bzw. niedriger Zellteilung ist die Korrelation zwischen pCR und Prognose weniger deutlich. Eine  längere pCR kann durch eine längere Chemotherapie aber ebenfalls erreicht werden. (v.Minckwitz ASCO 2010)


Primäre Systemtherapie bei HER2-Überexpression

Durch die Kombination einer Chemotherapie mit Trastuzumab  wird eine pCR in 31 bis 65% der Fälle erreicht. (A Buzdar, 2007). Die frühzeitige Immuntherapie scheint sich auch auf die krankheitsfreie Zeit und die Überlebenszeit auszuwirken. (L.Gianni, 09, NOAH Studie).

Als Standardchemotherapie gelten Taxan- und Anthrazyklin haltige Schemata, möglich ist auch eine Carboplatin/ Taxan - Kombination, wie adjuvant auf Basis der BCIRG006 Studie zugelassen. Je aggressiver der Tumor, desto dosisdichter sollte die Therapie sein.

Die aktuellen Ergebnisse der NeoAltto Studie (Lapatinib und Herceptin®, J. Baselga SABCS 2010), der NeoSphere Studie (Pertuzumab und Herceptin®, L Gianni SABCS 2010) und der CHERlob Studie (Lapatinib und Herceptin®, V.Guaneri ASCO 2011) weisen darauf hin, dass eine duale  HER2-Blockade die Effektivität der primär systemischen Chemotherapie weiter steigern kann.

In einer Arbeit von J. Chang (ASCO 2011, Abstr 505) wurde anhand von 64 Patientinnen die Immuntherapie mit Lapatinib/ Trastuzumab +/- Letrozol ohne Chemotherapie untersucht. Alle Patientinnen litten an einen lokal fortgeschrittenen Tumor, die mittlere Tumorgröße lag bei 7,5cm. Es wurde eine pCR von 28% erreicht, bei Hormonrezeptor- Negativität sogar 40%. Die Autorin diskutierte, dass auf eine Chemotherapie auf Basis dieser Ergebnisse verzichtet werden könne.


Aktuelle Ergebnisse bei triple negativen Mammakarzinom: Wer profitiert von einer primären Antiangiogenese mit Bevacizumab?

 Auf dem ASCO 2010 demonstrierte v. Minckwitz, dass Bevacizumab bei der Gesamtgruppe der HER2 negativen Patientinnen die Effektivität einer Chemotherapie mit EC-Doc nicht verbessern konnte: 1948 Pat. gingen in die Bewertung ein, 65%  der Patientinnen waren Hormonrezeptor positiv. Unter alleiniger Chemotherapie wurde bei 15% eine pCR erreicht, nach Therapie mit Chemo+Bevacizumab bei 17,5%. Die Ergebnisse waren nicht signifikant.

In diesem Jahr stellte B.Gerber auf dem ASCO die Daten für  die Untergruppe der triple negative Patientinnen vor: 686 Patientinnen waren mit EC-Doc +/- Bevacizumab behandelt worden. Eine pCR wurde bei 28% der Pat. unter Chemotherapie, bei 36,4% unter Chemo+Bev erreicht. Der Benefit von Bevacizumab war mit p=0,021 signifikant.  (ASCO 2011, Abstr. 1006).

Bei der gleichen Veranstaltung wurden die Daten der NSABP-B40 Studie vorgestellt (H.Bear Abstr. LBA 1005): 1206 Patientinnen erhielten eine taxanhaltige Chemotherapie  +/- Bevacizumab, daran anschließend AC +/- Bevacizumab.

59% der Patientinnen waren Hormonrezeptor positiv.  Anders als in der Geparquintostudie profitierten die Hormonrezeptor positiven Patientinnen stärker von Bevacizumab als die triple negative Gruppe.

Die Studien unterschieden sich in Hinblick auf die Chemotherapie und auf die molekularbiologische Tumorbewertung. Die direkte Vergleichbarkeit ist somit schwierig. Für die Klärung der optimalen Indikation von Bevacizumab müssen weitere Studien, z.B. Beatrice, abgewartet werden.

Es wurden auch Studien mit Carboplatin oder RAD 001 bei triple negativen Brustkrebs durchgeführt. Die Patientinnenzahlen waren allerdings so klein, dass die Ergebnisse klinisch nicht relevant sind.


Primäre Chemotherapie - für einige aggressive Tumoren die richtige Option?

Die primäre Chemotherapie hat international an Bedeutung gewonnen- zum einen wegen der optimalen Möglichkeit zur klinischen bzw. translationalen Forschung, zum anderen, weil die Effektivität der frühzeitigen Systemtherapie besonders bei jungen Frauen mit aggressiver Tumorbiologie größer zu sein scheint als die der adjuvanten Therapie.                                          

Die Erkenntnisse zur primären Chemotherapie sind aber noch bei weitem nicht abgeschlossen. Zu den wichtigsten offenen Fragen zählen:

  • Strahlentherapie: Sollte sie anhand der primären Tumorausdehnung gestellt werden?
  • Muss der Lymphknotenstatus dann generell für die Frage der Bestrahlung histologisch gesichert sein? Ein auf dem ASCO vorgestellter Vorschlag lautete, dass bei initial ausgedehnten Befund oder aggressiven Tumor immer bestrahlt werden sollte. (T.Buchholz, ASCO 2011)
  • Die Frage, ob der Lymphknotenstatus bei bildgebender N0-Situtation auch nach der Chemotherapie mittels Sentinelbiopsie erhoben werden könnte, wird gegenwärtig in der SentinaStudie untersucht.

Haben Sie weitere Fragen zur primär systemischen Therapie oder hätten Sie gerne weitere Literaturhinweise? Dann sprechen Sie bitte gerne Dr. Nikola Bangemann an, unsere Expertin für dieses Thema (Nikola.Bangemann(at)charite.de).

Foto: © pix4U - Fotolia.com



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15.08.2011 - Aktuelles aus den Centren

Der schwierige Fall: Lymphonodektomie nach Zervixkarzinom

Operationsfeld einer laparaskopischen Lymphonodektomie

Das Operationsfeld einer laparaskopischen Lymphonodektomie

Ein niedergelassener Kollege aus dem Ruhrgebiet bat uns um eine konsiliarische Stellungnahme zu einer fünfzigjährigen Patientin mit einem bereits operierten Zervixkarzinom. Im Raum stand die Frage, ob nun eine Lymphonodektomie erfolgen sollte oder nur eine Radiochemotherapie. Lesen Sie hier unsere Diskussion des Falls.

 

Der Fall:

Eine fünfzigjährige Patientin wurde vaginal hysterektomiert. Dabei stellte sich als Zufallsbefund ein Zervixkarzinom mit einem Tumorstadium von pT2b G3, L1, R1 heraus. Das linke Parametrium und der dorsale Absetzungsrand wurden mit R1 eingestuft. Die an uns gerichtete Frage lautete: Sollte bei diesem Befund zunächst eine Entfernung der Parametrien und eine Lymphonodektomie mit anschließender Radiochemotherapie erfolgen oder reicht eine Radiochemotherapie ohne Lymphonodektomie aus?

Unsere Empfehlung:

Wir empfehlen bei diesem Befund eine laparoskopische Lymphonodektomie (LNE) und Parametrektomie, mit präoperativer Ureterschienung. Im Anschluss sollte eine adjuvante Radiochemotherapie erfolgen.
Wie würden aus folgenden Gründen dieses Vorgehen wählen: Einerseits verbessert das Debulking von eventuell tumorbefallenen Lymphknoten und/oder restlichem Parametrium die Prognose und die Heilungschance. Zudem kann mit der Operation der Lymphknotenstatus (insbesondere der paraaortale) ermittelt werden. Mit dieser Information kann Ausrichtung und Ausdehnung des Strahlungsfeldes bei einer Radiotherapie präzisiert werden.
Die adjuvante Radiochemotherapie sollte sich in jedem Fall an die Operation anschließen, da die Hysterektomie nicht im Gesunden erfolgte und man nicht sicher sein kann, dass mittels Parametrektomie das gesamte Resttumorgewebe entfernt wurde. Die Operation sollte kombiniert laparoskopisch-vaginal erfolgen.

Literatur: Köhler, C., Tozzi, R., Klemm, P., Schneider, A. “Schauta sine utero”: technique and results of laparoscopic–vaginal radical parametrectomy. Gynecologic Oncology 91 (2003), 359–368.



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26.08.2011 - Aktuelles aus den Centren

Der Arzt als Arbeitgeber – emotionale Intelligenz ist wichtig

Ärztin im Gespräch mit ihrer Arzthelferin

Viele niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sind selbstständig – und damit meist auch Arbeitgeber. In der Klinik müssen Chefs ein starkes Team bilden und pflegen. Gute und motivierte Angestellte sind für den Erfolg einer Praxis oder einer Klinik entscheidend. Aber wie gehe ich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um, die Schwächen haben, sei es im Organisatorischen, Kommunikativen, Sprachlichen oder Intellektuellen? Und wie verhalte ich mich gegenüber Angestellten, die in einer schwierigen familiären oder ökonomischen Lage sind und deshalb am Arbeitsplatz unter ihren Möglichkeiten bleiben? Wir haben einige Praxistipps zur emotionalen Intelligenz für Niedergelassene und Klinikärzte in Führungspositionen zusammengestellt.

Viele der folgenden Tipps sind einfach und ohne Vorarbeiten umsetzbar. In der täglichen Praxis können sie die Arbeit deutlich erleichtern:

Ich als Mentor strahle Optimismus aus:
Sie geben der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter durch Optimismus das positive Gefühl, dass man gemeinsam Aufgaben und Probleme lösen wird.

Ich übertrage Herausforderungen:
Durch die Übertragung von Aufgaben geben Sie der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter das Gefühl, dass Sie ihnen vertrauen und auch zutrauen, diese Aufgabe zu lösen.

Ich gebe Wissen weiter:
Expertise und Fähigkeiten wachsen durch Ausbildung. Sie legen Wert darauf, am Arbeitsplatz kontinuierlich aus- und weiterzubilden und dadurch die Kompetenz der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters auszubauen.

Ich brauche Ihre Mitarbeit:
Die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter benötigt Bestätigung, dass ihre Arbeitskraft und ihr Einsatz essentiell für den Erfolg der Praxis oder der Klinik sind.

Ich schätze andere Kulturen:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Kulturkreisen sind willkommen, da sie Defizite ausgleichen können, die in unikulturellen Praxen oder Kliniken entstehen. Internationalität und Multikulturalität sind eine essentielle Bereicherung der Klinik oder der Praxis.

Ich fördere Vorbilder:
Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der eigenen Arbeitsgruppe, die in einer ähnlichen Situation angefangen haben und erfolgreich sind, tragen in sich die Bestätigung: das kann ich auch erreichen. Solche Vorbilder sind wertvoll und müssen gefördert werden.

Ich baue Selbstvertrauen auf:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren vom direkten und kritikfreien Dialog. Eine Beurteilung in gut oder schlecht ist nicht so effektiv wie ein kontinuierlich begleitender Dialog, der Angst nimmt und Vertrauen aufbaut.

(angelehnt an “A threat in the air: How stereotypes shape intellectual identity and performance” Claude M. Steele. Am. Psychol. June 1997)

Auch in den künftigen Ausgaben der “Gyn-Info” wollen wir Ihnen weitere praktische Tipps für den Praxisalltag vorstellen. Wir werden Vorschläge weitergeben, wie die Zusammenarbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Betreuung von Patientinnen verbessert werden kann. Interessiert Sie eine Fragestellung in diesem Bereich besonders? Dann schreiben Sie uns an achim.schneider@charite.de

Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com



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26.08.2011 - Aktuelles aus den Centren

Risiko für erblichen Brustkrebs erkennen

Portrait einer Großmutter mit ihrer Enkeltochter

Wenn sich Brustkrebs in der Familie häuft, gehen für viele Frauen die Warnlampen an. "Etliche haben schon mal von erblichem Brustkrebs gehört, und fragen sich dann: Bin ich auch gefährdet? Hat meine ganze Familie ein Brustkrebsgen?", sagt Ulrich Bick, Leiter des Zentrums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs an der Charité. "Diese Frauen beraten wir und ermitteln ihr individuelles Krankheitsrisiko."

Frauen, bei denen eine erbliche Prädisposition auf Grund der familiären Konstellation sehr wahrscheinlich ist, wird die Durchführung einer genetischen Testung und/oder ein intensiviertes Früherkennungsprogramm sowie weitere prophylaktische Maßnahmen angeboten. Das Zentrum an der Charité (Campus Mitte) ist eines von nur dreizehn in Deutschland und das einzige in Berlin. Fachwissen und Forschungsaktivitäten zu dieser speziellen Form von Brustkrebs werden hier gebündelt. Gynäkologen, Humangenetiker, Molekularbiologen, Psychoonkologen und Radiologen wie Bick arbeiten Hand in Hand.

Mutationen an fünf Risikogenen

Vielen der oft tief verunsicherten Ratsuchenden können Bick und sein Team Entwarnung geben. Denn eine erbliche Disposition für Brustkrebs ist vergleichweise selten: Bei rund 0,2 Prozent aller Frauen ist eines der bekannten Risikogene verändert. Fünf solcher Gene sind heute identifiziert - allen voran die Gene BRCA1 auf Chromosom 17 und BRCA2 auf Chromosom 13, deren Mutationen für die meisten erblichen Brustkrebserkrankungen verantwortlich gemacht werden. Weit seltener sind Mutationen an drei weiteren Hochrisikogenen - CHEK2, ATM und dem kürzlich erst identifizierten RAD51C. In rund 45 Prozent aller Fälle von erblichem Brustkrebs sind die auslösenden Gene noch gar nicht bekannt.

Risiko für Brustkrebs deutlich erhöht

Trägerinnen eines mutierten Risikogens haben ein Risiko von bis zu 85 Prozent, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Das Lebenszeitrisiko einer gesunden Frau in Deutschland ohne erbliche Vorbelastung liegt dagegen bei nur rund zehn Prozent. Dies erklärt auch, warum der Anteil der erblich bedingten Brustkrebsfälle an allen Erkrankungen mit fünf Prozent überproportional hoch ausfällt. Auch das mittlere Erkrankungsalter von genetisch belasteten Frauen liegt mit 50 Jahren deutlich unter dem der Vergleichsgruppe mit 65 Jahren. Trägerinnen von BRCA1- und BRCA2-Mutationen haben außerdem ein deutlich gesteigertes Risiko, an einem kontralateralen Mammakarzinom zu erkranken. Auch die Risiken für assoziierte Krebsformen sind erhöht. Dazu zählt vor allem der Eierstockkrebs: BRCA1-Mutationsträgerinnen haben ein Risiko von 40 bis 55 Prozent, BRCA2-Mutationsträgerinnen ein Risiko von 10 bis 20 Prozent, diesen Krebs zu entwickeln. Hinzu kommen höhere Erkrankungswahrscheinlichkeiten für Darm- und Magenkrebs, Leukämien, Nierenkrebs, Pankreaskrebs, Prostata und Endometriumkarzinom.

Wird eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation nachgewiesen, hat dies nicht nur Konsequenzen für die betroffene Frau selbst, sondern für ihre gesamte Familie. Erstgradig Verwandte - etwa Kinder oder Geschwister - haben ein hohes Risiko, die Mutation ebenfalls zu tragen und damit dem gleichen Risiko ausgesetzt zu sein. "Ob eine Frau ein Risikogen trägt oder nicht - diese Frage hat weitreichende und mitunter einschneidende Folgen", sagt Bick. "Wir legen deshalb großen Wert auf eine angenehme Gesprächsatmosphäre und intensive psychologische Betreuung."

Stufenweise Beratung im Zentrum

Die Beratung des Zentrums umfasst mehrere, aufeinander aufbauende Stufen. Zunächst beantworten ratsuchende Frauen am Telefon einen Fragenbogen, um einen ersten Verdacht einer hereditären Belastung zu ermitteln. Ist dies der Fall, wird in einer Erstberatung eine Stammbaumanalyse erstellt, die mithilfe eines Statistik-Programms ausgewertet wird. Nur wenn die individuelle Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, einen Schwellenwert übersteigt, schließt sich eine genetische Beratung und - in einigen Fällen - eine molekulargenetische Untersuchung an. Dabei wird nach Möglichkeit immer zunächst ein an Krebs erkranktes Familienmitglied ("Indexpatientin") genetisch getestet. Nur wenn bei dieser Testung eine der bekannten Mutationen gefunden wird, kann die gesunde Ratsuchende ebenfalls auf diese Mutation getestet werden. In vielen Fällen kann die Ratsuchende mit ihrem Testergebnis entlastet werden - dann nämlich, wenn bei ihr die beim getesteten Familienmitglied gefundene Mutation nicht gefunden wird. Ob sich eine gesunde Frau genetisch testen lässt oder nicht, ist oft eine schwierige Entscheidung. Im Raum steht für viele die Frage: ´Will ich das wissen, mit allen Konsequenzen, die daraus folgen?´ Entscheidend ist deshalb eine eingehende Aufklärung und Beratung.

Wird tatsächlich eine der bekannten, genetischen Belastungen für eine Ratsuchende nachgewiesen, stehen schließlich eine Reihe präventiver Maßnahmen zur Verfügung. Prophylaktische Operationen (Mastektomie und Ovarektomie) können in einigen Fällen die richtige Antwort auf ein hohes Risiko sein. Für die Indikation bei diesem - zumal für gesunde Frauen - ungemein belastenden Eingriff haben die dreizehn Fach-Zentren präzise Richtlinien erarbeitet. Ausschlaggebend bleiben aber die persönliche Situation der Ratsuchenden und die Bewertung ihres Risikos. Als weitere präventive Maßnahmen kommt ein intensiviertes Früherkennungsprogramm unter Einschluss von Sonographie, Mammographie und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) der Mamma zum Einsatz.

Die genetische Ursache eines Mamma-Karzinoms hat, inzwischen auch therapeutische Konsequenzen, da bei Mutationsträgerinnen gehäuft Tumoren mit einer besonderen Tumorbiologie - sogenannte triple-negative Karzinome - auftreten. "Diese Tumoren scheinen besonders auf platinhaltige Chemotherapien anzusprechen", sagt Ulrich Bick. "PARP-Inhibitoren werden gerade in Studien getestet - ein möglicher therapeutischer Ansatz für die nähere Zukunft."

Foto: © fotolia / Elenathewise



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26.08.2011 - Aktuelles aus den Centren

Der schwierige Fall: HPV bei Männern

HP-Viren

Wie hoch ist die HPV-Infektionsrate bei Männern? Welche Folgen hat eine HPV-Infektion bei Männern? Diese und weitere Fragen zum Themenkomplex "Männer und HPV" erreichten uns per Mail von einer Patientin unserer Klinik. In unserer Antwort fassen wir den Erkenntnisstand zu diesem Thema zusammen.

Anogenital infizierende Humane Papillomviren (HPV) werden vorwiegend durch Sexualkontakte und Geschlechtsverkehr übertragen, auch durch Analverkehr. Es existieren möglicherweise auch andere Übertragungswege, die aber bislang nicht gut erforscht sind (etwa über Handtücher oder andere Gegenstände wie z.B. Sex toys).

50 Prozent aller Frauen um 25 Jahre sind HPV-infiziert

Wie sehen die Infektionsraten bei Frauen und Männern aus? Zunächst die epidemiologische Situation bei den Frauen: HPV-Infektionen sind bei jungen Frauen am häufigsten. Rund die Hälfte aller Frauen um 25 Jahre sind HPV-infiziert. Bei Frauen über 30 Jahren lässt sich dagegen nur bei zwei bis acht Prozent eine HPV-Infektion nachweisen. Als Grund für die höhere Infektionsrate unter Jüngeren nimmt man an, dass die Genitalschleimhaut junger Frauen anfälliger für HPV ist als die Schleimhaut älterer Frauen. Zudem ist die Exposition durch neue Partner möglicherweise höher und es hat sich noch keine Immunität entwickelt. Die meisten HPV-Infektionen verlaufen ohne, dass Symptome auftreten. Zu einer bösartigen gynäkologischen Erkrankung führen sie nur in relativ wenigen Fällen: etwa eine von hundert Frauen in Deutschland, die mit einem hochriskanten HPV-Typ infiziert sind, erkrankt im Durchschnitt nach etwa 15 Jahren an Gebärmutterhalskrebs (trotz des Screenings auf die Vorstufen).

Neue Studie "HPV in Men"

Zur HPV-Infektionsrate bei Männern liegen bislang deutlich weniger Daten vor. 2011 wurde jedoch die HIM-Studie ("HPV in Men") veröffentlicht, die von 2005 bis 2009 in den USA, Mexiko und Brasilien durchgeführt wurde. Hierbei wurden Männer zwischen 18 und 70 Jahren wiederholt auf HPV getestet. Das Ergebnis: etwa jeder zweite untersuchte Mann war mit HPV infiziert. In 30 Prozent der Fälle lag sogar eine Infektion mit krebserregenden HPV-Typen vor.

Die Folgen einer HPV-Infektion bei Männern (etwa HPV-assoziierte Läsionen am Penis) werden oft nicht bemerkt, da sie keine gravierenden Beschwerden verursachen. HPV-Infektionen können zwar auch Ursache eines Teils der schwerwiegenderen Erkrankungen bei Männern sein (dazu zählt das Peniskarzinom oder das Analkarzinom), aber diese Krebsformen sind selten und die Forschungsergebnisse zur Rolle von HPV bei der Krankheitsentstehung auch noch nicht abschließend geklärt. Interessanterweise ist aber das HPV-induzierte Analkarzinom bei homosexuellen Männern mit rezeptivem Analverkehr so häufig wie es das Zervixkarzinom vor Einführung des Screenings war.

Impfung von Jungen in den USA bereits empfohlen

Inzwischen ist zweifelsfrei gezeigt, dass die HPV-Impfung mit Gardasil auch bei Männern hoch immunogen, 100 Prozent sicher und vor allem hocheffektiv ist. In mehreren Studien wurde gezeigt, dass Genitalwarzen und HPV-Infektionen zu 90 bis 100 Prozent verhindert werden. Inzwischen ist die Impfung von Jungen in den USA empfohlen und ist im Beipackzettel als Indikation aufgenommen worden. Das hat auch für Deutschland eine hohe Relevanz, denn durch die leider noch immer schlechten Durchimpfungsraten bei Mädchen und jungen Frauen von nur ca. 40 Prozent wird es notwendig, auch Jungen zu impfen, um eine so genannte Herdenimmunität aufzubauen. Diese schützt dann auch die nicht Geimpften vor Infektionen und damit Erkrankungen.

Männer können HPV an ihre Sexualpartner übertragen. Da HPV unter Umständen sehr lange persistiert, können die Sexualpartner auch unterschiedliche HPV-Typen haben und sich gegenseitig mit den jeweiligen Typen infizieren. Das HP-Virus hat also eine sehr erfolgreiche Verbreitungsstrategie entwickelt. Die oft nahezu vollständige Symptomlosigkeit einer HPV-Infektion beim Mann ist in Kombination mit der vorhandenen Infektiosität epidemiologisch problematisch: Als "stumme Überträger" können Männer das Virus unbemerkt weiter verbreiten - an Frauen, bei denen die Infektionsfolgen häufiger gravierender sind.



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04.10.2011 - Aktuelles aus den Centren

"Bei weitem nicht ausreichende Aufklärung"

Professor Harald zur Hausen, Medizinnobelpreisträger 2008

Die deutsche Öffentlichkeit weiß zu wenig über die HPV-Impfung und ihre Vorteile - dies ist die Einschätzung von HPV-Forscher und Medizin-Nobelpreisträger Professor Harald zur Hausen. "Hier besteht in Deutschland deutlicher Nachholbedarf", sagte zur Hausen im exklusiven Interview mit "Gyn-Info" nach dem HPV-Kongress in Berlin. Darüber hinaus gebe es "nicht immer korrekte Information durch Gesundheitsberater der Bundesregierung und der Länder".

Das Interview mit Harald zur Hausen lesen Sie hier:

"Gyn-Info": Herr Professor zur Hausen, der weltweit größte HPV-Kongress ist in Berlin zu Ende gegangen. Wie wird man in 30 Jahren über unseren Wissenstand denken? Wird man uns für gut informierte Amateure, aufstrebende Gesellen oder werdende Meister halten?
Harald zur Hausen: Vermutlich weder noch. Wir sehen auch heute Arbeiten, die vor 30 Jahren durchgeführt wurden, unter der Perspektive der damaligen Zeit. Sicherlich werden eine Reihe weiterer wichtiger Ergebnisse in 30 Jahren verfügbar sein. Sie werden zu einem großen Teil auf dem beruhen, was früher erarbeitet wurde.

"Gyn-Info": Was ist aus Ihrer Sicht das derzeit vielversprechendste HPV-Forschungsthema? In welchem Bereich haben wir die größten Fortschritte zu erwarten?
Zur Hausen: Ich vermute, dass dies die Weiterentwicklung präventiver HPV-Impfungen und eine gezielte medikamentöse Hemmung spezifischer HPV-Funktionen sein werden.

"Gyn-Info": Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten ist die zentrale Ursache für Gebärmutterhalskrebs bekannt. Mit der Impfung steht eine nebenwirkungsarme und von den Krankenkassen bezahlte Methode zur Verfügung, diese Ursache zu vermeiden. Dennoch ist die Impfrate in Deutschland mangelhaft. Wie erklären Sie sich diese Situation?
Zur Hausen: Die Erklärung dürfte in einer bei weitem nicht ausreichenden Aufklärung über die Wirksamkeit dieser Impfung bei zuständigen Ministerien, Gesundheitsbehörden, Ärzten, Lehrern und Eltern liegen. Hier besteht in Deutschland deutlicher Nachholbedarf. Darüber hinaus gab es nicht immer korrekte Information durch Gesundheitsberater der Bundesregierung und der Länder.

"Gyn-Info": Welche Rolle spielen niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen dabei, die Impfrate zu verbessern?
Zur Hausen: Vermutlich eine wichtige. Aber auch hier ist unter einigen der Kollegen der Informationsstand verbesserungswürdig.

"Gyn-Info": Intensiv diskutiert wurde auf dem Kongress die Frage, welche epidemiologische Rolle Männer bei HPV spielen und welche Schlüsse daraus zu ziehen sind. Sie sprechen sich schon seit langem dafür aus, auch Jungen gegen HPV zu impfen. Warum?
Zur Hausen: Weil die Hochrisiko-Papillomvirus-Infektionen eine sexuell übertragbare Infektion darstellen. Die Übertragung durch junge Männer ist sicherlich ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses. Darüber hinaus treten die durch die gleichen Infektionen hervorgerufenen Anal- und Tonsillenkrebse bei Männern etwas häufiger auf als bei Frauen. Schließlich könnten wir bei globalen Impfprogrammen diese Infektionen in einer vorhersehbaren Phase wohl auch ausrotten.

"Gyn-Info": Ist die Impfung von Jungen denn realistisch? Die von HPV verursachten schweren Erkrankungen beim Mann sind selten (etwa das Penis- oder Analkarzinom) - entsprechend gering dürfte die Motivation für viele Jungen sein, sich impfen zu lassen.
Zur Hausen: Die Impfung wird dann realistisch, wenn die Preise für den Impfstoff drastisch sinken. Es muss darüber hinaus das Bewusstsein wachsen, dass wir durch eine umfassende Impfung der Jungen das Risiko für den Gebärmutterhalskrebs vermutlich rascher senken werden, als über ein umfassendes Impfprogramm für Mädchen, da in der entsprechenden Altersphase die Zahl der Sexualpartner bei jungen Männern im Durchschnitt höher liegen dürfte als bei Frauen entsprechenden Alters.

"Gyn-Info": Einige Forscher plädieren dafür, den Pap-Abstrich als Screening durch einen HPV-DNA-Test zu ersetzen. Wie stehen Sie dazu?
Zur Hausen: Nach den mir bekannten bisher vorliegenden Untersuchungen spricht alles dafür, dass der "predictive value" (die Risikovorhersage) beim HPV-DNA Test besser ist als beim Pap-Screening. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit und der Kosten bis hier ein grundsätzliches Umdenken erfolgt.

Herr Professor zur Hausen, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. Die Fragen stellte Guido Speiser.

"Gyn-Info" ist der elektronische Fach-Newsletter der Klinik für Gynäkologie (CCM, CBF), der vier Mal im Jahr erscheint.

Foto: DKZF



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20.12.2011 - Aktuelles aus den Centren

Fortbildung: Gynäkologenfrühstück im Januar 2012

Charité

Themen der Veranstaltung werden unter anderem die aktuellen Standards und Neuerungen zum Ovarialkarzinom (operativ und systemisch) sowie zum Familiären Brustkrebs sein. Außerdem wird sich unser plastischer Chirurg, Dr. Christian Witzel mit seinem Operationsspektrum bei Ihnen vorstellen. Last but not least möchten wir Ihnen aktuelle kolposkopische Fälle demonstrieren.

Einladung zum Gynäkologenfrühstück im Januar 2012 (1,5 Mb)

 

Kontakt:

Sekretariat Prof. Achim Schneider:

030 - 450 564 172



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27.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Gelungener Jahresauftakt - erstes "Gynäkologen-Frühstück"

Charité

Mit einem "Gynäkologen-Frühstück" für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen startete die Klinik für Gynäkologie (CCM, CBF) ins neue Jahr. Spezialisten der Klinik präsentierten am 14. Januar den aktuellen Wissensstand zu einem breiten Spektrum aktueller Themen – vom familiären Brust-und Eierstockkrebs bis zur operativen und systemischen Therapie des Ovarialkarzinoms. Zwei Vorträge stehen online zum Nachlesen zur Verfügung.

Anhand eines Beispiels stellte Dorothee Speiser vom Interdisdisziplinären Brustzentrum den diagnostischen Pfad bei Verdacht auf eine familiäre Belastung für Brust- und Eierstockkrebs dar. Zum Prozedere gehört die Erstellung eines Familien-Stammbaums, in dem alle relevanten Krebserkrankungen im engeren Familienumfeld verzeichnet werden. In bestimmten Fällen kann sich eine genetische Testung auf die heute bekannten Risiko-Gene (v.a. BRCA1 und BRCA2) anschließen. Eingehend erläuterte Speiser die sich aus einer positiven Testung ergebende Risikoverteilung für die Familie in dem Beispiel. Für Frauen, die von einer Mutation betroffen sind, stehen heute chirurgisch präventive Eingriffe zur Risikoreduzierung zur Verfügung – etwa die prophylaktische bilaterale Salpingo-Oophorektomie und die prophylaktische bilaterale Mastektomie. Dank ihrer biologischen Spezifika bieten die von einer genetischen Mutation ausgelösten Tumore ferner Ansatzpunkte für gezielte Therapien.

Nikola Bangemann, Oberärztin der Frauenklinik, bot einen Überblick über neue Ansätze und Standards bei der systemischen Therapie des Ovarialkarzinoms. Die Erkrankung werde leider oft spät erkannt, so dass selbst bei optimaler Therapie mehr als die Hälfte der Patientinnen nach fünf Jahren versterben. Verbesserungen der Standardtherapie (Operation und Chemotherapie) sowie der Prophylaxe seien deshalb von großer Bedeutung, unterstrich Bangemann. Zu den derzeit (durchaus strittig) diskutierten Methoden und Forschungsansätzen gehören die Salpingovarektomie als Ovarialkarzinomprophylaxe, eine veränderte Gabedauer in der adjuvanten Chemotherapie, die primäre Chemotherapie sowie zielgerichtete Therapien, etwa mit Bevacizumab und Catumaxomab.

Komplementär zur Darstellung der systemischen Therapie des Ovarialkarzinoms gab Oberarzt Vito Chiantera einen bildreichen Überblick über die aktuellen operativen Standards, in deren Mittelpunkt nach wie vor die radikale Operation mit en-bloc-Entfernung des Peritoneums steht.

Der Leiter der Abteilung Plastische Chirurgie Christian Witzel stellte sein Portfolio im senologischen und gynäkologischen Bereich vor. Seine Abteilung biete, erläuterte Witzel, ein breites Spektrum von plastischen Eingriffen an – insbesondere Brustaufbau mit Eigengewebe nach den neuesten Methoden und rekonstruktive Operationen nach Vulvakarzinomen.

Mit einer kolposkopischen Video-Demonstration schloss Klinikdirektor Achim Schneider das erste "Gynäkologen-Frühstück" in diesem Jahr ab. In den Mittelpunkt seiner Demonstration stellte Schneider praktisches Nutzwissen und Know-How für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Seine Hinweise zielten vor allem auf die korrekte technische Durchführung der Kolposkopie sowie die Interpretation und Auswertung von Verdachtsbefunden.

Das zweite "Gynäkologen-Frühstück" der Frauenklinik wird im zweiten Quartal 2012 stattfinden. Die regelmäßig angebotene Fortbildungsveranstaltung richtet sich an niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen und ist bei der Ärztekammer akkrediert.

Vorträge vom "Gynäkologen-Frühstück" (14.1. in Berlin):

Öffnet externen Link im aktuellen FensterFamiliärer Brust- und Eierstockskrebs - aktuelle Standards und Neuerungen (Dr. Dorothee Speiser)

Öffnet externen Link im aktuellen FensterTherapie des Ovarialkarzinoms - was gibt es Neues in der systemischen Therapie? (Dr. Nikola Bangemann)

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Klinik für Gynäkologie (CCM, CBF)



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27.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Relaunch der Klinik-Website

Neue Website

Die Klinik für Gynäkologie der Charité (CCM, CBF) hat ihre Website, die Sie hier sehen, umfassend neu gestaltet. Erneuert wurden nicht nur Struktur und Navigation des Online-Angebots, sondern auch alle Texte und Bilder. Leitmotive der Überarbeitung waren eine bessere Orientierung für Patientinnen sowie eine ansprechende optische Gestaltung.

"Mit unserer neuen Website wollen wir allen Patientinnen und Ratsuchenden aktuelle und verständliche Informationen zu gynäkologischen Erkrankungen bieten", betont Klinikdirektor Professor Achim Schneider. "Wir haben deshalb große Mühe darauf verwandt, wichtige Krankheitsbilder wie Brustkrebs oder Endometriose für Menschen ohne Vorwissen zu erklären." Auf eine klare und kurze Darstellung habe man deshalb ebenso Wert gelegt wie auf eine Sprache, die auf unnötiges Fachchinesisch verzichtet. Auch die international anerkannten Stärken der Klinik - etwa in der laparoskopien Operation von gynäkologischen Tumoren - stellt die neue Website ausführlich dar.

Neben den Erläuterungen zu gynäkologischen Erkrankungen finden Nutzer alle Sprechstunden, Informationen zu einem stationären Aufenthalt und Wissenswertes zur Klinik. Dazu zählen beispielsweise Anmeldemöglichkeiten, eine Vorstellung des Ärzte-Teams und eine Bildergalerie. Nicht zuletzt widmet die Website auch dem starken Engagement der Klinik in Lehre und Forschung breiten Raum. Übersichtstexte und verlinkte Literaturangaben stellen die klinische Forschung und die Grundlagenforschung dar – etwa in den Bereichen HPV, Gebärmutterhalskrebs und Inkontinenz.

"Wir zeigen auf unserer Website, dass eine erfolgreiche Behandlung nur mit Wissen, Zuwendung und Forschung gelingt", erläutert Klinikdirektor Schneider. Mit der Neugestaltung sei man dem Ziel, eine umfassende Informations- und Service-Plattform im Netz zu bieten, einen Schritt näher gekommen. "Aber wir wissen auch: wir müssen immer besser werden." An der Website werde deshalb laufend weitergearbeitet. Dabei sei jegliches Feedback von Nutzern - ob von Ärzten, Patientinnen oder Interessierten - jederzeit willkommen.

Hier geht es zur Startseite der neuen Klinik-Website

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28.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Der schwierige Fall: Hormongabe nach Lungenembolie

Arztgespräch

Eine junge Frau mit einer ungewöhnlichen Krankheitsgeschichte bat uns um Rat: Nach einer Thrombose mit Lungenembolie und Lungenentzündung musste sie die Pille "Valette" absetzen. Danach litt sie immer wieder an starken Dauerblutungen. Welche Medikation, so ihre Frage, sollte sie zur Behandlung der Blutung einnehmen?

Der Fall:

Bei der 22 Jahre alten Frau wurde zunächst eine Thrombose mit Lungenembolie und Lungenentzündung diagnostiziert. Sie begann eine Falithrom-Therapie und setzte aus diesem Grund die Pille "Valette" umgehend ab. Vier Monate später bekam sie eine vierwöchige Dauerblutung, die mittels einer Ausschabung behandelt wurde. Vor dem Hintergrund der Blutung wurde ihr geraten, Falithrom abzusetzen, und stattdessen Clexane 80 zu spritzen. Auch nach diesem Medikationswechsel bekam sie aber wieder eine starke Dauerblutung. Die an uns gerichtete Frage lautete: Welche hormonelle Medikation ist in diesem Fall zur Behandlung der Blutungen zu empfehlen?

Unsere Empfehlung:

Aufgrund der Lungenembolie sollten alle Östrogen-haltigen Therapien vermieden werden. Die kombinierte Pille wie "Valette", aber auch das Pflaster "Evra" oder der Verhütungsring "Nuvaring" sollten das ganze Leben lang nicht mehr eingenommen bzw. angewendet werden. Theoretisch können solche Präparate zwar auch unter einer Falithrom- oder Clexane-Therapie gegeben werden, da die Antikoagulation stärker auf das Gerinnungssystem wirkt als die Pille. Eindeutig vorzuziehen ist aber eine dauerhafte und stabile Lösung.

Trotz der Lungemembolie dürfen in diesem Fall aber weiterhin alle Gestagenmonopräparate eingenommen werden, also die Minipille "Cerazette", das Verhütungsstäbchen "Implanon", und z.B. Chlormadinonacetat, das als Medikament bei Blutungsstörungen eingesetzt wird. Leider bleibt aber nur die Hälfte der Frauen, die Gelbkörperhormone einnehmen, blutungsfrei. Bei der anderen Hälfte treten immer wieder Durchbruchsblutungen auf, die aber nur zehn Prozent der Frauen als so störend empfinden, dass sie das Hormon wieder absetzen müssen. Letztlich empfehlen wir im vorliegenden Fall also, ein Gestagen-haltiges Medikament auszuprobieren.

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30.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Parp-Inhibitoren - der aktuelle Stand

Struktur von PARP-1

Auf Parp-Inhibitoren wurden vor einigen Jahren große Hoffnungen gesetzt. Einige sahen in den Substanzen ein ähnliches Potenzial für die Krebsbehandlung wie Herceptin. Die Begeisterung ist inzwischen Ernüchterung gewichen. Wir stellen den aktuellen Stand bei der Entwicklung von Parp-Inhibitoren vor.

Das nukleäre PARP-Enzym ist für die Reparatur von Einzelstrangbrüchen der DNA verantwortlich. Bei gehemmter PARP werden diese Einzelstrangbrüche nicht mehr repariert, so dass sich bei der nächsten Zellteilung Doppelstrangbrüche bilden. In Zellen mit gestörter Doppelstrangreparatur, z.B. bei Patientinnen mit BRCA-1/2-Mutationen, werden die Strangbrüche dann nur noch fehlerhaft oder gar nicht mehr repariert. Die Folge: Betroffene Tumorzellen gehen in die Apoptose. Tumoren mit einer Keimbahn- oder somatischen Mutation in den BRCA-Genen reagieren deshalb besonders empfindlich auf PARP-Inhibitoren.

Im Jahre 2010 gab es für Frauen neue Hoffnung: "Die Behandlung mit Parp-Inhibitoren wird einen ähnlichen positiven Effekt ergeben wie Herceptin. Ein Drittel der Frauen mit Brustkrebs werden von diesen neuen Substanzen nachhaltig profitieren", erklärte der Tumorgenetiker Alfons Meindl aus München. Die Arbeitsgruppen von O´Shaughnessy und Tutt hatten Mammakarzinom- und Ovarialkarzinompatientinnen effektiv behandelt, sofern eine BRCA-Mutation oder ein triple negatives Mammakarzinom vorlag. Das Ergebnis der sofort begonnene Phase-III-Studie war aber enttäuschend: Iniparib hatte in der Phase-III-Studie keine wesentliche Verbesserung der Chemotherapieeffektivität bei Frauen mit triple negativem Mammakarzinom gezeigt. Die Entwicklung von Iniparib wurde somit zunächst in den Grundlagenbereich zurückgestellt.

Zu Olaparib wurden 2009 beim ASCO erste positive Daten aus zwei Phase II-Studien in den Indikationen Ovarialkarzinom und Mammakarzinom bei BRCA1/2 mutationspositiven Patientinnen vorgestellt und 2010 (1, 2). Die Behandlung von Patientinnen mit rezidiviertem Platin-sensiblem Ovarialkarzinom zeigt einen Vorteil im progressionsfreien, aber nicht im Gesamtüberleben (3, 4, 5)

Daher wurde vom Hersteller die  Entscheidung getroffen, die Effektivität von Olaparib nicht in einer Phase III Studie zu untersuchen.

Bis auf weiteres werden daher Parp-Inhibitoren nicht für den klinischen Einsatz zur Verfügung stehen, zum jetzigen Zeitpunkt sind leider auch keine neuen Studien geplant. Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse der im Moment laufenden Studien Anlass geben, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wieder aufleben zu lassen.

Referenzen:

1: Tutt A, et al. Lancet 2010; 376: 235–44
2: Audeh MW. Lancet 2010; 376: 245–51
3: Gelmon, ASCO 2010. Journal of Clinical Oncology 2010; 28 (15S): Abs. 3002
4: Kaye et al., ESMO 2010. Annals of Oncology 2010; 21 (Suppl 8): 304,  Abs. 9710
5: Ledermann et al., ASCO 2011. Journal of Clinical Oncology 2011; 29 (15, Suppl) Abs. 5003

Iniparib plus Chemotherapy in Metastatic Triple-Negative Breast Cancer
Joyce O'Shaughnessy, M.D.,.N Engl J Med 2011; 364:205-214January 20, 2011
A randomized phase III study of iniparib (BSI-201) in combination with gemcitabine/carboplatin (G/C) in metastatic triple-negative breast cancer (TNBC)., J 0`Shaughnessy, J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr 1007)

Motiv: adaption from PDB.org

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30.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Intimpflege neu betrachtet

Hochspritzendes Wasser

In der gynäkologischen Praxis sind rezidivierende Infekte der Scheide, des Scheideneinganges, der Vulva, der Perineums und des perianalen Bereiches häufig. Zu den Ursachen kann ein wenig optimales Reinigungsverhalten gehören, wie der Vergrößerungsblick mit dem Exoskop zeigt. Wir haben deshalb einige Vorschläge zur Intimpflege für Patientinnen zusammengestellt. Diese können Sie gerne für Ihren Arbeitsalltag einsetzen, etwa als Infoblatt.

Die gynäkologische Untersuchung mit dem vergrößernden Exoskop ergibt bei einigen Patientinnen nicht selten eine Stuhlverunreinigung um den Anus, die auf eine relative Inkontinenz bei Zustand nach schweren Geburten oder Traumata, auf Mariskenbildung oder auch auf suboptimale Perianal- und Genitalhygiene zurückzuführen ist. Diese Verunreinigungen sind nicht unbedingt mit dem bloßem Auge erkennbar und die Frauen nicht „unsauber“.

Die Hauptnachricht an Frauen mit chronisch rezidivierenden Beschwerden sollte sein: ändern Sie Ihr Reinigungsverhalten nach dem Stuhlgang. Benutzen Sie – wenn vorhanden – ein Bidet, die Dusche oder eine Schüssel, wo sie sich mit lauwarmem Wasser reinigen und anschließend eventuell – wenn notwendig – mit Vaseline nachbehandeln. Dies sollte nach jedem Stuhlgang erfolgen. Es verhindert die Kontamination im Ano-Genitalbereich und kann nach unserer Erfahrung die bestehenden Beschwerden häufig lindern oder komplett zum Verschwinden bringen.

Wir hoffen, die folgenden Tipps für Patientinnen helfen Ihnen als behandelnde Ärzte in der täglichen Arbeit. Für Verbesserungen und Hinweise stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Tipps zur Intimpflege für Patientinnen

Das sollten Sie wissen:

• Feuchte parfümierte Tücher, Intimsprays, Slipeinlagen, raues Toilettenpapier und mehrfaches Waschen pro Tag sind nicht sinnvoll, da dies zu juckenden, brennenden und entzündeten Hautveränderungen führen kann.

• Bei der Pflege des Intimbereiches ist zu berücksichtigen, dass Fortpflanzungsorgane und Darmausgang nahe beieinander liegen. Der Darm beherbergt Bakterien und Pilze. Das ist völlig normal. Der Stuhl besteht bis zur Hälfte aus Bakterien. Bei jedem Stuhlgang wird die Region um den Darmausgang mit Darmkeimen und mit Verdauungssäften verunreinigt.

• Im Intimbereich produzieren Talgdrüsen eine fettende Schutzschicht, die die Haut "versiegelt". Diese Schutzschicht verhindert, dass Bakterien und Pilze Scheide oder Harnröhre infizieren.

• Intimpflegemaßnahmen wie intensives Reinigen mit Wasser und Seife (dies gilt auch für pH-neutrale Seife), mechanische Prozeduren, wie wiederholtes Wischen mit Toilettenpapier oder andere Intimpflegemittel zerstören oder entfernen den Fettfilm. Die Haut wird gereizt und Trockenheit, Jucken oder Brennen können resultieren.

Wie sollten Sie bei der Reinigung vorgehen?

• Versuchen Sie nach dem Stuhlgang so zu reinigen, dass Scheide und Harnröhre nicht mit Stuhl in Berührung kommen.

• Wir empfehlen nach dem Stuhlgang die feuchte Reinigung nur mit Wasser mithilfe eines Bidets. Sollte Ihnen kein Bidet zur Verfügung stehen, ist auch Abduschen oder Abwaschen (weiche Einmalwaschlappen) des Analbereichs mit lauwarmem Wasser geeignet. Anschließend genügt das Abtrocknen mit einem Tuch oder Toilettenpapier. Das Auftragen von Vaseline kann ebenfalls hilfreich sein.

Wie kann man chronischen Entzündungen im Genitalbereich vorbeugen?

• VOR dem Stuhlgang den Bereich um den Darmausgang mit Vaseline einfetten. Nach Stuhlgang und Reinigung mit Wasser Vaseline auftragen.

Foto: Andrey Armyagov - Fotolia.com

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30.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Erster Patiententag zu erblichem Brust- und Eierstockkrebs

CCM Turm 300 200

Rund zehn Prozent aller Brustkrebsfälle sind erblich: mutierte Gene wie BRCA1 und BRCA2 lösen die Erkrankung aus. Doch wie lässt sich das individuelle Risiko ermitteln? Wann ist eine genetische Testung sinnvoll? Auf dem ersten Patiententag des Zentrums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Charité (5. Mai, 10.00 - 13.00 Uhr, Campus Charité Mitte) beantworten Experten der Charité diese und weitere Fragen.

Die kostenlose Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Das Programm und die Veranstaltungsdetails finden Sie in unserem Flyer.

Einladung zum ersten Patiententag des Zentrums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

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30.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Charité forscht an therapeutischer HPV-Impfung

Günter Cichon

Gebärmutterhalskrebs ensteht aus einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV). An der Frauenklinik der Charité forscht PD Dr. Günter Cichon an der Entwicklung eines Impfstoffs für Frauen, die mit den Viren infiziert und bei denen bereits Zellveränderungen des Gebärmutterhalses nachgewiesen sind. Im Interview erläutert Cichon, wie die Impfung funktioniert.

Beatrice Hamberger: Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 5.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Wie entsteht diese Krebsart eigentlich?
Günter Cichon:
Ursache für die Entstehung von Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses sind Infektionen mit Papillomaviren (HPV). Das Problem ist, dass das Immunsystem der betroffenen Frauen die krankheitsauslösenden Viren häufig nicht rechtzeitig erkennt, und diese dadurch im Verborgenen ihr Unwesen treiben können.

Hamberger: Diese Krebsvorstufen lassen sich aber im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung nachweisen?
Cichon:
Das Ziel der jährlichen Krebsvorsorge ist es, die durch die HPV-Infektion ausgelösten Zellenveränderungen rechtzeitig zu erkennen, bevor sie bösartig werden. In Deutschland werden jedes Jahr rund eine Million auffällige Pap-Abstriche erhoben, bei rund zehn Prozent liegen schwerwiegende Veränderungen vor.

Hamberger: Welche Therapie steht diesen Frauen zur Verfügung?
Cichon: Derzeit können wir den betroffenen Frauen nur die operative Entfernung des befallenen Gewebes durch eine Laserbehandlung oder eine chirurgische Abtragung des betroffenen Gewebes anbieten.

Hamberger: Die Konisation?
Cichon: Allein in Deutschland müssen sich aus Mangel an gewebeschonenden Therapien jährlich mehr als 100.000 Frauen einer Konisation unterziehen. Wir wissen aber, dass sich durch den Eingriff das Frühgeburtsrisiko erhöhen kann, so dass es wünschenswert wäre, den betroffenen Frauen eine wirksame, aber gewebeschonende Therapiealternative anbieten zu können.

Hamberger: Sie forschen an einer gewebeschonenden Therapiealternative. Welchen Ansatz verfolgen Sie?
Cichon: Wir arbeiten an der Entwicklung eines therapeutischen Impfstoffes, der bei Frauen wirkt, die bereits mit Papillomviren infiziert sind und bei denen bereits Zellveränderungen des Gebärmutterhalses durch einen auffälligen Pap-Abstrich nachgewiesen worden sind.

Hamberger: Anders als die vieldiskutierte HPV-Impfung handelt es sich bei Ihrem Impfstoff nicht um Prophylaxe, sondern um eine Therapie. Wie funktioniert diese Impfung?
Cichon: Wir versuchen durch eine lokale Behandlung des Gebärmutterhalses mit einem harmlosen Schnupfenvirus, das Immunsystem wachzurütteln und dadurch eine Immunreaktion anzustoßen, die zur Abheilung der HPV-Infektion und damit auch der gefährlichen Zellveränderungen führt. Das zur Therapie verwendete Schnupfenvirus trägt zusätzlich ein Impfgen, das dem Immunsystem hilft, die gefährlichen Papillomavirusgene besser zu erkennen.

Hamberger: Das Schnupfenvirus dient also als eine Art Lockvogel für das Immunsystem?
Cichon: Im Unterschied zu üblichen Impfungen, bei denen der Impfstoff durch eine Injektion mit einer Nadel etwa in den Oberarm verabreicht wird, kann unser Impfstoff in einem Gel von außen direkt auf die veränderten Zellen aufgetragen werden. Dieser Weg ist für die betroffenen Frauen aller Voraussicht nach vollkommen unbelastend und schmerzfrei und er hilft gleichzeitig, das Immunsystem direkt an den richtigen Ort zu führen.

Hamberger: Das klingt vielversprechend. Wo stehen Sie mit Ihren Forschungsarbeiten?
Cichon: Wir konnten bereits zeigen, dass sich menschliches Gewebe des Gebärmutterhalses hervorragend auf diese Weise von außen impfen lässt, was eine wichtige Vorrausetzung für den Erfolg der therapeutischen Impfung ist. In tierexperimentellen Untersuchungen hat unser Ansatz zu beeindruckenden Ergebnissen geführt, so dass wir im nächsten Schritt versuchen möchten, die Wirksamkeit des Ansatzes an betroffenen Frauen zu untersuchen.

Hamberger: Der nächste Schritt ist eine klinische Studie mit Patientinnen?
Cichon: Wir haben bereits in ersten Gesprächen mit dem Paul-Ehrlich-Institut die Rahmenbedingungen für eine erste Untersuchung am Menschen besprochen und hoffen, dass es uns in den nächsten Wochen gelingt, die notwendige finanzielle Unterstützung vom Bundesforschungsministerium zur Durchführung erster Untersuchung an betroffenen Frauen zu erhalten. Wenn sich zeigt, dass unser Methode tatsächlich zur Heilung der Dysplasien führt, dann könnte in sechs bis zehn Jahren eine Impfung verfügbar sein.

Hamberger: Zu guter Letzt: Birgt denn so eine Impfung mit Schnupfenviren keine Gefahren für die Frauen?
Cichon: Nein, die meisten Menschen haben bereits als kleine Kinder Kontakt mit diesen harmlosen Schnupfenviren gehabt. Hinzukommt, dass die Viren, die wir verwenden in einer Weise verändert sind, die verhindert, dass sie sich in Menschen noch selbständig vermehren können. Auf diese Weise bleibt die Infektion nur auf einen kleinen erwünschten Ort begrenzt. Diese Impfung ist harmlos und unbelastend, birgt aber die Chance die HPV-Infektion zur Abheilung zu bringen und auf diese Weise eine Operation überflüssig zu machen.

Das Interview führte Beatrice Hamberger. Quelle: Gesundheitsstadt Berlin.

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30.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Wie umgehen mit lange wartenden Patientinnen?

Wartende Frau n

"Lange Wartezeit". Wer diesen Begriff googelt, landet zunächst bei Studienplätzen und dem neuen iPad. Für Patientinnen ist aber eine andere Wartezeit oftmals bedeutender - nämlich die beim Arzt. Auch für niedergelassene und in der Klinik tätige Mediziner sind lange wartende, und deshalb gestresste Patientinnen ein wichtiger Aspekt ihrer täglichen Arbeit.

Klar ist zunächst: Längere Wartezeiten sind vor allem gegen Ende der Sprechstunde nicht immer vermeidbar. Morgens kommen mehrere Patientinnen zu spät oder auch gar nicht. Man wartet auf Patientinnen. Plötzlich kommen Notfall-Patientinnen dazwischen. Die Patientinnen, die sich verspätet haben, erscheinen gleichzeitig. Und plötzlich ist man mit zehn wartenden Frauen konfrontiert, die wieder an den Arbeitsplatz zurück müssen, oder die Kinder vom Kindergarten abholen sollen.

Praktische Tipps für die tägliche Arbeit

Wir haben einige Anregungen zusammengestellt, die Ihnen im Umgang mit zu lange wartenden Patientinnen helfen können:

• Im Warteraum sollte eine ruhige und angenehme Atmosphäre herrschen (kein grelles Licht, kein Lärm).
• Die Arzthelferin sollte die Patientin schon bei der Anmeldung darüber informieren, dass sie mit einer längeren Wartezeit zu rechnen hat. Diese Information sollte in empathischer Loyalität gegenüber Ihnen kommuniziert werden ("die arme Frau Doktor musste heute...").
• Holen Sie die Patientin selbst im Wartezimmer ab und begrüßen Sie sie mit Namen und Handschlag.
• Strahlen Sie Ruhe aus, auch wenn sie innerlich angespannt sind. Zeigen Sie nie, dass sie in Eile oder unter Druck sind.
• Beginnen Sie das Gespräch mit "Wie geht es Ihnen?" oder "Wie fühlen Sie sich?"
• Erklären Sie zu Beginn des Gespräches den Grund für die lange Wartezeit. Geben Sie dabei den wahren Grund an, keine Ausreden.
• Entschuldigen Sie sich für die lange Wartezeit.
• Wenn Sie wissen oder merken, dass die Patientin zu viel Gesprächsbedarf hat, sagen Sie ihr, dass Sie heute nur fünf Minuten mit ihr sprechen können und bieten ihr einen neuen Termin an.
• Bei der Verabschiedung danken sie der Patientin für Ihr Verständnis.
• Geben Sie der Patientin den Rat, sich für das nächste Mal als erste Patientin für den jeweiligen Sprechstundentag anzumelden, um Wartezeit zu vermeiden.

Diese Tipps mögen Ihnen banal erscheinen, oder Sie setzen sie schon seit Jahren ein. Im Alltagsstress vergisst man jedoch manchmal die einfachsten Regeln und macht sich das Arbeiten unnötig schwer.

Vielleicht haben Sie selbst einen guten Tipp für niedergelassene oder in der Klinik tätige Kolleginnen und Kollegen? Wenn ja, dann schreiben Sie uns bitte (achim.schneider(at)charite.de), wir ergänzen die Liste gerne.

Foto: © Klaus-Peter Adler - Fotolia.com

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Klinik für Gynäkologie der Charité



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30.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Der schwierige Fall: Konisation oder Trachelektomie?

Trachelektomie n

Eine Patientin bat uns per Email um eine Einschätzung ihres Befunds. Der jungen Frau wurde bei einer Konisation ein Karzinom entfernt, das aber nicht im Gesunden excidiert werden konnte. Ihre Frage lautete: Sollte zur weiteren Behandlung nun eine zweite Konisation, eine Hysterektomie oder eine Trachelektomie erfolgen?

Der Fall:

Der histologische Befund der Konisation zeigte ein invasives Plattenepithelkarzinom von 3 mm horizontaler und 2 mm vertikaler Ausdehnung ohne Befall des lymphovaskulären Raumes (L0 and V0) und nach endocervikal eine R1-Resektion im Bereich eines randbildenden CIN III ohne invasiven Anteil in diesem Bereich. Bei der jungen Patientin bestand zudem Kinderwunsch. Als weitere Therapie rieten die behandelnden Ärzte der Patientin nun zu einer Hysterektomie oder zumindest zu einer Trachelektomie. Auch eine radikale Lymphknotenentfernung wurde empfohlen. Wie lautete unsere Empfehlung?

Unsere Empfehlung:

Bei dieser Patientin kann man drei Therapieoptionen diskutieren: Nachkonisation, einfache Trachelektomie oder radikale Trachelektomie. Diese drei Optionen weisen unterschiedliche Risiken auf: In ca. ein bis zwei Prozent der Fälle wird bei einer radikalen Trachelektomie ein tumorbefallener Lymphknoten im Parametrium gefunden. Konisation und einfache Trachelektomie können dieses Risiko nicht ausschließen, da das parametrane Gewebe mit den enthaltenen Lymphknoten und Lymphgefäßen in situ verbleibt.

Unser Rat an die Patientin lautete deshalb zunächst, sich ein persönliches Urteil über dieses Risikos zu bilden ("Bin ich bereit, dieses vergleichsweise geringe Risiko zu tragen, das im Falle seines Eintretens aber potenziell schwerwiegenden Folgen haben kann?"). Auf dieser Basis sollte sie dann gemeinsam mit ihren Ärzten eine Entscheidung treffen.

Sollte sich die Patientin gegen eine radikale Parametrektomie entscheiden, erscheint eine Nachkonisation nur notwendig, wenn durch Kolposkopie und/oder zytologischen Abstrich und/oder endozervikale Curettage und/oder HPV-Nachweis Verdacht auf das Vorliegen von CIN besteht. Eine einfache Trachelektomie ist bei dieser Patientin nicht indiziert.

Zum Ausschluss einer Metastasierung in pelvine Lymphknoten erscheint  eine radikale Lymphonodektomie bei dieser Patientin nicht notwendig. Wir rieten zu einer Sentinel-Lymphonodektomie.

Eine für Ihre Patientinnen verständliche Beschreibung der operativen Behandlungsmöglichkeiten bei Gebärmutterhalskrebs haben wir hier zusammengestellt.

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30.01.2012 - Aktuelles aus den Centren

Online-Zugang zur Patientenakte

Stethoskop

Mit dem Ärzteportal hat die Charité einen neuen Service für niedergelassene Kolleginnen und Kollegen gestartet. Über das Portal lassen sich Befunde und Arztbriefe von gemeinsamen Patientinnen einsehen. Erfahren Sie mehr über das Angebot, das allen Niedergelassenen offen steht.

Mit dem Portal soll die Zusammenarbeit zwischen der Charité und den weiterbehandelnden Ärzten verbessert werden. "Die Kolleginnen und Kollegen haben damit einen schnellen und einfachen Zugang zu aktuellen Daten ihrer Patientinnen", erläutert Falk Erzgräber, der das Projekt an der Charité betreut. "Das dient letztlich der Qualität der Behandlung, um die es uns ja allen geht."

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum neuen Ärzteportal:

Was ist das Ärzteportal?
Das Ärzteportal stellt Befunde und Arztbriefe von gemeinsamen Patienten der Charité und niedergelassenen Ärzten online zur Verfügung. Die Daten werden fallbezogen bereitgestellt. Das heißt, sie beziehen sich nur auf das aktuelle Krankheitsbild. Alle von den Patienten benannten Ärzte und Einrichtungen können die Informationen einsehen und abrufen.

Wie komme ich als Niedergelassener an das Ärzteportal?
Rufen Sie uns an oder mailen Sie uns! Dann erläutern wir Ihnen die wenigen Details, die wir klären müssen, und senden Ihnen dann die notwendigen Informationen und Zugangsdaten zu.

Wie funktioniert das Ärzteportal?
Nach Erhalt der Zugangsdaten und Installation eines Zertifikates können Sie sich in das Ärzteportal einloggen. Sie erhalten dann eine Auswahl aller Ihrer Patienten, die bei uns behandelt werden oder behandelt wurden. Für das Portal freigegebene Befunde (Radiologie, Histologie, Laborwerte) und Arztbriefe für diese Patienten lassen sich dann einsehen oder downloaden.

Wer hat Zugriff auf das Ärzteportal? Wie sieht der Datenschutz aus?
Auf das Ärzteportal dürfen nur die Ärzte zugreifen, die explizit von den Patienten auf einer Einwilligungserklärung benannt wurden. Diese Ärzte werden von uns als Nutzer freigeschaltet. Über das Internet mit einer verschlüsselten SSL-Verbindung erhalten diese dann Zugang zu den Daten von Patienten, die der Teilnahme am Ärzteportal mit ihrem aktuellen Behandlungsfall zugestimmt haben. Die Daten stehen für drei Monate nach Abschluss einer stationären Behandlung und sechs Monate nach einer ambulanten Behandlung zur Verfügung.

Wie hoch sind die Kosten?
Die Teilnahme ist für Sie völlig kostenlos. Es fallen nur Ihre eigenen Internetgebühren an.

Fragen?
Falk Erzgräber beantwortet gerne alle Ihre Fragen zum Ärzteportal. Sie erreichen Herrn Erzgräber unter aerzteportal(at)charite.de oder telefonisch unter 030 - 450578231.

Wir würden uns freuen, wenn dieses Angebot Ihr Interesse findet und wir von Ihnen hören!

Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

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18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Onkoplastische Brustsprechstunde im Campus Benjamin Franklin

Stethoskop

Seit dem ersten Mai 2012 stellen wir unseren Patientinnen eine hochspezialisierte, onkoplastische Brustsprechstunde im Campus Benjamin Franklin, Charité bereit. Die Sprechstunde wird von Herrn Dr. I. Behluli angeboten und betreut, welcher sich, nach seiner Tätigkeit an der RWTH Aachen und der Universitätsfrauenklinik in Düsseldorf, im Rahmen eines Fellowships im Royal Perth Hospital, University of Western Australia, in der onkoplastischen Brustchirurgie spezialisierte. Er ist zertifiziert durch das Royal Australasian College of Surgeons and Breast Surgeons of Australia and New Zealand.

Das Mammakarzinom ist eine komplexe Erkrankung und diese erfordert eine interdisziplinäre Behandlung. Genau dies führen wir nun auch am CBF durch. Wir arbeiten Hand in Hand mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus den Kliniken für Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie und Haemato-Onkologie. Wir bieten jeder Patientin auch eine Betreuung durch erfahrene Psychoonkologen an. Unser Ziel ist es, jeder einzelnen Patientin die für sie bestmögliche medizinische Behandlung anzubieten. Unser Anspruch ist es, für unsere Patienten immer da zu sein. In unserer Brustsprechstunde werden Patientinnen umfassend untersucht, beraten und betreut. Bei der onkoplastischen Brustchirurgie handelt es sich um ein Verfahren, welches zwei Methoden kombiniert. Zum einen die chirurgische Entfernung des Tumors und zum anderen die plastische Rekonstruktion. Die Hauptziele der brusterhaltenden onkoplastischen Chirurgie sind, den Tumor brusterhaltend zu entfernen, das Risiko für ein Rezidiv zu minimieren und gleichzeitig die natürliche Brustform aufrechtzuerhalten (1).

Es ist bewiesen (2), dass bei einer Brusterhaltenden Therapie die Risiken für ein Rezidiv kleiner sind, je grösser die Resektionsränder gewählt werden. Und genau hier kommt der onkoplastischen Brustchirurgie eine große Bedeutung zu: je nach Tumorlokalisation(3) verwenden wir dafür die am besten erprobte onkoplastische operative Methode. Das lässt sich am Besten an einem Fallbeispiel erklären:

Eine 62 jährige Patientin stellte sich in unserer Brustprechstunde mit einem zentral liegenden, 35 mm grossen Tumor der rechten Brust, welcher hinter der Mamille lag, zur Zweitmeinung vor. Sie hatte im Voraus zwei Brustchirurgen konsultiert und es wurde ihr einstimmig eine Ablatio mammae empfohlen.

Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich eine Brustgrösse C, Ptosis Grad I und die Axilla war sowohl palpatorisch als auch radiologisch frei. Es zeigte sich ein gut palpabler, ca 35 mm grosser Tumor der rechten Brust hinter der Mamille liegend. Die Staginguntersuchungen (Knochenszintigraphie, Oberbauchsonographie, CT Thorax und Abdomen) waren unauffällig.

Nach ausführlicher Besprechung der Befunde mit der Patientin wurde die Patientin wie folgend behandelt: therapeutische Mammoplastik mit Entfernung des Mamillen- Areola-Komplexes, sofortige Rekonstruktion der Areola mit inferiorem dermoglandulären Lappen (4) und Sentinellymphknotenentfernung. Um eine eventuelle Nachresektion zu minimieren, verwendeten wir intraoperativ eine hochauflösende Mammasonographie und im Anschluss führten wir eine intraoperative Präparatradiographie durch. Radiologisch waren die Grenzen tumorfrei und histopathologisch wurde dies bestätigt. Zwei Wächterlympknoten waren sowohl im Schnellschnitt als auch laut histo-pathologischen Endergebnis tumorfrei.

Was die Patientin nicht für möglich gehalten hatte, wurde wahr. Sie wurde brusterhaltend mit einem guten kosmetischen Ergebnis operiert. Sie verliess unsere Klinik nach einem zweitägigen Aufenthalt.

  1. Losken A, Hamdi M. Partial breast reconstruction: current perspectives. Plast Reconstr Surg. 2009 Sep;124(3):722-36.
  2. Veronesi et al. Quadrantectomy versus lumpectomy for small size breast cancer. Eur J Cancer. 1990;26(6):671-3.
  3. Krishna B. Clough et al, Improving Breast Cancer Surgery: A Classification and Quadrant per Quadrant Atlas for Oncoplastic Surgery, Ann Surg Oncol (2010) 17:1375–1391
  4. McCulley SJ et al. Therapeutic mammaplasty for centrally located breast tumors. Plast Reconstr Surg. 2006 Feb;117(2):366-73.

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18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Myom- Sprechstunde

Stethoskop/Tastatur

Seit 2012 bieten wir eine spezialisierte Myomsprechstunde an.

Hier werden Patientinnen umfassend untersucht,
beraten und mögliche konservative Therapieverfahren
wie Embolisation und medikamentöse Behandlungen
sowie die unterschiedlichen operativen Möglichkeiten
im Detail besprochen.






Unser Bestreben ist es dabei, ein individuelles Therapiekonzept zu erstellen, das insbesondere den Bedürfnissen der Patientin entgegenkommt. Mit Hilfe der Office- Hysteroskopie kann bereits ambulant geklärt werden, ob eine operative Hysteroskopie angewendet werden kann (s. Abb.). 

Office- Hysteroskopie Abb.1

Erste Erfahrungen mit dem seit März zugelassenen selektiven Progesteron Rezeptor Modulator Ulipristalacetat bestätigen, dass es sich bei diesem Medikament um eine viel versprechende medikamentöse Therapieoption handelt. Wir konnten eine Myomreduktion um bis zu 50 % beobachten bei meist guter Verträglichkeit. Lediglich in einem Fall musste das Medikament aufgrund von starken Nebenwirkungen wie Schwindel und Unwohlsein abgesetzt werden. Aufgrund der deutlichen Verbesserung der klinischen Symptomatik (Therapie der Blutungsstörung, Rückgang der Beschwerden aufgrund der Größenreduktion) konnten in allen Fällen weiterführende operative Therapien zunächst vermieden werden.

Office- Hysteroskopie Abb.2

 

Ein interessanter Fall: Bei einer 43-jährigen Patientin mit unerfülltem Kinderwunsch wurde vor 5 Jahren ein ausgeprägter symptomatischer Uterus Myomatosus mit Adenomyosis uteri als Begleitkomponente gesichert. Eine laparoskopische Myomenukleation war nicht ziel-führend aufgrund der diffusen Adenomyose und der multiplen Myome. Der Patientin wurde zu einer Hysterektomie geraten, die die Patientin bei dringendem Kinderwunsch ablehnte. Wir leiteten eine Gestagenmonotherapie ein, um die Adenomyose und die Blutungsstörungen zu behandeln, darunter war die Patientin mehrere Jahre beschwerdefrei, der Uterus in seiner Größe stabil. Die Patientin stellte sich dann nach einer zwei-jährigen Pause im Februar diesen Jahres erneut in unserer Hochschulambulanz vor. Der Uterus war extrem gewachsen, reichte nunmehr bis zum Nabel und die Patientin war zunehmend im Sitzen luftnötig und deutlich in ihrer körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt. Erneut wurde der dringende Rat zur Hysterektomie ausgesprochen, erneut lehnte die Patientin dies für sich ab. Es wurde eine Therapie mit Ulipristalacetat eingeleitet, nach 3 Monaten ist die Portio Fundus-Länge von 18 cm auf 11 cm zurückgegangen, der Patientin geht es klinisch wieder sehr gut – sie ist sehr zufrieden mit dieser (möglicherweise nur vorübergehenden) Lösung. Hier wäre prospektiv sicher eine intermittierende Ulipristalacetatherapie sinnvoll. Da entsprechende Studien bereits in der Planung sind, kann die Patientin möglicherweise noch länger konservativ geführt werden.

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18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Was hält uns kontinent und welche Mechanismen versagen bei Inkontinenz?

Wassertropfen

In einer DFG- geförderten Studie untersuchen Bärbel Junginger (wissenschaftliche Mitarbeiterin und Physiotherapeutin) und PD Dr. Kaven Baessler (zertifizierte Urogynäkologin das australischen Colleges für Gynäkologen) welche Mechanismen dafür sorgen, dass wir "dicht" bleiben und welche Mechanismen versagen, wenn wir unwillkürlich Urin verlieren.

Dazu wird eine erweiterte Blasen- Funktionsmessung (Urodynamik) durchgeführt: Neben dem üblichen Blasen- und Urethradruckkatheter und der Blasenfüllung mit warmen Wasser wird ein Beckenboden- EMG (Messung der Muskelströme über Oberflächenelektroden wie beim EKG) sowie ein EMG der Bauchmuskulatur abgeleitet. Um die bindegewebige Aufhängung der Urethra zu beobachten, wird der perineale Ultraschall eingesetzt (s. Abb.). Im Stehen werden die Dynamik des Bindegewebes, der Muskulatur und des Bauchinnendruckes bei funktionellen Aufgaben wie z.B. Husten, Nase-Schnäuzen und Heben geprüft.

Blasenhalsposition in Ruhe 300

Erste Ergebnisse bei gesunden Frauen zeigen, dass die Kontinenz durch eine Beckenboden- Kontraktion gesichert wird, die ca. 60 ms vor dem Druckanstieg beim Husten z.B. stattfindet. Diese Beckenboden- Kontraktion dient als Widerlager für die Harnröhre, die dann durch den folgenden Druckaufbau im Bauchraum gegen die Muskulatur gepresst wird. Diese sogenannte Prä- Kontraktion führt nicht zu einer Erhöhung des Harnröhren- Verschlussdruckes und eleviert auch nicht den Blasenhals.
Bei Frauen mit Belastungsinkontinenz (unwillkürlicher Harnverlust beim Husten z.B.) scheint häufig eine nicht adäquate Bindegewebsaufhängung oder nicht ausreichende Blasenhals- Anhebung durch die Beckenboden- Kontraktion vorzuliegen. Die bisher erhobenen Daten müssen noch genau evaluiert werden.
Was tun bei Inkontinenz? Auch im Rahmen der DFG- Studie führen wir eine randomisierte Studie durch, wobei zwei Arten von Beckenboden- Physiotherapie verglichen werden (gezielte Ultraschall- gestützte Rehabilitation oder Biofeedback- Therapie).

Gesunde oder auch inkontinente Frauen sind eingeladen, an der Studie teilzunehmen. Die Kontaktaufnahme kann per E-Mail (baerbel. junginger@charite.de) oder per Telefon 030 8445 2996 erfolgen.


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18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Der endokrinologische Fall

Tabletten

Einer jungen Patientin, GI PI, mit prospektivem Kinderwunsch wurde eine Mirena zur Kontrazeption eingelegt. Die Patientin hat einen Uterus bicornis. Sie wollte nun von uns wissen, ob Mirena bei einem Uterus bicornis eine sichere Verhütungsmethode ist.

Die Frage der Patientin ist mit „Nein“ zu beantworten: Mirena ist für Frauen mit einem Uterus biscornis keine sichere Verhütungsmethode.

Was ist Mirena:

Mirena ist eine elastische T-förmige  Spirale aus Polyethylene mit einem Silikon-Reservoir, das 52mg Levonorgestrel (LNG) enthält. Aus diesem Reservoir werden zu Beginn 20µg und nach 5 Jahren >10µg LNG in 24 Stunden abgegeben.  Die höchsten Konzentrationen werden im Endometrium erreicht und sind hier 200 – 800x höher als bei der oralen Einnahme von 30µg LNG (28 Mini). Im Myometrium und den Tuben sind die LNG -Konzentrationen dagegen ähnlich bei intrauteriner und oraler Anwendung. Auch wenn LNG schnell durch das Kapillarnetz des Uterus absorbiert wird erreichen die Plasmakonzentrationen nur 100-200pg/ml und sind damit deutlich niedriger als bei oraler Einnahme.

Wie erklärt sich die kontrazeptive Wirkung von Mirena?

Die kontrazeptive Wirkung von Mirena ist mit einem Pearl Index von 0.0 – 0.2 sehr gut. Die kontrazeptive Wirkung ist nicht einer einzelnen, sondern einer Kombination verschiedener Wirkungsmechanismen zuzuschreiben:

  • der Zervixschleim verdickt und ist damit für Spermien undurchlässiger
  • das intrauterine und intratubare Millieu hat eine spermizide und ovizide Wirkung
  • das Endometrium weist Fertilisations-hemmenden Veränderungen auf (Glycodelin A)
  • es kommt zur endometriellen Atrophie
  • die ovarielle Funktion wird gestört.

 

Aufgrund des Konzentrationsabfalls vom LNG im Endometrium – Myometrium – Plasma ist die beständigste kontrazeptive Wirkung infolge intrauteriner Veränderungen, während die antiovulatorische Wirkung unsicher ist: bei allen Frauen verursacht Mirena  gleiche endometrielle Veränderungen, aber ~ 85% der Frauen ovulieren. Infolge der spermiziden, oviziden und Fertilisations-hemmenden Wirkung wird eine antinidatorische Wirkung aber dennoch die Ausnahme sein, auch wenn eine Ovulation erfolgt.

Warum ist die kontrazeptive Wirkung der Mirena zu unsicher bei einem Uterus bicornis und was sollte man empfehlen?

Bei  einem Uterus bicornis ist nicht von einer zuverlässigen kontrazeptiven Wirkung durch Mirena auszugehen, da im „leeren“ Uterushorn die intrauterinen LNG Konzentrationen zu niedrig sind, um die übliche intrauterine kontrazeptive Wirkung entfalten zu können.

Für die Kupferspirale gibt es Einzelfallbeschreibungen, dass Frauen mit einem Uterus bicornis Kupferspiralen in jedes Horn gelegt wurden. Für Mirena gibt es solche Fallbeschreibungen in der Literatur nicht. Da bei der genannten Patientin in einem Horn die Mirena gut liegt, wäre die Einlage einer zweiten Mirena theoretisch möglich, falls beide Uterushörner gleich gut ausgebildet sind. Das Risiko einer Uterusperforation oder Expulsion der Spirale wäre aber sicherlich erhöht und auch die peripheren Plasmaspiegel von LNG wären dann höher als üblich. Eine solche Entscheidung sollte nur getroffen werden, wenn die Patientin über die erhöhten Risiken informiert ist, der Arzt eine große Erfahrung mit Mirena hat und eine sichere Nachsorge gewährleistet ist. Selbst unter diesen Voraussetzungen ist ein solcher Versuch als  „experimentell“ zu werten.

Zu empfehlen ist, dass die Patientin entweder auf eine systemische hormonelle Kontrazeption umsteigt bzw. diese zusätzlich verwendet oder zusätzlich Barrieremethoden benutzt, falls sie die Mirena aus anderen Gründen (z.B. Blutungsreduktion) weiter tragen möchte.

Literatur:

Lähteemäki et al. (2000) „The levonorgestrel intrauterine system in contraception“, Steroids 65; 693-697

Guillebaud (2009) „Contraception: your questions answered“, Churchhill Livingsstone, 5th Edition.

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18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Hysteroskopie

Hysteroskopie OP

Seit Anfang 2000 hat sich die Hysteroskopie technologisch deutlich verbessert. Von einer Situation, wo Gebärmutterspiegelungen nur unter Narkose möglich waren, hat sich langsam ein Hysteroskopiesystem entwickelt mit feinen, starren oder flexiblen Hysteroskopen. Diese ermöglichen nun, hysteroskopische Untersuchungen unter ambulanten Bedingungen durchzuführen. Mit der Anwendung zusätzlicher Instrumente hat sich vor kurzem das Konzept der „Office Hysteroskopie“ etabliert. Die ambulante Hysteroskopie ist nicht mehr nur ein diagnostisches Prozedere, sondern ein großer Teil der intrauterinen Pathologie kann gleichzeitig behandelt werden („See & Treat“).

Um die vielseitigen Aspekte der Hysteroskopie zu zeigen, stellen wir Ihnen diesen interessanten Fall vor: Bei einer 33-jährigen Patientin bestand ein Zustand nach Abruptio (in der 18. SSW wegen Anhydramnion und retrochorialen Hämatom) und bis 3 Monate postoperativ persistierenden Blutungsstörungen. Die Patientin wurde in unsere ambulante hysteroskopische Sprechstunde überwiesen. Die diagnostische Hysteroskopie ergab eine polypöse Veränderung im Bereich der linken Seitenwand (s. Abb.), vereinbar mit Plazentaresten. Es erfolgten Biopsien. Dabei kam es zu einer starken Blutung und die Patientin wurde zur operativen Hysteroskopie stationär aufgenommen. Die Plazentareste konnten komplett entfernt werden. Es zeigte sich außerdem unter hysteroskopischer Sicht, dass im Bereich der Plazentareste tief im Myometrium ausgeprägte dilatierte Gefäße einmündeten. Diese Gefäße wurden mittels einer bipolaren Loop koaguliert. Bei Verdacht auf atero-venöse Anomalie wurde eine uterine Dopplersonographie indiziert, die die Diagnose bestätigte. Bei Persistenz einer leichten Blutung wurde der Patientin die Embolisation der Arteria uterina empfohlen. Diese erfolgte komplikationslos und die Patientin konnte blutungsfrei entlassen werden.

Hysteroskopie reziduaplacenta 300

Bei diesem Fall hat sicher die Hysteroskopie geholfen, eine richtige Diagnose zu stellen und die weitere Therapie bestimmt. Eine Kürettage hätte für diese Patientin katastrophale Konsequenzen gehabt.

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22.08.2013 - Aktuelles aus den Centren

Prolongierte TAM-Gabe

Adjuvante Therapie mit Tamoxifen- besser 10- als 5 Jahre?!
Nikola Bangemann

Davies C, Pan H, Godwin J, Gray R, Arriagada R, Raina V, Abraham M, Alencar VHM, Badran A, Bonfill X, Bradbury J, Clarke M, Collins R, Davis SR, Delmestri A, Forbes JF, Haddad P, Hou M-F, Inbar M, Khaled H, Kielanowska J, Kwan W-H, Mathew BS, Müller B, Nicolucci A, Peralta O, Pernas F, Petruzelka L, Pienkowski T, Rajan B, Rubach MT,  Tort S, Urrutia G, Valentini M, Wang Y, Peto R (for the Adjuvant Tamoxifen: Longer Against Shorter (ATLAS) Collaborative Group
Long-term effects of continuing adjuvant tamoxifen to 10 xears versus stopping at 5 years after diagnosis of oestrogen receptor-positive breast cancer: ATLAS, a randomised trial
Lancet. 2012 Dec 4. pii: S0140-6736(12)61963-1. doi: 10.1016/S0140-6736(12)61963-1.
[Epub ahead of print]

Die ATLAS Studiengruppe konnte jetzt beweisen, dass Frauen von einer prolongierten Tamoxifentherapie signifikant profitieren können. Unter Berücksichtigung des kumulativen Effekts mit der vorausgeganenen Tamoxifentherapie kann man davon ausgehen, dass eine 10jährige Tamoxifentherapie im Vergleich zu keiner Behandlung die Bruskrebsmortalität  nahezu halbieren kann.

Die adjuvante Therapie des Mamma-Carcinoms mit Tamoxifen reduziert die Rezidivrate in den ersten 10 Jahren nach der Diagnose um mehr als 30%. Die Brustkrebs- spezifische Mortalität kann sogar bis zu 15 Jahre nach der Diagnose um 30% jährlich reduziert werden. (2,8)
Auf der anderen Seite ist bekannt, dass das Rezidivrisiko nach Tamoxifentherapie für Hormonrezeptor positive Frauen aller Risikoklassen (11,12) hoch bleibt: Mehr als die Hälfte aller Rezidive und Brustkrebs -Todesfälle werden nach der endokrinen Therapiephase von 5 Jahren beobachtet: Jährlich rezidivieren ca. 2% aller N0 bzw. 4% aller N1 Patientinnen (2)
Die ATLAS Studie hatte das Ziel, Wirkungen und Nebenwirkungen einer über 5 Jahre hinausgehende adjuvante Tamoxifentherapie zu evaluieren.

Studiendesign:
Die ATLAS- Studie wurde weltweit als multizentrische, randomisierte, offen-kontrollierte Studie geführt. Zwischen 1996 und 2005 wurden 12.894 Patientinnen aus 36 Ländern eingeschlossen.  Frauen mit Kontraindikationen gegen Tamoxifentherapie (z.B. Endometriumhyperplasie oder Gerinnungs-störungen) konnten nicht teilnehmen. Die Randomisierung erfolgte nach 5 Jahren adjuvanter Tamoxifentherapie. In der Therapiegruppe wurde die Behandlung mit 20mg täglich für 5 Jahre fortgesetzt, die in die Kontrollgruppe randomisierten Frauen erhielten keine weitere Therapie. 
Die Effektivitätsanalyse erfolgte anhand der 6846 Hormonrezeptor- positiven Patientinnen, während  sich die Verträglichkeitsbeurteilung auf alle eingeschlossenen Patientinnen -unabhängig vom Rezeptorstatus- bezog. Rezidive, Zweiterkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle wurden jährlich vom Studienzentrum zentral registriert

Ergebnisse:
Bei Studieneinschluss waren die Patientinnen im Mittel 54 Jahre alt und 10% prämenopausal. Die mittlere Beobachtungszeit lag bei 7,6 Jahren. Die auf 10 Jahre verlängerte Tamoxifentherapie reduzierte die Rezidivrate fünf bis vierzehn Jahre nach der Diagnose signifikant um 16%  (RR 0.84, 95% CI 0.76-0.94) Die Brustkrebs -bezogene Mortalität und auch die Gesamtmortalität konnte durch die Verlängerung der Therapie ebenfalls reduziert werden.
Im Vergleich zu der Kontrollgruppe war die Rezidivrate in den Therapiejahren 5-9 nicht signifikant reduziert (RR 0.90, 95% CI 0,79-1,02).
Der Effekt 10 Jahre nach der Diagnose Brustkrebs war beeindruckend: Rezidive waren um 25% seltener (RR 0,75; CI 0,62-0,90), die Brustkrebsmortalität war signifikant absolut um 2,8% reduziert. 
Die Verträglichkeit war insgesamt gut. Tamoxifen-typische Nebenwirkungen wie Lungenarterienembolie traten in der Therapiegruppe häufiger auf (RR 1,87; CI 95% 1,13-3,07 p=0,01), die Mortalität war dagegen in beiden Gruppen gleich. Die Inzidenz des Endometriumkarzinoms war unter der längeren Tamoxifengabe 1,5% häufiger, die Mortalität mit 0,4% vs. 0,2% in der Kontrollgruppe aber nicht wesentlich erhöht. Die Inzidenz des Apoplex war nicht erhöht. Kardiale Erkrankungen wie Herzinfarkt traten nicht signifikant unterschiedlich auf (RR 0,85; CI 0,69-1,03). Daten über die Lebensqualität, über klimakterische Beschwerden, Alibidinie und affektive Störungen wurden in der vorliegenden Arbeit nicht genannt.

Diskussion:
Eine adjuvante Therapie mit Tamoxifen über fünf Jahre reduziert die 10 Jahresrezidivrate, auch die jährliche Brustkrebsmortalität ist für behandelten Patientinnen während der ersten 15 Jahre nach Diagnose um 30% geringer als bei Unbehandelten (2,8)
Die ATLAS Studiengruppe konnte jetzt beweisen, dass Frauen von einer prolongierten Tamoxifentherapie signifikant profitieren können. Unter Berücksichtigung des kumulativen Effekts mit der vorausgeganenen Tamoxifentherapie kann man davon ausgehen, dass eine 10jährige Tamoxifentherapie im Vergleich zu keiner Behandlung die Bruskrebsmortalität  nahezu halbieren kann.
Da bereits eine fünfjährige Behandlung mit Tamoxifen die Rezidivrate für die ersten 10 Jahre nach Diagnose senkt, ergab die ATLAS Studie erwartungsgemäß, dass in den Therapiejahren 5-9 nur ein geringer additiver Effekt  durch eine prolongierte Behandlung erreicht werden kann. Nach einer Beobachtungszeit von 10 Jahren wurde dagegen signifikant nachgewiesen, dass gerade in den Zeitraum von 10-15 Jahren nach Brustkrebsdiagnose die krankheitsfreie Zeit und die Brustkrebsmortalität durch eine längere Therapie besser waren, als nach der üblichen Behandlungsdauer. 
Die Verträglichkeit der längeren endokrinen Behandlung war gut. Thromboembolien kamen in der Therapiegruppe häufiger vor, wiesen aber im Vergleich zur Kontrollgruppe keine erhöhte Mortalität auf. Die höhere Inzidenz des Endometriumkarzinoms spielt für prämenopausale Patientinnen keine Rolle, muss dagegen bei postmenopausalen Frauen berücksichtigt werden. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Reduktion der Brustkrebsmortalität um 2,8% die Mortalität des Endometriumkarzinoms (o,4% vs. 0,2% in Kontrollgruppe) bei weitem aufwog.
Die Langzeitergebnisse vergleichbarer Studien (9,13) stehen aus und sollten vor Optimierung der üblichen adjuvanten Therapiezeit abgewartet werden.

Kommentar:
Im Rahmen der Atlasstudie konnte das zweite Mal der Wert einer prolongierten endokrinen Therapie nachgewiesen werden. Erstmals war dies bereits der Gruppe um PE Goss(5,6,10) gelungen:
Patientinnen, die nach 5 Jahren Tamoxifen 5 Jahre Letrozol erhielten, hatten nach 28 Monaten follow up eine  um 42% geringere Rezidivrate als die Plazebogruppe, auch die Mortalität konnte bei guter Verträglichkeit reduziert werden.
Die fehlende Plazebokontrolle ist der Schwachpunkt der Studie, da der Effekt einer Substanz zu mehr als 40% plazeboassoziiert sein kann (14).
Das Pro der Studie ist die hohe Patientinnenzahl, das lange Follow-up und die sorgfältige Dokumentation der Daten im Rahmen eines adäquaten Studienprotokolls.
Prinzipiell stellt sich schon heute die Frage, für welche Patientin die längere Therapie ein Gewinn darstellen kann: So würde eine  Frau mit einem relativen Rezidivrisiko von 10% durch die längere Tamoxifentherapie  absolut ein um 1,6% geringeres  Rezidivrisiko  aufweisen, eine Frau mit einem Risiko von 60% hätte dagegen ein um 10% geringeres Risiko. Dieser mögliche Gewinn muss gegen die sicheren Nebenwirkungen abgewogen werden. Junge Frauen leiden häufig unter Gewichtsveränderungen, Übelkeit, Alibidinie, Kinderlosigkeit, Haarverlust, Muskel- und Gelenkschmerzen, sodass es oft schwer ist, eine endokrine Therapie von nur fünf Jahren durchzuhalten. Von Relevanz ist natürlich auch das Thromboserisiko und –besonders für postmenopausale Frauen- die erhöhte Inzidenz des Endometriumkarzinoms.
Letzteres ließe sich durch einen Switch auf Aromatasehemmer vermeiden. Eine prolongierte Therapie mit diesen Medikamenten könnte aber durch Osteoporose, Frakturrisiko, Knochen- und Gelenkschmerzen belasten (3,10,12).
Bisher gibt es zudem keine Studie, die 10 Jahre Tamoxifen gegen 10 Jahre Letrozol bzw.  Tamoxifen/ Letrozol oder  Letrozol/ Tamoxifen untersucht hätte (13). Somit bleibt aktuell nur die Möglichkeit, die Vor- und Nachteile einer prolongierten endokrinen Therapie mit der Patientin individuell zu besprechen.

Fazit:
Gerade für prämenopausale Frauen ist die vorliegende Studie von hohen Wert: Durch eine Tamoxifentherapie über 10 Jahre kann das Rezidivrisiko insgesamt nahezu halbiert werden. Junge  Frauen, die die ersten fünf Jahre Tamoxifen gut vertragen haben und die ein hohes Rezidivrisiko aufweisen, sollten eine prolongierte Therape angeboten bekommen.
Bei postmenopausalen Frauen mit hohem Risiko muss die Art der weiteren Therapie von den möglichen Nebenwirkungen der vorhandenen Substanzen abhängig gemacht werden:
Frauen mit Thromboserisiko und Risikofaktoren für Endometriumkarzinom sollten eher Aromatasehemmer erhalten, bei Frauen mit Herzinfarktrisiko, Osteoporose und ggf. Hyperlipidämie würde man eher zu einer Verlängerung der Tamoxifentherapie raten.
Vor Änderung des Standards (5 Jahre Therapie) wäre eine internationale placebokontrollierte Studie zu wünschen, in der die Patientinnen wahlweise Tamoxifen oder Tamoxifen gefolgt von Letrozol erhalten.

Quelldatei

1.) Approval Summary: Letrozole for adjuvant and extended adjuvant postmenopausal breast cancer treatment:
Conversion of Accelerated to full approval
Cohen MH et al The Oncologist 2011; 16:1762-1770

2.) Early Breast Cancer Trialists Collaborative Group (EBCTCG) Effects of chemotherapy and hormonal therapy for early breast cancer on recurrence and 15 year survival: An overview of the randomised trials
Lancet 2005; 365: 1687-1717

3.) Incidence and management of site effects associated with armoatase inhibitors on the adjuvant treatment of breast cancer in postmenopausal women.
HT Mouridsen:  Curr Med Res Opin 2006; 22: 1609-1621

4.) Extended adjuvant endocrine therapy in breast cancer: Current status und future directions
Goss PE, Clin Breast Cancer 2008; 8:411-417

5.) Late extended adjuvant treatment with letrozole improves outcome in women with early-stage breast cancer who complete 5 years of tamoxifen
Goss PE, J Clin Oncol 2008; 26; 1948-1955

6) Preventing relapse beyond 5 Years: The MA.17 extended adjuvant trial
Goss PE; Semin Oncol 2006, 33(suppl 7):S8-S12

7.) Long-term effects of continuing adjuvant tamoxifen to 10 years versus stopping at 5 years after diagnosis of oestrogen receptor-positive breast cancer: ATLAS, a randomised trial
Davies C et al., The Lancet.com dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(12)61963-1

8.) Early Breast Cancer Trialists Collaborative Group (EBCTCG). Relevance of breast cancer hormone receptors and other factors to the efficacy of adjuvant tamoxifen: patient-level meta analysis of randomised trials.
Lancet 2011; 378:771-84

9.) ATTom: randomized trial of 10 versus 5 years of adjuvant tamoxifen among 6,934 women with estrogen receptor-positive or ER untested breast cancer- preliminary results
Gray RG; Proc Am J Clin Oncol 2008; 26 (suppl 10) abstr. 513

10.) Meta-analysis of breast cancer outcomes in adjuvant trials of aromatase inhibitors versus tamoxifen
Dowsett M et al., J Clin Oncol 2010; 28: 509-18

11.) What is the prognosis of patients with operable breast cancer (BC) five years oafter diagnosis?
Hortobagyi GN; Proc Am Soc Clin Oncol 22;23, 2004 (abstr)

12.) American Society of Clinical Oncology technology assessment on the use of aromatase inhibitors as adjuvant therapy for women with hormone receptor-positive breact cancer: Status report 2004
Winer EP J Clin Oncol 23: 1-11, 2005

13) Extended adjuvant tamoxifen for breast cancer- a new era?
Powles TJ ; the lancet.com dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(12)62038-8

14) M. Schedlowski,
placeboforschung.de/wiki/index.php

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22.08.2013 - Aktuelles aus den Centren

Urinstix häufig unnötig

Kaven Baessler

Den Urinstix kann man sich sparen, wenn die Patientin über eine Dysurie klagt, denn er hat nur eine Sensitivität von 44%.

Die Daten stammen aus einer grossen urologischen Praxis in Berlin: Von 1754 Patienten mit einem negativen Urinstix-Ergebnis hatten 353 (20%) eine positive Urinkultur. Die Sensitivität wird mit 44% und die Spezifität mit 86% angegeben.
Während der Urinstix sich als Screeningmethode  eignet, ist er zur Sicherung eines Verdachtes auf einen Harnwegsinfekt nicht hilfreich. Dann müsste also eine Kultur angelegt werden. Eine Frau mit typischer Dysurie sollte also auch ohne positiven Urinstix antibiotisch behandelt werden.

Literatur: Is a dipstick test sufficient to exclude urinary tract infection in women with overactive bladder? Hessdoerfer E, Jundt K, Peschers U. Int Urogynecol J. 2011 Feb;22(2):229-32.

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22.08.2013 - Aktuelles aus den Centren

Brust-Chirurgie

Die onkologischen Vorteile der onkoplastischen Brustchirurgie fuer die Behandlung von Frauen mit Mammakarzinom im Frühstadium
Dr. med. I. Behluli

Die onkoplastische Brustchirurgie ist ein sicheres Verfahren, welches die Entfernung des Tumors, unter gleichzeitiger Erhaltung der natuerlichen Brustform moeglich macht. Nachresektionen, Mastektomien, Brustdeformitaeten und damit sekundaere rekonstruktive Eingriffe werden vermieden.

Down SK, Jha PK, Burger A, Hussien MI.
Oncological advantages of oncoplastic breast-conserving surgery in treatment of early breast cancer.
Breast J. 2013 Jan;19(1):56-63.

Die operative Behandlung von Frauen mit  Mammakarzinom beeinhaltet die Entfernung des Tumors, möglichst im Sinne einer brusterhaltenden Therapie (BET), gefolgt von einer Bestrahlung der Restbrust. Bei dieser Operationsmethode ist in bis zu 25 % der Faelle eine Nachresektion in Form einer zweiten Operation notwendig, um onkologisch freie Resektionsraender zu erzielen. Dies kann zu einem suboptimalen kosmetischen Ergebnis fuehren, welches sich vor allem nach der Bestrahlung manifestiert.

Onkoplastische Brustchirurgie beeinhaltet im Gegensatz zur konventionellen BET die Entfernung des Tumors mit groesserem Sicherheitsrand an gesundem Gewebe und die sofortige Rekonstruktion aus ortsstaendigem Gewebe. Wenige Studien haben bisher die onkologischen Vorteile dieser Operationsmethode untersucht.

Studiendesign
In einer restrospektiven Studie, wurden Tumorraender und Nachresektionsrate der konventionellen  brusterhaltenden Therapie (standard wide local excision) (Gruppe A, n=121) mit den Ergebnissen der onkoplastischen  Brustchirurgie (Gruppe B, n=37) verglichen. Patientinnen bei denen die Indikation zu Mastektomie bestand, wurden ausgeschlossen. Alle Operationen wurden vom gleichen Operateur durchgefuehrt.

Die Patientinnen wurden als geeignet fuer eine konventionelle BET( Gruppe A) eingestuft, wenn das Tumorvolumen in Relation zu Brustvolumen weniger als 20 %im oberen aeusseren Quadranten und weniger als 10 % fuer in die medial liegenden Quadranten betrug.

Die Patientinnen wurden als geeignet fuer die onkoplastische Brustchirurgie eingestuft (Gruppe B), wenn dasTumorvolumen in Relation zum Brustvolumen mehr als 20 %  oben aussen oder mehr als 10 % innen betrug  oder wenn  Makromastie oder Patientenwunsch vorlag.

Es wurden die Tumorgroesse, die Tumorraender, das Gewicht  und das Volumen der Praeparate  zwischen beiden Gruppen verglichen.

Ergebnisse
120 Patientinnen wurden  nach der konventionellen BET Methode (Gruppe A) operiert.
In der Gruppe B  wurden insgesamt  37 Patientinnen onkoplastisch operiert. Die OP Techniken in der Gruppe B waren: 18 therapeutische Mammoplastien, 14 subaxillaere Rotationsmammoplastien, 4 thorako-epigastrische dermoglandulaere Lappen und 1 zentraler dermoglandulaerer Lappen.
Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen im Hinblick auf Patientenalter,  Tumorentitaet,  Grading oder Durchfuehrung einer Axilladissektion.

Die Tumore in  Gruppe B waren aufgrund der Einschlusskriterien  groesser (23,9mm versus 17,6 mm, p=0.002). In der onkoplastischen Gruppe war das mittlere Gewichtspraeparat hoeher ( 231g versus 58g p<0,0001) als in der BET Gruppe.

Der Sicherheitsabstand mit Raendern von weniger als 5mm lag in der Gruppe A hoeher als  in Gruppe B (28,9% versus 5,4%, p=0,002). Das korrelierte mit einer  Nachresektionrate von 28,9% in Gruppe A versus  5,4 % in Gruppe B.

Es gab drei Wundinfektionen in Gruppe A und zwei in Gruppe B. Die Komplikationsrate war in der onkoplastischen Gruppe im Vergleich zu der BET Gruppe nicht signifikant erhöht (5,4% versus 2,4%, p=0,32).

Diskussion
Die konventionelle BET Methode wird mit der onkoplastischen brusterhaltenden Chirurgie in zwei  vorherigen Studien (2,4) verglichen. Die Studien zeigten, dass die onkoplastische Brustchirurgie onkologisch sicher ist und  Rezidivraten sowie  Gesamtueberleben  bei onkoplastischen versus konventionell operierten Frauen identisch sind.
Hamdi et al.(3) verglichen im Jahr 2008 die Ergebnisse von Patientinnen( 126 Faelle) welche eine Quadrantektomie oder Tumorektomie hatten, mit denen,welche eine therapeutische Mammoplastie (5 Faelle) oder eine Mini-Flap rekonstruktion (21 Faelle) hatten. Als Sicherheitsabstand definierten sie 2 mm. In der onkoplastischen Gruppe war die Nachresektionrate 0% im Gegensatz zu der BET Gruppe bei der die Nachresektionrate 20 % betrug.

Down und Mitarbeiter vergleichen  nun  sowohl die Tumorraender als auch die Nachresektionsraten  der  konventionellen BET mit der onkoplastischen Brustchirurgiemethode.Trotz groesserem Tumorvolumen ist  die Nachresektionsrate bei onkoplastisch operierten Frauen 5x niedriger war wodurch 1 von 4 Patientinnen ein weiterer chirurgischer Eingriff erspart werden konnte.
Die Zufriedenheit der Patientinnen mit dem kosmetischen Ergebnis und die Lebensqualitaet wurden in der Studie nicht analysiert.


Kommentar

Die Autoren belegen, dass die onkoplastische Brustchirurgie der konventionellen BET ueberlegen ist, weil trotz grösserem zu entfernenden Tumor der  Resektionsrandstatus verbessert und  die Nachresektionrate verringert wird.
Hinzu kommen die potentiell besseren kosmetischen Ergebnissen,  eine klinische Erfahrung, die allerdings noch prospektiv untersucht werden muss.

Die Autoren definieren den Sicherheitssaum sowohl bei DCIS als auch beim invasivem Karzinom mit 5 mm. Die deutschen S-3 Leitlinien fuer die Diagnostik Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms empfehlen die 2 mm Grenze als tumorfreien Abstand zum Schnittrand beim DCIS und die 1mm Grenze beim invasivem Mammkarzinom.
Die Metaanalyse von Houssami et al. 2010 (5)zeigt , dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Resektionsrandstatus (positiv vs. knapp vs.negativ)  und der Lokalrezidivrate besteht. Somit ist ein grösserer Sicherheitsabstand sicher nicht von Nachteil, zumal wenn ein gutes onkoplastisches kosmetisches Ergebnis erzielt werden kann.

Fazit für die Praxis
Die onkoplastische Brustchirurgie ist ein sicheres Verfahren , welches die onkologische Entfernung des Tumors, unter gleichzeitiger Erhaltung der natuerlichen Brustform moeglich macht.
Nachresektionen, Mastektomien, Brustdeformitaeten und damit sekundaere rekonstruktive Eingriffe werden vermieden.
In künftigen Studien muss der Effekt der onkoplastischen Chirurgie auf Kosmetik, Lebensqualität und Kosten-Nutzwert evaluiert werden, was automatisch auch die Vermeidung von operativen Zweiteingriffen einschliesst.

Der Autor gibt an, dass es keine Interessenkonflikte bestehen.
Literatur:
1. MacMilian D, Chan CW, McCulley S. Volume displacement
techniques and therapeutic mammoplasty; the Nottingham experience.
Advances in Breast Cancer 2008;5:10–2..
2. Giacalone P-L, Roger P, Dubon O, et al. Comparative study of the accuracy of breast resection in oncoplastic surgery and quadrantectomy in breasr cancer. Am J Surg Oncol 2006;14:605–14.
3. Hamdi M, Sinove Y, DePypere H, et al. The role of oncoplastic surgery in breast cancer. Acta Chir Belg 2008;108:666–72.
4. Kaur N, Petit J-Y, Rietjens M, et al. Comparative study of surgical margins in oncoplastic surgery and quadrantectomy in breast cancer. Am J Surg Oncol 2005;12:1–7.
5.Houssami et al. Meta-analysis of the impact of surgical margins on local recurrence in women with early-stage invasive breast cancer treated with breast-conserving therapy. Eur J Cancer. 2010 Dec;46(18):3219-32

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22.08.2013 - Aktuelles aus den Centren

In eigener Sache

Portrait-Delarue 2

Seit Februar 2013 haben wir eine neue Mitarbeiterin,  Frau Dr. Eleonore Delarue. Sie wurde am Universitätsklinikum Lille in Frankreich zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe ausgebildet und hat auch dort die Subspezialisierung Gynäkologische Onkologie unter der Leitung von Prof. Eric Leblanc, einem International ausgewiesenen Spezialisten in der laparoskopischen Onkochirurgie, absolviert. Sie hat in diesem Bereich wissenschaftlich gearbeitet und interessiert sich besonders für die Behandlung von Frauen mit Zervix- und Endometriumkarzinom. Schon in ihrer Doktorarbeit beschäftigte sie sich mit der HPV-Diagnostik nach Konisation.

An unserer Klinik ist sie nun für den Bereich der gynäkologischen Onkologie zuständig und dafür neben Prof. Schneider auch Ihre Ansprechpartnerin. Ihre Deutschkenntnisse sind exzellent und sie freut sich auf die kollegiale Zusammenarbeit mit Ihnen.

Unter eleonore.delarue@charite.de oder 030 8445 64 6450 ist Sie für Sie erreichbar.

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10.01.2015 - Aktuelles aus den Centren

Zweites Steglitzer Krebsforum ...

Ihr onkologisches Spezialistenteam des CBF lädt Sie zu einem Informations- und Aktionstag zum Thema Krebs ein.

Downloads:

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Prof. Dr. med. Jens-Uwe Blohmer

Prof_Blohmer_CC17_155x200.jpg

Direktor der Klinik für Gynäkologie, Leiter des Brustzentrums der Charité

CharitéUniversitätsmedizin Berlin

CCM: Campus Charité Mitte

CharitéCentrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17

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Postadresse:

Charitéplatz 1

10117 Berlin

t: +49 30 450 564 172

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04.02.2016 - Aktuelles aus den Centren

ZDF-Morgenmagazin: Brustkrebs-Expertin im Gespräch | Thema: Genexpressionstest

Frau Dr. med. Jessica Groß

        
Um das Interview mit Frau Dr. Groß, das im Rahmen des internationalen Cancer Day ausgestrahlt wurde, zu sehen, öffnen Sie bitte Öffnet externen Link im aktuellen Fensterdiesen Link.

Frau Dr. med. Jessica Groß ist Oberärztin am Brustzentrum der Charité.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Links:

Öffnet externen Link im aktuellen Fensterhttp://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2662678/Service:-Brustkrebs-Expertin-im-Gespräch#/beitrag/video/2662678/Service-Brustkrebs-Expertin-im-Gespraech

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12.07.2017 - Aktuelles aus den Centren

Tagesspiegel-Fachkongress: "Die besten Chefärzte"

Mehrere hundert berliner Ärzte trafen sich zum Austausch am 12. Juli 2017 im Tagesspiegel-Haus

Bei diesem "Gipfeltreffen" stellten die Chefärzte der meistempfohlenen berliner Kliniken - so auch Prof. J.-U. Blohmer - ihre Therapiekonzepte vor.

Die Veranstaltung ist das Ergebnis einer unabhängigen Befragung, die der Tagesspiegel gemeinsam mit der Gesundheitsstadt Berlin durchführt. Mehrere tausend niedergelassene Ärzte wurden hierzu befragt, welches Krankenhaus sie für die Behandlung bestimmter Erkrankungen empfehlen.

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28.04.2016 - Aktuelles aus den Centren

Berliner Morgenpost: Die meisten Patienten überleben den Brustkrebs

Die Heilungsrate bei Brustkrebs liegt nach fünf Jahren bei 90 Prozent. Charité-Professor Jens-Uwe Blohmer ist einer der wichtigsten Experten.

Die gute Nachricht zuerst: Die Rate der Brustkrebsneuerkrankungen hat sich seit rund 15 Jahren nicht erhöht. In Deutschland und damit auch in Berlin ist jede achte bis zehnte Frau von dieser Diagnose betroffen. Dennoch haben viele den Eindruck, dass immer mehr Frauen an Brustkrebs erkranken. Professor Jens-Uwe Blohmer von der Charité wird jedenfalls häufig mit dieser Annahme konfrontiert. "Das liegt daran, dass die meisten Frauen diese Krankheit inzwischen überleben und ihre Geschichte erzählen können", sagt er. Die Heilungsrate liege heute nach fünf Jahren bei 90, nach zehn Jahren bei 80 Prozent. Noch vor 30 Jahren sah das ganz anders aus. Da war die Diagnose Brustkrebs nicht selten das Todesurteil für eine Frau.

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10.04.2017 - Aktuelles aus den Centren

Medscape: Brustimplantate könnten das Risiko seltener Lymphome erhöhen

FDA warnt erneut vor dem Risiko seltener Lymphome – das Thema wird auch in Deutschland diskutiert

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) warnt davor, dass Brustimplantate das Risiko eines anaplastischen großzelligen Lymphoms (ALCL) erhöhen könnten Dabei handelt es sich um eine seltene Form des Non-Hodgkin-Lymphoms – mit einem Anteil von etwa 3% aller Lymphome.

Allerding: „Bewiesen ist der ursächliche Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines ALCL und dem Tragen eines Brustimplantats bislang allerdings nicht“, so der Direktor der Fraunklinik der Charité, Prof. Jens-Uwe Blohmer.

In Deutschland wurde bisher kein Fall von ALCL infolge eines Implantats bekannt

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