Klinik für Gynäkologie (einschl. Brustzentrum)

Rund 70 Prozent aller Brustkrebs-Fälle wachsen hormonabhängig: Die Krebszellen haben spezielle Rezeptoren für die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Im Labor lässt sich anhand der Gewebeprobe nachweisen, ob die Hormon-Rezeptoren bei einem bestimmten Tumor zahlreich vorhanden sind. Ist dies der Fall, lässt sich das Wachstum der Krebszellen durch den Einsatz entsprechend entgegengesetzt wirkender Medikamente bremsen.
Das Spektrum der antihormonellen Therapie (auch endokrine Therapie genannt) ist breit und muss für jeden Krankheitsfall individuell angepasst werden. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Wirkstoffklassen:
Wenn sie eine Operation ergänzt, dauert die Östrogentherapie meist mehrere Jahre. Die Nebenwirkungen sind im Vergleich zur Chemo- und Strahlentherapie begrenzt, aber durchaus vorhanden. Wie alle Nebenwirkungen variieren auch die der antihormonellen Therapie aber stark von Frau zu Frau.
Frauen vor und nach den Wechseljahren müssen als Folge des Östrogenentzugs oft mit typischen Wechseljahresbeschwerden rechnen. Dazu zählen das Ausbleiben der Regel, Hitzewallungen, trockene Schleimhäute und/oder Haarausfall. Nach der Behandlung setzt die Regelblutung häufig wieder ein und die Fruchtbarkeit bleibt erhalten. Tamoxifen kann zu vaginalen Blutungen führen. Aromatasehemmer können Muskel- und Gelenkschmerzen auslösen und das Osteoporoserisiko erhöhen.
Weitere Informationen:
Überblick des Deutschen Krebsforschungszentrums
Lehrmodul "Therapie palliativ" von Prof. Schneider (Expertenwissen im Überblick)
Lehrmodul "Therapie adjuvant" von Prof. Schneider (Expertenwissen im Überblick)
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